Fotos im Nebel

Fotograf Gernot Schwarz gilt als das „Auge von Ruhrort“

Mit seinen Nebel-Bildern ist Gernot Schwarz bekannt geworden. Manchmal veröffentlicht er auch unter einem Pseudonym.

Mit seinen Nebel-Bildern ist Gernot Schwarz bekannt geworden. Manchmal veröffentlicht er auch unter einem Pseudonym.

Foto: Gernot Schwarz

Ruhrort.  Gernot Schwarz ist als Fotograf im Duisburger Hafenstadtteil unterwegs. Mit der Kamera sucht er die kunstvollen Motive – oft auch im Nebel.

Wenn Gernot Schwarz mit seiner Kompaktkamera durch Ruhrort zieht, findet er regelmäßig neue Motive. „Man nennt mich auch das Auge von Ruhrort“, sagt der 64-Jährige ein bisschen stolz und lächelt. Dabei interessieren den Fotografen nicht so sehr die typisch touristischen Motive. Brücke oder Poseidon langweilen ihn eher. Und lichtet er Schiffe ab, dann bevorzugt im Nebel. Mit seinen Nebelbildern ist er bekannt geworden – einigen auch unter seinem Pseudonym Gernot Schwarz. Doch der Reihe nach.

Wilde Zeit in der Altstadt

Als Kind wurde Schwarz in Homberg auf der anderen Rheinseite geboren und „dann nach Düsseldorf verschleppt“. Er machte eine Ausbildung zum Elektro-Installateur, später arbeitete er in der Erwachsenenbildung.

Viele Jahre wohnte der heute 64-Jährige in der Altstadt. „Die Ratinger war meine Meile.“ Dort lernte er viele Dozenten der Kunstakademie kennen. Lüpertz und Immendorff verkehrten in den Kneipen, etwa im Ratinger Hof. „Wenn man dort hinzieht, weiß man, dass es dort nicht leise ist.“ Als er die Lautstärke einmal nicht ertrug und sich beim Wirt beschwerte, gab’s fortan Freibier. Es war eine schöne Zeit.

„Irgendwann wurde ich selbst zum Horst“

Schon in der Altstadt machte er so manches Bild von den Kneipen. Aus dieser Zeit stammt auch noch sein Pseudonym. „Jeden, den ich getroffen habe und dessen Namen ich nicht mehr wusste, war für mich der Horst. Irgendwann wurde ich dann selbst zum Horst.“ Und den Nachnamen Bergmann gab er sich in Anlehnung ans Ruhrgebiet.

2011 zog er schließlich nach Ruhrort. „Das kann man gar nicht miteinander vergleichen, aber Ruhrort ist meine Heimat.“ In dem Hafen-Stadtteil gibt es einige aktive Fotografen, „aber jeder hat hier seine Nische.“ Schwarz organisiert Ausstellungen für den Stadtteil-Laden „Roter Stern“, hat aus seinen Bildern Schwarz-Weiß-Postkarten erstellt.

Seine Bilder sind nicht geplant

„Ich mache alles mit der kleinen Kamera, in der Regel in Schwarz-Weiß. Ich mag die Körnigkeit und wenn auch mal etwas unscharf ist. Ich fotografiere Personen nie ins Gesicht.“ Geplant sind seine Bilder nicht, die Motive findet er spontan.

Im Kunst-Keller am Dellplatz ist gerade eine Gemeinschaftsausstellung mit Skulpturen von Martin Schmitz zu sehen. Auf den Fotos sind zum Beispiel die Beton-Fassaden des Lehmbruck-Museums zu sehen. „Ich möchte keine Passepartouts für meine Bilder. Am liebsten klebe ich sie mit einem Knubbel Knete an die Wand.“

An die 100.000 Bilder auf der Festplatte

Die meisten Motive schlummern ohnehin auf seiner Festplatte, an die 100.000 dürften es mittlerweile sein. „Ich veröffentliche die Fotos bei Facebook, weil ich dort viele Leute erreiche.“ Auch auf den Plattformen Instagram und Tumblr hat er viele Fans. Und wenn sich jemand für ein Motiv interessiert, verkauft er ihm die Datei.

Jetzt als Rentner will er mehr Städtereisen machen – und dort fotografieren. Amsterdam und Paris faszinieren ihn. Standard-Motive wird er von dort nicht mitbringen.

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