Hanau

Hanau: Link verurteilt Anschlag – Kritik von Antifa-Bündnis

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link hat zur Bluttat in Hanau auf seiner Facebookseite Stellung bezogen.

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link hat zur Bluttat in Hanau auf seiner Facebookseite Stellung bezogen.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Duisburg.  Duisburgs OB hat die Bluttat von Hanau klar verurteilt. Das Bündnis „Duisburg stellt sich quer“ kritisiert Link dennoch zum Teil aufs Schärfste.

Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link hat die Bluttat von Hanau klar verurteilt. Tobias R. hatte offenbar aus rassistischen Motiven mehrere Menschen in Shisha-Bars der hessischen Stadt erschossen. „Eine unfassbare Tat und sprachlos machendes Entsetzen, dass sowas in Deutschland 2020 passiert ist“, schrieb er am späten Donnerstagnachmittag auf seiner Facebookseite. „Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“

Er teilte einen Post von Sarah Philipp (SPD): „Der Feind steht rechts! Mit rassistischen Malbüchern fängt es an, mit tödlichen Schüssen auf Menschen geht es weiter. Wir müssen aufstehen gegen rechten Terror!“, so das ebenfalls deutliche und mit dem Hashtag #Gegenhalten“ versehene Statement der Landtagsabgeordneten.

Duisburgs OB: „Wir dürfen unser Land nicht rechten Demagogen und Extremisten überlassen!“

Dazu Link: „Sarah Philipp hat völlig recht: Wer rassistische und hetzerische Malbücher verteilt, bereitet den Boden und macht sich mitschuldig. Die Opfer von Hanau mahnen uns: wir dürfen unser Land nicht rechten Demagogen und Extremisten überlassen! Weder denen, die reden, noch denen die handeln.“

Sylvia Brennemann, Sprecherin des antifaschistischen Bündnisses „Duisburg stellt sich quer“, begrüßt auf Nachfrage der Redaktion das eindeutige Statement des Oberbürgermeisters zu den Morden von Hanau. Sie sagt aber auch: „Jetzt müssen seinen Worten Taten folgen.“

„Duisburg stellt sich quer“ macht Link zum Teil schwere Vorwürfe

Ihr Vorwurf: Der OB habe in der Vergangenheit mit seinen Aussagen und seiner Politik Ängste und Ressentiments gegenüber gewissen Bevölkerungsgruppen geschürt. Sie erinnert an Links Satz „Ich hätte gerne das Doppelte an Syrern, wenn ich dafür ein paar Osteuropäer abgeben könnte“ auf einer SPD-Flüchtlingskonferenz 2015 in Berlin.

Der OB habe zudem Stadtteile wie Marxloh, Bruckhausen und Hochfeld wiederholt in einem schlechten Licht erscheinen lassen. „Wenn aktuell über eine aggressive Grundstimmung in diesem Land geredet wird, dann hat Link mit seinen Aussagen dazu beigetragen“, so die heftige Kritik von Brennemann.

Antifaschistisches Bündnis ruft zu weiterer Demo auf

Bei der kurzfristig vom Bündnis organisierten Kundgebung am Donnerstagabend vor dem Forum in der Innenstadt waren zudem viele Stimmen laut geworden, die dem Staat vorwerfen, nicht hart genug gegen rechte Gefährder durchzugreifen. Für Samstag, 22. Februar, ruft „Duisburg stellt sich quer“ zu einer weiteren Demonstration auf. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Duisburger Hauptbahnhof.

Nach der Bluttat in Hanau hatte NRW-Innenminister Herbert Reul für Freitag, 21. Februar, Trauerbeflaggung für alle öffentlichen Dienstgebäude des Landes veranlasst. Entsprechend reagierte auch das Rathaus und die Polizei in Duisburg. Beim Prinzenfrühstück im Rathaus am Rosenmontag wird es laut eines Stadtsprechers eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer in Hanau geben.

Nach Angaben der Polizei sind Einsatzkräfte auf den Straßen aktuell besonders sensibilisiert. Aufgrund der Vielzahl der Moscheen und Shisha-Bars sei aber etwa im Gegensatz zur Stadt Essen kein gezielter Objektschutz möglich.

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