Huta

Eine Hundetagesstätte für „Pfotenfreunde“ in Rheinhausen

Nathalie Brandes betreut seit Oktober zahlreiche „Pfotenfreunde“ in ihrer neuen Hundetagesstätte.

Nathalie Brandes betreut seit Oktober zahlreiche „Pfotenfreunde“ in ihrer neuen Hundetagesstätte.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rheinhausen.  Die Huta „Hunde-Kugel“ hat einen neuen Namen und eine neue Leiterin. Nathalie Brandes betreut die Vierbeiner aber ähnlich wie ihre Vorgängerin.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es ist 10.30 Uhr. Spike ist nervös. Sehr nervös. Normalerweise ist jetzt Spiel- und Trainingszeit mit Leckerchen auf dem großen Wiesengelände. Was macht Ersatz-Frauchen Nathalie da an der Schleuse zum Gelände? Schon zum dritten Mal läuft er demonstrativ Patrouille, doch rein gar nichts passiert. Die anderen Gruppenmitglieder turnen derweil mutig auf dem Dach der Hundehütte herum oder lassen sich von Ex-Ersatzfrauchen Denise Kugel kraulen und verwöhnen, die heute zu Besuch ist.

„Spike ist eben etwas anhänglich, er muss immer kontrollieren, was passiert“, erklärt Nathalie Brandes lachend. Sie ist die neue „Rudelführerin“ der Hundetagesstätte (Huta) Pfotenfreunde an der Winkelhauser Straße 30, bis vor wenigen Wochen noch als Hunde-Kugel bekannt. Doch Denise hat die Leitung nun abgegeben und ist nur noch gern gesehener Gast und im Moment mit der Fellpflege beschäftigt. Kämmen und Zöpfe flechten kennt man ja auch aus normalen Kindertagesstätten. Und alles in allem unterscheiden die Tagesabläufe sich gar nicht so eklatant voneinander. „Wir haben Bringzeiten ab 7 Uhr. Von 8 bis 9 ist Frühstück, da möchte ich keine Unruhe, das nächste Zeitfenster ist dann wieder ab 9“, erklärt Nathalie die Regeln, während Spike erneut eine Runde dreht.

Die Hunde sollen zusammenpassen

Die ehemalige Zahnarzthelferin ist stolz auf ihre kleine Hundemeute, die wunderbar harmoniert und tatsächlich ganz wenig bellt. „Uns ist es wichtig, dass die Hunde zusammenpassen. Wenn es Unstimmigkeiten gibt, dann zerstört das die ganze Gruppe und ich muss den Besitzern dann leider sagen, dass es nicht passt“, so Brandes. Doch das kommt eher selten vor, ergänzt auch Denise Kugel, die ja schon ganz viel Erfahrung mit der bunt zusammen gewürfelten Truppe aus zehn Hunden hat.

Genau wie in jeder anderen Tagesstätte auch wird bei den Pfotenfreunden so ab neun Uhr gespielt. „Ich denke mir dann Denkspiele für die Hunde aus, verstecke Leckerchen, die dann alle suchen müssen oder wir üben gezielt mit einigen Tieren das Laufen über schiefe Ebenen, damit sie später leichter über Autorampen ins Auto steigen können.“ Das ist eine wichtige Fähigkeit, denn so ein SUV-Kofferraum ist für einen Dackel eine echte Herausforderung.

Das ganze Rudel hält Mittagsschlaf

(Spike ist bei Runde Nummer 5.) Gespielt wird auf dem weitschweifigen Gelände nicht zwingend bei jedem Wetter. Es gibt eine gut geheizte Hütte, in der sich die Leiterin bei Regen schon mal mit ihren Schützlingen zurückzieht. Dann wird allerdings nicht vorgelesen, sondern geschlafen. „Von 12 bis 14 Uhr machen wir Mittagsschlaf.“ Nach dem anstrengenden Vormittag scheint das aber für alle ein heiß ersehnter Tagesordnungspunkt zu sein, bei dem es selten hyperaktive Störenfriede gibt.

„Nach dem Mittag geht es dann meist wieder raus, aber dann merkt man auch deutlich, dass die Luft raus ist und die Tiere ruhiger werden“, erklärt die Fachfrau. Trotzdem sind die Tagesstättenbesucher am Abend zufrieden, ausgeglichen, und Herrchen oder Frauchen müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie es dann doch das eine oder andere Mal nicht mehr schaffen, noch Gassi zu gehen.

Manche Hunde kommen jeden Tag

(Spike ist gerade sogar kurz stehen geblieben, um Nathalie vorwurfsvoll anzusehen.) „Die Zusammensetzung der Gruppe ist jeden Tag anders, das unterscheidet uns noch von der Kita. Manche Hunde kommen jeden Tag, einige nur einmal die Woche, das kann jeder selbst entscheiden und es hängt natürlich davon ab, ob ich einen Platz frei habe.“

Das scheint wieder analog zu den regulären Kitas zu sein. Zwar gibt es auch bei den Pfotenfreunden eine Warteliste, für einzelne Tage wie Dienstag und Freitag gibt es allerdings noch Kapazitäten. Die Kosten richten sich nicht gestaffelt nach dem Einkommen, sondern belaufen sich auf 25 Euro pro Tag. Wer die maximale Stundenzahl bucht, der bezahlt 360 Euro. Eine gute Alternative für alle Hundebesitzer, die viel arbeiten, ihr Tier aber trotzdem in guten Händen wissen wollen. Spike jedenfalls ist hier super aufgehoben und sorgt sich um Nathalie genauso, wie um sein echtes Frauchen. Besser kann es ja in einer Regel-Kita auch nicht laufen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben