Comedy

Im Schnelldurchlauf durch 2019 mit „Onkel Fisch“ in Rumeln

Adrian Engels und Markus Riedinger führten ironisch bis sarkastisch im Kulturspielhaus durch das vergangene Jahr.

Adrian Engels und Markus Riedinger führten ironisch bis sarkastisch im Kulturspielhaus durch das vergangene Jahr.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen.  Das Comedy-Duo Onkel Fisch hat im Kulturspielhaus Rumeln die Weltpolitik in 90 Minuten zusammengefasst: von „Sense an der Themse“ bis Greta.

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In der Kurzdistanz glänzen sie regelmäßig, wenn sie im WDR-Radio bei „Zugabe Pur“ einen witzigen Wochenrückblick geben. Über die Langstrecke von mehr als 90 Minuten ging es bei ihrem „Jahresrückblick“, den Onkel Fisch im Kulturspielhaus Rumeln gleich zweimal am Wochenende im Schnellformat abspulten.

Aber Rumeln ist nicht Radio, also mussten sie auch an ihrer Raumaufteilung arbeiten. „Wenn Sie mal bei den Tagesthemen schauen, da ist in der Mitte der Kulisse immer ein Loch. Genau dieses Pult haben wir herausgesägt und hierhin mitgebracht“, lacht Adrian Engels. Scheinbar stimmt’s: „Das Nach Richten“ prangt neben der Weltkarte in großen Lettern auf dem Stehpult – und die 100 Zuschauer wissen jetzt, dass es ein ironischer bisweilen sarkastischer Abend wird.

Das Jahr 2019 startet mit dem Elysee-Vertrag

Unter dem Motto „Sense an der Themse“ schaltet sich immer wieder Markus Riedinger als Brexit-Reporter Rolf Sensemann-Eggebert aus London dazu. Von mindestens sechs „unverrückbaren Austrittsterminen der Briten“ kann er Stand jetzt berichten und konkludiert mit der Floskel: „Ich habe ein gutes Gefühl!“ So zappen sich die beiden Comedians chronologisch durch das Jahr, am Elysee-Vertrag, der im Januar in Aachen unterzeichnet wurde, mit den Worten vorbei: „Macron wollte sprinten, die Merkel hingegen Printen.“

Auf Kurzformeln bringen sie die Pointen, auch wenn es mal länger dauert, bis der Groschen fällt, etwa als ein NPD-Mann mit den Stimmen der CDU, SPD und FDP im hessischen Ort Altenstadt-Waldsiedlung im September zum Ortsvorsteher gewählt wurde. „Nur weil er als einziger E-Mails von den Kandidaten schreiben konnte. Wahrscheinlich ist so was in Altenstadt noch Neuland“, spielen Onkel Fisch geschickt mit Worten und weisen auf die Gefahren von Rechts hin.

Trump spielt die Hauptrolle im Kasperletheater

Daneben bieten die beiden Komödianten feinste Music-Comedy. Zu Klängen von „Die Roboter“ von Kraftwerk hüpfen Adrian Engels und Markus Riedinger im Querformat über die Bühne, machen aber daraus: „Wir fahren E-Scooter.“ In der Strophe heißt es: „Für uns gibt‘s nur noch grüne Wellen. Was sollen wir mit ‘nem Fahrradhelm?“ Als Quintessenz dieser Fahr-Lässigkeit landen beide im E-Rollstuhl. „So etwas würde Verkehrsminister Andreas Scheuer in seiner Vorbildfunktion niemals passieren, stattdessen wurde er aber zum Gespött der Leute auf den Werbeplakaten.“ Genauso verleiten Abkürzungen wie AKK für Annegret Kramp-Karrenbauer die beiden dazu, das Lied „MfG-Mit freundlichen Grüßen“ der Fantastischen Vier umzudichten.

Inzwischen sind sie im November angekommen und mit einem bitter-bösen Kasperlespiel zeichnen Onkel Fisch – auch für Kinder verständlich – Donald Trumps „Impeachment act“, also sein Amtsenthebungsverfahren, nach. Witzig dabei, wie die (Nancy) „Pelosizei“ darin auf den blonden Machthaber, dessen „Frisur an Architektur“ grenzt, eindrischt – bis am Ende die Puppenfigur „Greta“ (Thunberg), also nicht die Gretl, Trump ihre bittere Fratze zeigt.

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