Gastronomie

Duisburg: Ehemaliges Stehcafé in Serm wird dänische Bäckerei

Chiara Petendorf und Mathias Kirk Nielsen betreuen die Filiale an der Dorfstraße.

Chiara Petendorf und Mathias Kirk Nielsen betreuen die Filiale an der Dorfstraße.

Foto: Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das „Copenhagen Coffee Lab & Bakery“ hat eine neue Bäckerei in Duisburg-Serm eröffnet. Dänische Chefs sorgen für internationales Flair im Dorf.

„Liebe Sermer, wir sind für euch da“, hat Mathias Kirk Nielsen auf die kleine Tafel vor der neuen Bäckerei an der Dorfstraße geschrieben – und die meisten freuen sich: „Das Brot war so super, deshalb hole ich direkt nochmal Nachschub“, sagt eine begeisterte Nachbarin, die bereits zum zweiten Mal vorbei kommt. „Ihr seid ein echtes Highlight für Serm.“

In Serm ist die dritte Duisburger Filiale entstanden

Innerhalb von zehn Tagen ist aus dem ehemaligen Stehcafé an der Dorfstraße eine Filiale vom „Copenhagen Coffee Lab & Bakery“ geworden. Es ist die dritte in Duisburg. Das Konzept, alteingesessenen Bäckereien einen modernen Anstrich zu geben und hochwertiges, handwerklich hergestelltes Brot zu verkaufen, hat schon in Duissern und Rumeln-Kaldenhausen funktioniert.

Gründer ist David Kropp, der der Liebe wegen nach Deutschland gezogen ist. Seit 2018 gibt es die Bäckereien mit dänischem Flair in Duisburg. „Unser Bäckermeister David hat das Ladenlokal gesehen und sich überlegt, dass wir gut nach Serm passen würden“, erklärt Mathias Kirk Nielsen. Er selbst kennt von dem Stadtteil noch nicht so viel – weiß nur, dass hier Karneval ganz groß gefeiert wird. Der gebürtige Däne lebt seit vergangenem Oktober in Nordrhein-Westfalen und ist für die Geschäfte in Düsseldorf, Duisburg und Essen verantwortlich.

Die inhabergeführte Kette ist international aufgestellt. Die Wurzeln liegen in Dänemark, zusätzlich gibt es Zweigstellen in Cannes und Lissabon. „Die meisten Dänen kennen eher Berlin als Düsseldorf“, gibt Nielsen zu, der aus Odense, der Geburtsstadt von Hans Christian Andersen, stammt. Ihm gefällt es ganz gut hier, Deutsch hat er in der Schule gelernt. „Deutschland ist ein bisschen hierarchischer. In Dänemark ist man gleicher, egal, ob man als Chef, Mitarbeiter oder Putzfrau arbeitet.“ Außerdem duzen sich alle. Aber so langsam gewöhnen sich auch die Mitarbeiter daran, die früher in den Vorgänger-Bäckereien gearbeitet haben.

Auf Zusatzstoffe wird beim Brot verzichtet

Das ehemalige Stehcafé sieht nun hübsch modern aus. Die Theke wurde etwas versetzt. Im Schaufenster stehen eigene Kaffeemischungen, sie stammen etwa aus nachhaltigem Anbau in Guatemala, Costa Rica und Afrika. Nach Corona-Zeiten bekommen Kunden auch Cappuccino, Espresso und Co. frisch aus der Maschine und können an einem von zwei Tischen Platz nehmen.

Nur bei der Brotauswahl gibt es noch ein bisschen Erklärungsbedarf. „Alle unsere Brote werden mit Natursauerteig gemacht“, erklärt er. Alles wird selbst hergestellt. Da vor Ort in Serm allerdings wenig Platz ist, werden Brot und Brötchen aus der Backstube einer anderen Filiale angeliefert. Die Laibe bestehen etwa aus Dinkel- und Vollkornbrot mit gekochten Roggenkörnern. Auf Zusatzstoffe wird verzichtet und möglichst wenig Hefe verwendet. „Wir Dänen mögen den säuerlichen Geschmack der Brote gerne.“

Dazu gibt es Körner-Brötchen, Ciabatta, gehaltvolle Croissants, Zimtschnecken, Brownies und belegte Brötchen. „Weiße Brötchen kennt man in Dänemark eigentlich nicht, die isst man höchstens zur Suppe“, erzählt der 25-jährige Nielsen und freut sich, dass in den ersten Tagen viele Backwaren schon zur Mittagszeit ausverkauft sind. „Wir sollten mehr produzieren“, sagt er.

Das Handwerk hat seinen Preis. Ein Billigbäcker will die „Copenhagen Coffee Lab & Bakery“ nicht sein. Brötchen kosten ab 70 Cent, Brote im Schnitt drei Euro. Mittlerweile hat sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen, dass es einen neuen Bäcker gibt. „Ich kann den Laden wirklich empfehlen, kenne ihn schon aus Düsseldorf. „Das ist wirklich eine Bereicherung für Serm.“

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