Kampagne gegen Unfallflucht

Kampagne gegen Fahrerflucht in Duisburg zeigt Wirkung

Sie ziehen eine Bilanz zur Unfallflucht-Kampagne in Duisburg: Arndt Rother, Leiter der Verkehrsunfallprävention bei der Polizei Duisburg, Frank Müller, Leiter der Verkehrsinspektion 1 bei der Polizei Duisburg, sowie Ralf Smets und Alexander Auerswald, beide Ingenieure und Dekra-Unfallanalytiker.

Sie ziehen eine Bilanz zur Unfallflucht-Kampagne in Duisburg: Arndt Rother, Leiter der Verkehrsunfallprävention bei der Polizei Duisburg, Frank Müller, Leiter der Verkehrsinspektion 1 bei der Polizei Duisburg, sowie Ralf Smets und Alexander Auerswald, beide Ingenieure und Dekra-Unfallanalytiker.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Polizei Duisburg kämpft mit einer Kampagne gegen Unfallflucht und schärft das Unrechtsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer. Mit Erfolg.

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Es geht schnell: beim Einparken in Duisburg gegen einen anderen Wagen gestoßen oder in einer engen Straße einen Außenspiegel touchiert. Und dann nichts wie weg. Falsch! „Unfallflucht ist unfair“ – so lautet der Titel der landesweiten Polizeiaktion, mit der man im vergangenen Jahr auf das Problem aufmerksam machen wollte.

Bei der Abschlussveranstaltung der Aktion zog die Polizei bei der Dekra in Duisburg-Neumühl Bilanz. Über 3000 Unfallfluchten im Jahr bearbeiteten die Beamten in der Stadt im Jahr etwa. Tendenz bisher: steigend. Die Zahl ging auch 2019 bisher wieder nach oben, aber nicht mehr so stark.

Unfallflucht in Duisburg häufig an Möbelhäusern, Discountern und Baumärkten

„Die meisten Unfallorte an denen kleinere Schäden entstehen und die Unfallverursacher dann fliehen, sind Möbelhäuser, Discounter und Baumärkte“, weiß Polizeihauptkommissar Arndt Rother. Entsprechend wichtig sei es gewesen, für die Kampagne eben diese Geschäfte mit ins Boot zu holen. In den Läden lagen Flyer aus, die darüber informierten, dass ein Parkplatzrempler eben keine Kleinigkeit ist.

Plakate machten auf den Parkplätzen, etwa bei Ikea in Meiderich, darauf aufmerksam, dass man in jedem Fall die Polizei verständigen müsse. Oft führen schließlich schon leichte Zusammenstöße zu teueren Schäden. „Heute sind die meisten Fahrzeuge so gebaut, dass sie kaum noch über gummierte Stoßfänger verfügen, jeder Anstoß befindet sich sofort auf lackierten Flächen. Damit kostet ein kleiner Rempler schnell über 1000 Euro“, weiß Rother.

Von Oktober 2018 bis 2019 liegt der Anstieg bei lediglich drei Unfallfluchten mehr

Haben Unfallverursacher nicht den Mut, ihren Fehler zuzugeben und vor Ort zu bleiben, bleiben die Halter der beschädigten Autos auf den Kosten sitzen. Wird eine Unfallflucht allerdings beobachtet und gemeldet, hat das weitreichende Folgen. „Es droht eine saftige Geldstrafe, Höchststrafe kann ein dreijähriger Freiheitsentzug sein“, sagt Rother.

In den vergangenen Jahren wurden rund 40 Unfallfluchten mehr als im Vorjahr von den Beamten bearbeitet. Von Oktober 2018 bis 2019 liegt der Anstieg bei lediglich drei Fluchten mehr (Oktober 2018: 3181, Oktober 2019: 3184).

Die Kampagne habe mit Hinweisen Erfolg gehabt, findet die Polizei. Auch Zeugen haben es leichter gehabt im vergangenen Jahr: Wer einen Unfall sah, hatte die Möglichkeit, ausliegende Zetteln auszufüllen, um sich als Zeuge einzusetzen. Viele Partner der Kampagne wollen die Aktion fortführen. Ikea setzt etwa weiterhin auf Zeugenzettel und Plakate. Aldi startet die Aktion für das Weihnachtsgeschäft neu.

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