Gewerkschaften

Fast 5000 Arbeitnehmer sind in Duisburg arm trotz Arbeit

 Vollzeit arbeiten und trotzdem aufstocken – das müssen rund 5000 Duisburger, die im Niedriglohnsektor arbeiten.

Vollzeit arbeiten und trotzdem aufstocken – das müssen rund 5000 Duisburger, die im Niedriglohnsektor arbeiten.

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Duisburg.  DGB-Studie zeigt: 5000 Duisburger müssen trotzdem sie sozialversicherungspflichtig arbeiten, aufstocken. Viele arbeiten in Vollzeit.

Trotzdem sie sozialversichert arbeiten mussten, zum Stichtag Dezember 2019 rund 5000 Arbeitnehmer zusätzlich aufstockende Leistungen vom Jobcenter in Anspruch nehmen, um über die Runden zu kommen – weil ihr Einkommen fürs Leben nicht ausreichte. Das geht aus einer DGB-Auswertung der Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor.

DGB-Chefin: „Für viele Beschäftigte ist das entwürdigend“

Jeder fünfte, der zusätzliche Leistungen erhielt, hatte sogar einen Vollzeitjob. „Vollzeit zu arbeiten und trotzdem zum Amt zu müssen, ist für viele Beschäftigte entwürdigend“, erklärt Angelika Wagner, DGB-Vorsitzende in Duisburg. Der Staat werde als Lückenbüßer für niedrige Löhne missbraucht. Zunehmend gingen Arbeitgeber dazu über, Arbeitsplätze nur noch in Form von atypischer Beschäftigung anzubieten, also in Teilzeit, Minijobs oder Leiharbeit. Dies erhöhe für die Arbeitgeber die betriebliche Flexibilität, führe aber dazu, dass noch mehr Beschäftigte nicht von ihrem Einkommen leben können.

So sei zwar in Duisburg in 2019 die Zahl der Beschäftigten mit fast 200.000 um fast 15 Prozentpunkte höher gewesen, als zum Jahresende 2018. Allerdings sei dieser Anstieg überwiegend auf einen Zuwachs bei der Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen. Das führe zu einem Anstieg derer, die auf Grund des Teilzeitjobs Hilfe durch das Jobcenter beantragen mussten – allein in Duisburg waren es 3.400 Beschäftigte. „Vor allem bei unfreiwilliger Teilzeit ist das für die Betroffenen bitter, sie wollen mehr arbeiten, dürfen aber nicht. Dieser Trend muss gestoppt werden“, fordert Wagner.

Hohe Aufstockungsquote auch bei den Minijobs

Besonders hoch ist die Aufstockungsquote auch bei den Minijobs als Hauptbeschäftigung. Es sei inzwischen nachgewiesen, dass Minijobs nicht geeignet sind als Brücke in existenzsichernde Vollzeitbeschäftigung. Sie bieten viele Fehlanreize, die verhindern, dass Betroffenedauerhaft aus dem Hartz-IV-System herauskommen. 4.200 Minijobber mussten aufstockende Leistungen in Anspruch nehmen.

„Das überholte Minijobmodell muss deswegen beendet werden. Spätestens in der nächsten Legislaturperiode muss dies auf die Agenda der Bundesregierung“ sagt Angelika Wagner und weiter: „Wer arbeitet, der soll auch sich und seine Familie davon versorgen können, und zwar jetzt und auch im Alter.“

Der Gewerkschaftsbund fordert einen Mindestlohn von zwölf Euro.

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