Gastronomie

Pop-Up-Restaurant serviert Rind statt Zebra in der MSV-Arena

Natascha Sopart bringt im Pop-Up-Restaurant die Vorspeise. Gäste müssen vorher einen Tisch reservieren und ihre Daten angeben.

Natascha Sopart bringt im Pop-Up-Restaurant die Vorspeise. Gäste müssen vorher einen Tisch reservieren und ihre Daten angeben.

Foto: Foto: Kathrin Hänig

Duisburg.  Wo sonst nur die VIPs Zutritt erhalten, können nun Fans des MSV Duisburg ein Menü genießen. Feinkost Kersten hat ein Pop-Up-Restaurant eröffnet.

Runde dicke Blumenkübel mit Olivenbäumen und kleinen funkelnden Lichterketten stehen verteilt an den hohen Fenstern vor dem Zebra-Vereinslogo. Im Raum verteilt stehen weiße Tische und Stühle – alles sehr schlicht und stilvoll gehalten. Auf den Tischen steht nur ein kleines Teelicht, dazu die Speisekarte. Wo sich sonst Businessgäste und VIPs treffen, können jetzt alle Fans einmal einen Einblick bekommen und einen Tisch in einem so genannten Pop-Up-Restaurant reservieren – im Stadion des MSV.

Duisburger Caterer sorgt für lässige Atmosphäre

Veranstalter Oliver Kersten sagt: „Hier in den Business-Bereich kommt sonst nicht jeder rein. Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes für jeden Duisburg-Fan. Und dazu gibt es dann noch ein ausgewähltes Menü und lässiges Ambiente.“Am Rande steht bei Heimspielen sonst das Buffet für die Gäste. Doch das ist in Corona-Zeit aus hygienischen Gründen nicht erlaubt. Hier hat Kersten mit seiner Crew stattdessen Loungemöbel platziert. Schicke Stehlampen, Teppiche, Pflanzen und Sessel runden das Gesamtbild ab.

Im Hintergrund läuft leise Barmusik. Das Licht ist gediegen gedimmt. Die ersten Gäste sind ganz angetan. Ein Abend unter Freunden! Wann hat es das zuletzt gegeben? Zur Begrüßung gibt es, auf Duisburger Art: erstmal ein Pilsken. Hilmar Eller, ein gutgelaunter Mittvierziger ruft: „Endlich mal wieder im Stadion und dann mit gutem Essen, Trinken und unseren Leuten. Da fehlt nur noch der MSV.“ Der Kollege Jakob Szalapak ist schon einen Schritt weiter: „Ich gehe erstmal kurz auf die Ränge, einmal den Rasen angucken.“ Der Spielverein ist hier allgegenwärtig, auch wenn er nicht spielt. „An Heimspieltagen, auch wenn es Geisterspiele sind, bleibt das Restaurant aber geschlossen. Dann dürfen einfach nicht mehr Menschen im Stadion sein“, sagt Oliver Kersten.

Menü-Folge hat mit Stadionwurst und „Frikka“ auf die Hand nix mehr zu tun

Die großen Fenster zur anderen Seite geben entsprechend den Blick frei auf einen ungewohnt verwaisten Parkplatz. Von donnerstags bis sonntags (18 bis 23 Uhr) gibt es jetzt ein Drei- oder Vier-Gänge-Menü (ab 36 Euro) vom Feinkost-Caterer. Limonenlachs, Maispouladenbrust, rosa gebratener Rinderrücken statt galoppierender Zebras an grünem Geläuf oder für die Veggie-Fans gegrillter Spargel mit Ziegenkäse und Sellerie als Schnitzel. Das hat mit Stadionwurst und „Frikka“ auf die Hand nichts mehr zu tun. Dazu gibt es ausgewählte Weine, Gin oder immer noch im Trend: Moskau Mule.

Was außer dem temporären Charakter – so lange kein regulärer Ligabetrieb läuft, geht es hier nur um den Aufstieg der Geschmacksknospen – noch anders ist als sonst: Die 28 Tische für maximal 56 Gäste sind mit Abstand angeordnet, Kellner tragen Mundschutz und Handschuhe. Die Gäste müssen beim Betreten ebenfalls das Gesicht verdecken, auch wenn sie mal die Nebenräume aufsuchen müssen. Schon bei der Online-Anmeldung gibt es ein festgelegtes Zeitfenster für den Besuch, Daten wie Name und Anschrift werden ebenfalls erfasst. Zur Sicherheit liegt aber auch ein Kontaktdatenzettel auf jedem Sitzplatz. Die Hygieneschutzverordnung isst auch mit.

Und wie sieht’s mit dem für diese Woche angekündigten Biergarten aus? Abwarten! Heute kommen die Sandberge, „wir warten allerdings noch auf die Genehmigung der Stadt“, ist Oliver Kersten zuversichtlich, in Kürze ein weiteres attraktives Angebot nach der Pandemie-Pause eröffnen zu können. Zurück in eine nennen wir es Not-Normalität…

>> So kommt man als kulinarischer Fan ins Stadion

Wer einen Tisch reservieren möchte, kann ein genaues Datum mit Uhrzeit auf der Internetseite www.feinkorst-kersten.de wählen.

Das Restaurant hat donnerstags bis sonntags von 18 bis 23 Uhr geöffnet. Es gibt drei verschiedene Menüs (ab 36 Euro): Fisch, Fleisch und Vegetarisch.

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