Schwarzarbeit

Gewerkschaft IG BAU fordert mehr Zoll-Kontrollen in Duisburg

Das Zollamt Duisburg habe im Kampf gegen Schwarzarbeit 2019 zu wenige Baufirmen kontrolliert, kritisiert die Gewerkschaft IG BAU.

Das Zollamt Duisburg habe im Kampf gegen Schwarzarbeit 2019 zu wenige Baufirmen kontrolliert, kritisiert die Gewerkschaft IG BAU.

Foto: IG BAU

Duisburg.  Zöllner haben 2019 nur einen kleinen Teil der 300 Baufirmen in Duisburg kontrolliert. Die IG BAU fordert mehr Einsätze gegen Schwarzarbeit.

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Im Kampf gegen Schwarzarbeit auf Baustellen fordert die IG BAU mehr Zoll-Kontrollen in Duisburg. Nach Informationen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt stattete der Duisburger Zoll im ersten Halbjahr 742 Firmen einen Besuch ab, etwa im Reinigungs-, Transport- und Gaststättengewerbe. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei die Zahl der Kontrollen um 9,7 Prozent zurückgegangen.

Nicht gezahlte Steuern und Sozialabgaben: 1,4 Millionen Euro Schaden

Obwohl die Zöllner einen Schwerpunkt auf die Branche legten, gerate nur ein kleiner Teil der 300 Baufirmen in der Stadt ins Visier der Beamten, kritisiert Karina Pfau. Die Bezirksvorsitzende der IG BAU Duisburg-Niederrhein verweist auf eine Statistik der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Im gesamten Bereich des Hauptzollamts Duisburg – er reicht von Essen bis nach Kleve und Straelen im äußersten Westen – wurden demnach zwischen Januar und Juni 151 Bauunternehmen kontrolliert. Dabei deckten die Beamten einen Schaden von rund 1,4 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Dies gehe aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Arbeitsmarktpolitikerin Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor, so die IG BAU.

„Das Ausmaß des Steuer- und Sozialbetrugs zeigt, wieviel kriminelle Energie bei einigen Firmen am Werk ist“, betont Gewerkschafterin Pfau. Leidtragende seien nicht nur geprellte Bauarbeiter und der Staat, sondern auch sauber wirtschaftende Unternehmen: Denn wer die Vorschriften umgehe, könne Bauvorhaben weitaus billiger anbieten als die Konkurrenz. Karina Pfau: „Hier hilft nur eine höhere Kontrolldichte durch den Zoll. Je größer die Gefahr, bei illegalen Praktiken erwischt zu werden, desto eher werden Firmen die Finger von Dumping-Angeboten lassen – und damit von Schwarzarbeit und Lohn-Drückerei.“ Ein entscheidendes Instrument, um einen fairen Wettbewerb und eineinheitliches Lohngefüge auf dem Bau zu sichern, seien die speziellen Mindestlöhne in der Branche, so die Gewerkschaft.

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