6-Seen-Wedau

Erste Investoren für das Großbauprojekt Wedau gesucht

Der Nordteil des ehemaligen Güterbahnhofsgelände in Wedau soll als erstes erschlossen werden. Hier soll ein Nahversorgungs-Zentrum entstehen.

Der Nordteil des ehemaligen Güterbahnhofsgelände in Wedau soll als erstes erschlossen werden. Hier soll ein Nahversorgungs-Zentrum entstehen.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   „6-Seen-Wedau“: Als erstes soll das Nahversorgungs-Zentrum für den geplanten neuen Stadtteil in Duisburg gebaut werden. Investorensuche beginnt.

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Jetzt sind die Investoren am Zug: Beim größten innerstädtischen Wohnbauprojekt in NRW, „6-Seen-Wedau“, beginnt die Suche nach Investoren für den Bau des Nahversorgungs-Zentrums auf dem Nordteil des ehemaligen Güterbahnhofsgeländes in Wedau. Denn das soll stehen, bevor die Bagger für die rund 3000 Wohneinheiten anrollen, wie Thomas Lennertz, Geschäftsführer der Bahnentwicklungsgesellschaft (BEG) gestern bei einem Ortstermin mit NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach in Wedau erklärt hat.

45 Kilometer Schienen zurückgebaut

Von einem „Rohdiamant“ und einem „Filetgrundstück“ ist schon oft gesprochen worden im Zusammenhang von „6-Seen-Wedau“. Auch die Bauministerin sprach von einem „rundum spannenden Bau,- und Stadtentwicklungsprojekt“ in einer Stadt, „die der Brückenkopf zwischen Rheinland und dem Ruhrgebiet“ sei. Die 2,7 Millionen Euro, die das Land bislang als Fördergelder bereit gestellt habe, seien gut investiert.

Die Bilanz bislang: Auf der 60 Hektar großen Fläche wurden etwa 45 Kilometer Schienen zurückgebaut, rund 540.000 Kubikmeter Schotter aus der Fläche aufgenommen und auf einer Fläche von 50 Hektar der Grünwuchs zurückgeschnitten. 80.000 Kubikmeter Feinkorn wurden entsorgt und die nächsten Arbeiten vorbereitet: die Ausschreibung der Verlagerung der Kleingärten, des Bodenmanagements und des Lärmschutzwalls mit einer Länge von 2,4 Kilometern.

Zauneidechsen sind verlagert

Auch die Zauneidechsen seien inzwischen in ein Ersatzhabitat auf der Nordfläche umgesiedelt worden. Wenn der Lärmschutzwall steht, ziehen sie dorthin um. Zusehends wird das Gelände vom Brachland zum Bauland entwickelt. Langsam sei der Rückbau fertig. „Wir werden das Projekt jetzt nach und nach zur weiteren Entwicklung in die Hände der Gebag übergeben“, erklärte Thomas Lennertz.

Zu 100 Prozent soll es Gründächer geben

Der BEG-Geschäftsführer betonte auch noch einmal, dass die Naherholungsfläche künftig mit über 40.000 Quadratmetern größer sein werde als die bisherige. Es werde auch nicht alles zugebaut, zu 100 Prozent werde es Gründächer geben und auch das Wasserthema hätten die Akteure auf dem Schirm. So soll das Regenwasser oberflächig abgeführt werden, was „ein Unikum“ sei. Der Bebauungsplan soll Mitte 2019 stehen, derzeit werden von der Stadt die rund 800 Einwendungen der Bürger geprüft. Baubeginn soll 2020 sein.

Für die Pläne gab es von der Ministerin viel Lob. „Diese Fläche binnen dreieinhalb Jahren zum Bebauungsplan zu führen, ist in Anbetracht vieler Herausforderungen durch Arten- und Lärmschutz, Erschließung, Bodenaufbereitung und Verlagerungen eine hervorragende Leistung“, so Ina Scharrenbach. Sie betonte, „dass nur ein Mehr an Wohnungsbau dazu beiträgt, die Miet- und Preisauftriebe in den Griff zu bekommen“ und wies auf die zehn Prozent sozialer Wohnungsbau hin, die bei 6-Seen-Wedau vorgeschrieben sind.

An das Projekt, so Oberbürgermeister Sören Link, „werden unglaublich viele Erwartungen geknüpft.“ Er habe selten ein Projekt erlebt, das so breit von der Politik und auch den Bürgern getragen wird. Natürlich gebe es Kritik, Abwägungen und Wünsche. Auf diese gehe man aber ein. Ein Beispiel sei die zweite Fußgängerbrücke, die nun zwischen Bissingheim und Wedau gebaut wird.

Allerdings sei auch klar, dass ein neuer Stadtteil in dieser Dimension einen Bahnanschluss benötige. Und so forderte Sören Link erneut die Wiederbelebung der „Ratinger Weststrecke“. Der OB zeigte sich zuversichtlich, dass die Projektgruppe, die bereits „hervorragende Arbeit geleistet“ habe, auch in diesem Punkt eine Lösung finde.

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