Konzert und Kult

Eine Hommage auf Trio in der Rheinhauser Sofienklause

Klaus Marschall (M.) erinnerte mit dem Baskerville Duo in der Sophienklause mit der Musik von Trio an der Neue Deutsche Welle Foto:

Klaus Marschall (M.) erinnerte mit dem Baskerville Duo in der Sophienklause mit der Musik von Trio an der Neue Deutsche Welle Foto:

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Rheinhausen.  Die Sofienklause ist für Biograf Klaus Marschall der rechte Ort, um an den Schlagzeuger Peter Behrens der legendären NDW-Band zu erinnern

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eine Kneipe, wie die Rheinhauser Sofienklause, hätte „Trio“ Anfang der 80er-Jahre wohl gerne selbst in ihrem kleinen Heimatort Großenkneten gehabt: eine, in der man noch nach Mitternacht ein Bier bekommt. Denn als die drei Musiker durstig von ihren erfolgreichen Auftritten zurück zu ihrer WG-Wohnung an der Regenter Straße 10a fuhren, gab es nur noch ein geöffnetes Rotlicht-Etablissement „Bei Ruth“, in dem sie noch feiern konnten. Das ein oder andere Mal wurden sie dort aber von den „Bauerndeppen“ vor die Tür gesetzt.

So wilde Szenen wie der Band aus dem Landkreis Oldenburg, die mit „Da Da Da-ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht“ 1982 ihre erste Top-Ten-Platzierung hatte, beschreibt Klaus Marschall in seiner preisgekrönten Biografie „Der Clown mit der Trommel“, in der er seinen Blick auf den mimikverweigernden Trio-Kult-Schlagzeuger, Peter Behrens, fokussiert. Rund 50 Zuschauer lauschen gebannt den Anekdoten: wie sich im Großenknetener Proberaum aus der fünfköpfigen Rockgruppe „Wind“, das minimalistische „Trio“ formierte, und dann den Angriff auf die Spitze der deutschen Charts startete. „Alles musste reduziert werden, auch die Instrumente, die drei haben anfangs richtigen Punk gemacht“, weiß der Biograf, der im Rahmen eines Drogen-Präventionsprojekts den Trio-Schlagzeuger persönlich kennenlernte. Und die Gäste kriegen richtig Dampf um die Ohren, als die Band „Baskerville Duo“, mit Mike Gromberg an der E-Gitarre und Christian Baakes am aus Hi-Hat und Snare-Drum bestehenden Schlagzeug, alte Trio-Klassiker, wie „Los Paul“ los schießt. „Schnell gesehen, schnell geschossen“, wenn Klaus Marschall diese Phrase singt, antwortet das Publikum sinntragend „gute Aktion – zwei Mann gleich bei ihm“.

Längst anerkanntes Volksliedgut

Trios Songtexte sind längst anerkanntes Volksliedgut und verleiten auch in Rheinhausen zum Mitsingen. Auch wenn es kuschelig wird mit „Anna, lass mich rein, lass mich raus“ oder „Bumbum, immer wieder, wieder bumbum“. Doch auch die traurige, melancholische Seite des „Clowns mit dem treu-doofen Blick“ kommt in den gelesenen Schnipseln zum Ausdruck. „Peter Behrens war zeitlebens nicht zufrieden mit dem, was er machte. Wenn er etwas anfing, wollte er direkt wieder was Neues machen“, weiß Klaus Marschall über ihn.

„Er hatte eine richtige Artistenausbildung und liebäugelte mit dem Zirkus“, sagt der 48-Jährige. Tragisch eben auch, dass Peter Behrens nicht an den Rechten für die Liedtexte oder der aus wenigen Akkorden bestehenden Musik des „Trios“ bei der GEMA beteiligt war. „Sänger Stefan Remmler und Gitarrist „Kralle“ Krawinkel haben die Tantiemen gekriegt“, erklärt Marschall. „‘Kralle‘ kümmerte sich noch etwas um Peter und hat ihn öfters nach Spanien eingeladen, leider ist Peter dann später drogenabhängig geworden“, sagt sein aus Soest stammender Biograf über den 2016 verstorbenen Trommler.
Auch an Konzerte von Trio mit einer Gummipuppe auf der Bühne erinnern das „Baskerville Duo“. Zum Abschluss gibt es den Klassiker „Herz ist Trumpf“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben