Jahresbilanz

Kampf gegen Müll: OB Link lobt Null-Toleranz-Aktionen

Einiger solcher wilder Müllkippen fanden die Einsatzkräfte bei ihren Schwerpunktaktionen in Hochfeld.

Einiger solcher wilder Müllkippen fanden die Einsatzkräfte bei ihren Schwerpunktaktionen in Hochfeld.

Foto: Marcel Sroka

Duisburg.   Kampf gegen Müll und Co. in den Duisburger Stadtteilen: OB Link zieht erfolgreiche Jahresbilanz. Fortsetzung folgt. Kritik kommt aus Hochfeld.

Sören Link spricht von einer eindrucksvollen Bilanz. Im vergangenen Jahr seien bei zwölf „Null-Toleranz-Aktionen“ in verschiedenen Stadtteilen viele Ordnungswidrigkeiten festgestellt und eine Menge Müll beseitigt worden. Dies zeige, so der Oberbürgermeister, „dass neben einer regelmäßigen Präsenz auch Schwerpunktaktionen zukünftig sinnvoll sind“.

Es geht um wilde Müllkippen, arglos weggeworfene Kaugummis, Zigarettenkippen oder auf Parkplätzen abgestellte Schrottfahrzeuge. Marxloh und Hochfeld waren 2017 drei Mal, Mittelmeiderich zwei Mal das Ziel der jeweils einwöchigen Einsätze, darüber hinaus auch Beeck/Beeckerwerth, Rheinhausen-Mitte, Wanheim/Wanheimerort sowie Ruhrort/Laar.

Die Wirtschaftsbetriebe mussten insgesamt 651 wilde Müllkippen beseitigen, was 120 Ordnungswidrigkeitsverfahren und in der Regel ein Bußgeld zur Folge hatte. Spitzenreiter 2017 war Hochfeld mit 128 wilden Müllkippen, von denen zum Vergleich bei der Februar-Aktion in Mittelmeiderich lediglich 25 entdeckt wurden.

Mehr soziale Kontrolle

Michael Willhardt vom Verein „Zukunftsstadtteil“ in Hochfeld hält wenig von solchen konzertierten Einzelaktionen. „Das hilft uns im Alltag kaum weiter“, so Willhardt. „Und auf der anderen Seite darf man ja nicht vergessen, dass die Stadt speziell bei uns die Gebührenschraube etwa für die Straßenreinigung angezogen hat. Wer im falschen Stadtteil wohnt, ist quasi selber schuld.“ Und trotzdem sei etwa der Zustand der Arkaden in Hochfeld miserabel. „Mir ist es ein völliges Rätsel, warum da seitens des Ordnungsamts so wenig gemacht wird.“ Gleichzeitig fordert Willhardt mehr soziale Kontrolle. „Die Anwohner müssen sich stärker verantwortlich fühlen.“

Das fängt zum Beispiel beim Wegwerfen von Zigarettenkippen oder Kaugummis an. Für solche kleineren Verstöße erteilte die Abfallaufsicht bei den Schwerpunktaktionen im Vorjahr insgesamt 150 Verwarngelder. Hinsichtlich der im öffentlichen Straßenraum abgestellten und abgemeldeten Schrottfahrzeuge wurde sie in 447 Fällen tätig.

Auch die verstärkten Präsenzstreifen des Außendienstes, oft gemeinsam mit der Polizei, haben sich laut Stadt mit 73 Verwarnungsgeldern und 140 meist wegen fehlender Umweltplaketten an Fahrzeugen eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren ausbezahlt.

Oberbürgermeister Sören Link verspricht: „Wir machen weiter.“ Die nächste einwöchige Schwerpunktaktion ist noch in diesem Monat in einem Stadtteil im Duisburger Westen geplant.

>>> DEUTLICH VERSTÄRKTE PRÄSENZ

Seit September 2016 mit der Auftaktaktion in Marxloh führt das Bürger- und Ordnungsamt in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Wirtschaftsbetrieben einmal im Monat in einem Stadtteil eine Null-Toleranz-Aktionswoche durch. Diese zeichnet sich durch eine deutlich verstärkte Präsenz der Einsatzkräfte aus, die der zunehmenden Müllproblematik den Kampf ansagen. Sie ahnden aber auch Ordnungswidrigkeiten wie nicht angeleinte Hunde, aggressives Betteln oder das Rauchen auf Kinderspielplätzen.

Von Seiten des Bürger- und Ordnungsamtes sind jeweils Mitarbeiter der Abfallaufsicht, des städtischen Außendienstes sowie der Verkehrsüberwachung an der Aktion beteiligt.

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