TV-Dokumentation

Ex-OB Sauerland: Wollte die Loveparade nie in Duisburg haben

Ex-OB Adolf Sauerland (CDU): Nicht mit mir!

Ex-OB Adolf Sauerland (CDU): Nicht mit mir!

Foto: Roland Weihrauch

Duisburg.   Zum ersten Mal nach seiner Abwahl äußert sich Ex-OB Sauerland in einer Langzeitbeobachtung des WDR. Dort sagt er, was ihn seit Jahren umtreibt.

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Zum ersten Mal nach seiner Abwahl im Februar 2012 äußert sich Adolf Sauerland, der ehemalige Oberbürgermeister von Duisburg, vor einer Kamera. Am kommenden Montag zeigt das WDR Fernsehen um 22.10 Uhr eine Langzeit-Beobachtung der Autorin Eva Müller. Der Film trägt den Titel: „Adolf Sauerland. Ein Mann - kein Wort?“

Seit der Katastrophe vom 24. Juli 2010 hat die Journalistin den ehemaligen Oberbürgermeister mit der Kamera begleitet. Dabei wollte sie von ihm wissen, ob es ein Fehler war, so lange weiterzumachen.

Hätte er früher zurücktreten müssen? Wie sieht er das Loveparade-Unglück und seine eigene Verantwortung heute? Die WDR-Doku mit Sauerland führt in den Duisburger Norden, nach Wehofen. Dort betreibt der Ex-OB mit seiner Frau die Reiseagentur ‘Sauerland’. Fast nichts erinnert an die Zeit nach der Loveparade, als Sauerland fast zwei Jahre lang ausgebuht, ausgepfiffen und heftig kritisiert wurde.

Vom ersten Tag an Morddrohungen

Er hatte schon am Tag nach der Katastrophe jede Mitverantwortung von sich gewiesen, er hatte sich nicht im Namen der Stadt bei den Angehörigen entschuldigt, war nicht zurückgetreten und hat auch bis heute weder moralisch noch politisch Verantwortung übernommen.

„Ich war damals für alle der, der 21 Menschen auf dem Gewissen hatte, der die Loveparade unbedingt wollte.“ Er habe vom ersten Tag an Morddrohungen bekommen. „Und dann sagen die Leute, ich hätte so reagieren müssen wie immer. Na, das ging nicht“, sagt Sauerland heute dem WDR.

„Natürlich hätte ich mir einen Prozess gewünscht“

Inzwischen wird deutlich, einen Strafprozess, eine juristische Aufarbeitung des Loveparade-Unglücks wird es wohl nicht geben. Damit gibt es bislang nur einen, der in Duisburg Konsequenzen trägt, allerdings nicht freiwillig: „Natürlich hätte ich mir einen Prozess gewünscht, damit die, die wirklich Verantwortung tragen, auch zur Rechenschaft gezogen werden. Dann wäre es endlich zu Ende gewesen“, sagt er.

In dem Film gibt der Ex-OB eine Ansicht preis, die ihn seit Jahren umtreibt: „Ich bin seit Anfang an derjenige, der verantwortlich gemacht wird. Dabei wollte ich die Loveparade nie in Duisburg haben.“

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