Mitmach-Aktion

Grüne sammeln mit Freiwilligen Müll nach dem Hochwasser

Auch Eva Hammer und Sohn Henry sammelten fleißig Müll am Rhein. 
 Foto: Christoph Wojtyczka / Funke Foto Services

Auch Eva Hammer und Sohn Henry sammelten fleißig Müll am Rhein. 
 Foto: Christoph Wojtyczka / Funke Foto Services

Duisburg.   Die Grünen haben zusammen mit einigen Freiwilligen bei einer Mitmach-Aktion jede Menge Müll am Rhein in Duisburg eingesammelt.

Das Hochwasser geht langsam zurück. Doch was zurückbleibt, ist eine Menge Müll. Den haben einige Freiwillige nun bei einer Mitmach-Aktion von Bündnis 90/Die Grünen beseitigt.

Sie ziehen die Handschuhe an, nehmen Greifzangen und Müllsäcke in die Hände und marschieren durch den Schlamm zum Rhein hinunter. „Sobald das Hochwasser weg ist, sieht man das große Müllproblem“, meint Birgit Beisheim, Vorsitzende der Grünen Duisburg.

Plastikflaschen und einen Hundeball

„Ich habe schon Plastikflaschen, einen Eimer und einen Hundeball gefunden“, erzählt Henry Hammer stolz. Der Achtjährige bückt sich fleißig, um jedes Plastikteil einzusammeln. Gar nicht so einfach, denn durch den Schlamm ist es ziemlich rutschig. Die optimale Ausrüstung mit Gummistiefel und Regenkleidung schützt Henry trotzdem nicht vor nassen Füßen. „Ich bin fast im Teich versunken“, sagt er lachend. Der Dreck an seiner Hose und Jacke stört ihn nicht. „Er ist gerne im Freien“, meint seine Mutter Eva Hammer.

Sie hat im Radio von der Aktion gehört und macht gerne mit: „So können auch die Bürger etwas für die Umwelt tun.“ Das findet auch Henry: „Es ist wichtig, dass wir Menschen auf die Umwelt achten.“ Carsten Weiss steht mit seinem gefüllten Müllsack daneben und ergänzt: „Das Nützliche kann mit Freizeit und Spaß verbunden werden.“

Der große Ansturm blieb aus

Der große Ansturm bei der Mitmach-Aktion blieb allerdings aus. „Wir sind trotzdem zufrieden. Es sind sogar zwei Familien, die nicht zur Partei gehören, gekommen“, meint Knut Beisheim, der soeben einen Schuh gefunden hat.

Langsam ziehen Wolken auf. Die Helfer lassen sich aber vom kalten Wind nicht von der Arbeit abhalten. An der Sammelstelle auf dem Parkplatz gibt es Tee und Kaffee zum Aufwärmen und einen kleinen Snack. Dahin läuft auch Anna von Spiczak mit einem vollen Müllsack. Sie hat vor allem viel Verpackungsmüll gefunden. „Die Sachen lassen sich auf ein nettes Picknick zurückführen“, sagt sie.

Jedes einzelne gefundene Plastikteil ist ein Erfolg für die Sammler. Denn das Plastik, das in die Meere gelangt, ist nicht nur für die Tiere gefährlich. Die kleinen Kunststoff-Teilchen landen auch im menschlichen Körper.

„Mit Vorträgen über die Gefahren erreichen wir nicht immer alle Menschen“, meint Beisheim. Besser seien Aktionen zum Mitmachen. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass mit dem Plastik nicht so achtlos umgegangen werden soll“, erklärt sie, „aber Plastik zu verbieten, ist nicht unser Ziel, denn ohne können wir ja auch nicht leben.“

>>AUSSTELLUNG NACH DER AKTION GEPLANT

Nach der Aktion wollen die Partei-Mitglieder auswerten, welche Sorten von Müll angeschwemmt wurden. Die Idee ist es, eine Ausstellung über die Müllansammlung zu machen.

„Wir haben mittlerweile fünf große Wirbel in den Strömungssystemen der Ozeane. Die Müllteppiche haben bereits die Größe eines Kontinents erreicht. Es wird geschätzt, dass das Sechsfache der jährlichen Plastikmüll-Produktion der EU in den Meeren landet,“ erklärt Dietmar Beckmann, Mitglied der Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl.

Weitere Infos zum Plastikverbrauch gibt es auf www.gruene-bundestag.de/umwelt

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