Gericht

Geständnis bewahrte Räuber vor der Jugendhaft

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz

Foto: Stephan Eickershoff

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg   19-jähriger Hochfelder gab überraschend Überfälle auf Spielhalle und Supermarkt zu. Jugendschöffengericht gab ihm eine Bewährungschance

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Ein 19-jähriger Hochfelder wusste vor dem Amtsgericht zu überraschen: Er gab zu, zwischen Ende 2016 und Oktober 2017 mehrere Raubüberfälle begangen zu haben. Aufgrund des Geständnisses kam der Heranwachsende mit Bewährung davon.

Mit einem Mittäter hatte er am 28. Dezember 2016 eine Spielhalle an der Musfeldstraße überfallen. Eine Angestellte war von den maskierten Tätern mit einem Messer und einer Gaspistole bedroht worden und übergab 2700 Euro.

Insgesamt rund 8000 Euro erbeutet

Deutlich spektakulärer verlief ein Überfall auf einen Supermarkt an der Heerstraße am 17. Februar 2017: Drei Täter stürmten in das Geschäft, bedrohten Kassiererinnen und Kunden mit einer Schusswaffe und einer Eisenstange und erbeuteten 5300 Euro. Die Täter nahmen die Geldkassetten aus den Kassen komplett mit. Die leeren Behältnisse, eine Gaspistole und diverse Tatkleidung – daran reichlich DNA-Spuren der mutmaßlichen Räuber – waren später auf einem nahe gelegenen Hinterhof gefunden worden.

Bei einer dritten Tat hatte der Angeklagte am 9. Oktober 2017, wieder in Begleitung eines Komplizen, einem Gleichaltrigen ein Tablet abgenommen. Viel Widerstand leistete der Geschädigte allerdings nicht. Das ebenfalls als jugendlicher Intensivtäter geltende Opfer hatte wohl gewusst, was ihm in diesem Fall geblüht hätte.

Mittäter genannt

Der Angeklagte gab nicht nur seine eigenen Tatbeiträge zu, sondern nannte auch bislang unbekannt gebliebene Mittäter. „Er will reinen Tisch machen“, so der Verteidiger. „Es war der Freundeskreis. Da macht man halt mit“, beschrieb der 19-Jährige sein Motiv für die Raubüberfälle. „Aber das ist Vergangenheit.“

Angesichts des Verhaltens des jungen Mannes in der Hauptverhandlung ging das Jugendschöffengericht von einer deutlichen Einsicht und Reue des 19-Jährigen aus. Eine Jugendstrafe von zwei Jahren wurde zur Vorbewährung ausgesetzt. Das heißt, dass der junge Mann sich nun zunächst sechs Monate straffrei führen muss, bevor die Haftstrafe endgültig zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Die eigentliche Bewährungszeit von drei Jahren beginnt erst danach.

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