Integration

Jugendliche Flüchtlinge bauen Möbel fürs Berufskolleg

Gemeinsam an einem Tisch: Die Schüler der internationalen Förderklasse haben in den letzten Monaten die Tische und Hocker am Bertolt-Brecht-Berufskolleg in Duisburg-Huckingen restauriert.

Gemeinsam an einem Tisch: Die Schüler der internationalen Förderklasse haben in den letzten Monaten die Tische und Hocker am Bertolt-Brecht-Berufskolleg in Duisburg-Huckingen restauriert.

Foto: Michael Dahlke / Funke Foto Services

Duisburg-Huckingen.  25 Schüler der internationalen Förderklassen des Bertolt-Brecht-Berufskollegs haben Möbel restauriert. Dadurch lernen sie Handwerk und Deutsch.

Marc Ginuth ist sichtlich stolz auf die Arbeit seiner Schüler. „Wenn es jetzt nicht die ganze Zeit geregnet hätte, dann könnten wir uns auch raus setzen.“ Denn endlich ist das am Bertolt-Brecht-Berufskolleg in Huckingen wieder möglich: 52 Hocker und 13 Tische auf dem Außengelände der Schule haben die Schüler der Internationalen Förderklassen in den letzten Monaten demontiert und anschließend restauriert.

„Das war ein Projekt von Schülern für Schüler“, sagt Marc Ginuth, Schulsozialarbeiter am Bertolt-Brecht-Berufskolleg. Regelmäßig bietet das Berufskolleg Projekte an, die in erster Linie drei Hauptziele verfolgen: die Berufsorientierung, die Sprachverbesserung und die Teamfähigkeit. So hat Marc Ginuth im letzten Jahr einen Schwimmkurs für Flüchtlinge organisiert, und nach den Herbstferien startet ein gemeinsames Sportprojekt für Schüler und Lehrer.

Ab November wird gemeinsam Basketball gespielt. „Uns geht es außerdem darum, dass sich die Schüler selbst etwas zutrauen und am Ende ein Ergebnis haben, auf das sie auch stolz sein können“, sagt der Schulsozialarbeiter. „Das stärkt das Selbstwertgefühl.“

Ein Projekt mit Kfz-Mechaniker und Kunstlehrerin

Bereits im April haben die 25 Schüler aus zwei Klassen mit den Arbeiten begonnen. „Das Projekt hat mehrere Monate gedauert, da die Schüler wirklich alles selbst machen mussten und in vielen Dingen erst einmal angelernt und angeleitet werden mussten“, sagt der Sozialarbeiter, der zusätzlich auch noch Kfz-Mechaniker ist und einen Übungsleiterschein besitzt. Nachdem Frank Sander, der Schulhausmeister, beim Immobilien Management Duisburg (IMD) das Holz besorgt hatte, konnte es losgehen. „Zunächst mussten die 247 Bretter grundiert, mit Dauerholzschutzlasur behandelt und anschließend noch passend gesägt werden“, sagt Ginuth, der bei dem Projekt von der Kunstlehrerin Judith Nowak unterstützt wurde.

„Es ging quasi damit los, dass die Mädels erst einmal ihre langen Haare zusammenbinden mussten, bevor die Akkuschrauber zum Einsatz kamen“, sagt Ginuth lachend. Hat es am Anfang noch mehrere Unterrichtsstunden gedauert, war gegen Ende ein Tisch mit vier Hockern in gut einer Schulstunde montiert. „Am Anfang waren wir wirklich langsam“, sagt der 19-Jährige Sadam Somqi, „aber mit der Zeit hat es immer besser geklappt.“ So gut sogar, dass sich Sadam durchaus vorstellen kann, nach der Schule eine Ausbildung zum Mechatroniker zu machen. „Mir hat die Arbeit auch sehr viel Spaß gemacht“, sagt die 16-jährige Nebie Hasan, „aber ich möchte doch lieber Kinderpflegerin werden.“

Das Projekt stärkt die Identifikation mit der Schule

„Für die Schüler der internationalen Förderklassen sind solche Projekte sehr wichtig“, sagt Marc Ginuth, der seit dreieinhalb Jahren in Huckingen tätig ist. „Während der Arbeit im Team sprechen die Jugendlichen Deutsch, sie lernen Fachbegriffe und handwerkliche Grundfertigkeiten. Außerdem freuen sie sich, dass sie etwas für ihre Mitschüler tun konnten. Das stärkt auch die Identifikation mit unserer Schule.“

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