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JU-Sauftour schlägt hohe Wellen in der CDU

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Duisburg. Die Vorwürfe rund um die angeblich in eine "Sauftour" ausgeartete Bildungsreise der Jungen Union schlagen hohe Wellen in der CDU. JU-Chef Brotzki und sein Stellvertreter Lewandowski seien bereits mehrfach negativ aufgefallen, hieß es.

Ein Teilnehmer der umstrittenen Bildungsfahrt gibt im Internet als Interessen "exzessive Partys" an und "Hotelzimmer auseinandernehmen". Bartosch Lewandowski, ein Teilnehmer der als Bildungsfahrt ausgewiesenen Sauftour der Jungen Union nach Berlin, ist in Duisburg für rüpelhaftes Verhalten bekannt. Auf seinem Internet-Profil bei StudiVZ gibt er als Interessen an: „Exzessive Partys, Hotelzimmer auseinandernehmen“. Genau das soll, wie die NRZ bereits vergangene Woche öffentlich gemacht hatte, in Berlin passiert sein: Die Duisburger sollen nur an zwei der Programmpunkte teilgenommen haben, sich Trinkgelage geliefert und eine Zimmertür im Hotel demoliert haben. Sogar die Polizei wurde gerufen. Zwei Teilnehmerinnen reisten mit dem Zug zurück, weil der JU-Fahrer zuvor alkoholisiert gefahren sein soll.

Bartosch Lewandowski, stellvertretender Chef der Duisburger Jungen Union, wurde bereits in einem Disziplinarverfahren der Jungen Union für eine tätliche Auseinandersetzung bei der Hauptversammlung der JU Duisburg-Süd im November 2008 verantwortlich gemacht.

Die Bildungsfahrt der Duisburger Jungen Union nach Berlin war bereits zwei Tage später Thema bei einer Sitzung des CDU-Kreisvorstandes. JU-Chef Jörg Brotzki hat in seinem Bericht die Vorwürfe zweier Teilnehmerinnen zurück gewiesen. Brotzki soll, so hieß es anschließend von Teilnehmern der Sitzung, glaubwürdig gewesen sein. Fazit: Junge Union und CDU wollten die Angelegenheit klein halten, schließlich „brauche man Ruhe in der Partei“. Dumm nur, dass die NRZ die Sauftour öffentlich gemacht hatte - und es nun mit der Ruhe vorbei ist.

Innerhalb der CDU und ihrer Jugendorganisation gibt es tiefe Zerwürfnisse. Verärgert ist ein Teil der CDU’ler und JU’ler darüber, dass die Truppe um JU-Chef Brotzki und seinem Stellvertreter Bartosch Lewandowski bereits öfters negativ aufgefallen ist. „Doch vom Kreisvorstand, insbesondere von CDU-Chef Thomas Mahlberg, erhielten sie stets Rückhalt“, so ein JU-Mitglied zur NRZ.

Wenigstens jetzt hat der Duisburger CDU-Vorstand reagiert: Kommenden Mittwoch gibt es unter Leitung der stellvertretenden CDU-Chefin Ulrike Bergmann Gespräche, an denen neben dem JU-Vorstandes auch die Teilnehmer der Berlin-Fahrt und die beiden Mädchen teilnehmen, die sich über die Vorkommnisse beschwert hatten.

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