Falschparker

Duisburg: Lkw-Fahrer finden Schlupfloch am Toeppersee

Zehn Lkw einer rumänischen Spedition hat Martin Flasbarth am Wochenende auf dem Parkplatz gezählt.

Zehn Lkw einer rumänischen Spedition hat Martin Flasbarth am Wochenende auf dem Parkplatz gezählt.

Foto: Martin Flasbarth / Flasbarth

Duisburg-Rheinhausen.  Seitdem die Stadt zu drastischen Mitteln greift, verschwinden die Lkw von der Neuen Krefelder Straße. Jetzt stehen sie auf einem Parkplatz.

Inzwischen greift die Stadtverwaltung zu drastischeren Mitteln, um Lkw-Fahrern und Spediteuren zu zeigen, wie erst es ihnen mit der Durchsetzung von Parkverboten rund um den Toeppersee ist. Sie schleppen Falschparker ab, was im Falle von Zugmaschinen nicht so leicht ist.

Dass das wirkungsvoller ist, als läppische 15 Euro zu kassieren, findet auch Martin Flasbarth, der ansonsten eine Parkkralle nach niederländischem Vorbild empfehlen würde. Der Mann von der DLRG weist die Stadtverwaltung aber auf eine Schlupfloch hin, das durch die Ausweitung des Parkverbots dringend gestopft werden sollte. Ansonsten würden die Kontrollen nur zu einer Verlagerung des ruhenden Lkw-Verkehrs von der Neuen Krefelder Straße führen, wo die Wagen früher standen. Der Parkplatz am Borgschen Weg, der zum Wassersportverein und zur Gasstätte führt, werde schon seit längerer Zeit von Truckern genutzt. Dieser Parkplatz wurde für die Besucher der Freizeit

„Hier läuft etwas aus dem Ruder“

„Hier läuft etwas aus dem Ruder. Das kann nicht gewünscht sein. Die Stadt muss nachsteuern“, so Flasbarth. Zehn Zugmaschinen und ein kleinerer Laster stehen hier seit einigen Monaten regelmäßig und für längere Zeit. So viel hat er erst am Wochenende wieder gezählt, gestern waren es sieben. Auf der Neuen Krefelder Straße war dagegen kein einziger Laster zu sehen. Immerhin. Viele Trucker haben Kontakt untereinander und schlechte Nachrichten sprechen sich rum wie ein Lauffeuer. Ist die Zugmaschine weg, ist das mit großem Aufwand, Zeitverlust und Verdienstausfall verbunden, die 15 Euro für das falsche Parken entsprechen dagegen in etwa der Übernachtungsgebühr auf einem günstigen Autohof.

Alle Wagen stammen von einer rumänischen Spedition

„Die Wagen stammen alle von einer rumänischen Spedition“, sagt Flasbarth über die weißen Zugmaschinen, die so strahlen, als wären sie gerade erst vom Band gelaufen. Alle sind baugleich, mit dem Aufdruck MSC und stehen aufgereiht wie auf einem Firmengrundstück „Die Fahrer warten hier auf Aufträge. Am Wochenende machen sie ihre Fahrzeuge an der neuen Waschanlage sauber.“ Bedauerlicherweise landen auch immer wieder Abfälle im Gebüsch, unter anderem auch leere Benzinkanister. Die ehrenamtlichen Helfer, die hier jüngst mit der DLRG für Sauberkeit gesorgt haben, stießen auf allerlei Müll, der von den Fahrern kommt.

Am Wochenende, so erzählt Flasbarth, habe er sich die Fahrzeuge angeschaut und mit einem Fahrer gesprochen, der auf ihn zugekommen sei, nachdem er ein Foto gemacht habe. Während des Gesprächs hätten ihn dann mehrere weitere Trucker umringt, so dass er ein mulmiges Gefühl bekommen habe und sich dann wieder auf den Weg gemacht.

Angeblich gemietet

Der Mann habe behauptet sie hätten den Platz in einer nahe gelegenen Werkstatt gemietet und würden einen Euro pro Wagen und Tag zahlen. „Das habe ich ihm natürlich nicht geglaubt und als Ausrede eingestuft.“ Kaum habe er den Fahrern den Rücken zugewandt, sei einer von ihnen an einen Busch gegangen, um dort seine Notdurft zu verrichten. „Das zeigt mir, wie sicher sich die Fahrer hier fühlen“, sagt Flasbarth. Er denkt aber auch an wirtschaftliche Aspekte und Wettbewerb. Osteuropäische Speditionen können die Dumpingpreise nur erzielen, wenn sie alle Unkosten vermeiden und die Trägheit in unserem System ausnutzen.

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