Arbeitsmarkt

Erfolgreich im Beruf trotz Handicap

Zur Ausstellungseröffnung gab es für die Frauen Blumen. Auch für Andrea Gott, die in der Sportschule Webau als Gärtner-Helferin angestellt ist.

Zur Ausstellungseröffnung gab es für die Frauen Blumen. Auch für Andrea Gott, die in der Sportschule Webau als Gärtner-Helferin angestellt ist.

Foto: Unternehmerverband

Duisburg.   Ausstellung im Duisburger Haus der Unternehmer porträtiert Frauen mit einer Behinderung, die es auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft haben.

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Andrea Gnott hat sich durchgesetzt: Als einzige Frau unter 14 Männern sorgt die Gärtner-Helferin dafür, dass in der Sportschule Wedau der Rasen genau die richtige Höhe hat. Wenn sie auf der Rasenmähmaschine Platz nimmt, dann merkt ihr niemand an, dass sie eine junge Frau mit einem leichten geistigen Handicap ist und bis vor gut einem Jahr in der Werkstatt der Albert-Schweitzer-Einrichtung für Behinderte in Dinslaken gearbeitet hat. „Man merkt nicht, dass sie behindert ist. Sie hat gute Eigenschaften, ist pünktlich und zuverlässig. Das findet man nur noch selten“, lobt der Technische Leiter der Sportschule Wedau, Dirk König, die junge Frau. Sie ist eine von sechs Frauen mit Handicap, die für eine Wanderausstellung des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Niederrhein, porträtiert wurden.

Inklusion zahlt sich fürs Unternehmen aus.“

Zu sehen sind die Porträts aus verschiedenen Unternehmen derzeit im Haus der Unternehmer. „Die Ausstellung zeigt, dass Inklusion nicht nur eine Zugabe ist, sondern sich für die Unternehmen auch auszahlt“, erklärt Matthias Heidmeier, Geschäftsführer Kommunikation der Unternehmerverbandsgruppe in Duisburg.

Es sind bemerkenswerte Beispiele. So auch ein Projekt des Mülheimer Unternehmens „discovering hands“, bei dem eine sehbehinderte Frau eine entscheidende Rolle bei der Früherkennung von Brustkrebs spielt. Durch ihren besonderen Tastsinn ist sie in der Lage, gefährliche Knoten in der Brust einer Frau besser als andere zu entdecken. Mittlerweile setzt das Unternehmen 40 sehbehinderte Frauen in der Brustkrebsvorsorge ein. Eine von ihnen ist Filiz Demir.

Ausstellung zeigt den Betrieben die Chancen auf

Irene Schiefen vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf und Organisatorin der Ausstellung weiß: „Viele Unternehmen engagieren sich bereits in diesem Bereich. Wir hoffen mit dieser Ausstellung einen Beitrag zu leisten, dass es noch mehr werden.“

Um die Beschäftigung von Menschen mit Handicap zu fördern, ist es nach Meinung von Matthias Heidmeier vom Unternehmerverband nicht zielführend, immer neue Gesetze und Vorschriften für die Unternehmen auf den Weg zu bringen. Vielmehr müsse es darum gehen, die Chancen für die Betriebe zu zeigen. „Und genau das tut diese Ausstellung“, so Heidmeier.

Digitalisierung bietet eine Chance

In Duisburg gibt es seit Jahren eine positive Entwicklung bei der Integration von Menschen mit einer Behinderung in – zumeist – Unternehmen. Hier betrage die Quote mitunter sogar zehn Prozent, erklärt Heidmeier. Er weiß aber auch, dass sich vor allem kleinere Unternehmen schwertun, Arbeitnehmer mit einer Behinderung zu beschäftigen. Doch gerade in der Zeit der Digitalisierung, biete sich eine „große Chance“, Menschen mit einem Handicap auf den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Vorteil könne dies für beide Seiten haben. „Man sieht die Welt mit anderen Augen“, sagt Matthias Heidmeier und denkt daran, dass Menschen mit einer Behinderung oft sehr teamfähig sind.

Andrea Gnott ist stolz, dass sie in Wedau arbeitet. Drei Praktika hat sie dort zuvor gemacht und zu Hause viel überlegt, ob sie den Sprung wagen will. „Meine Mama hat zu mir gesagt: Folge Deinem Herz, gehe den Weg, der Dich glücklich macht.“ Das hat sie getan.

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