Newsblog

Darum hat Duisburgs neuer Riesen-Rat 102 statt 72 Sitze

Kommunalwahl: Kämmerer Martin Murrack und OB Sören Link (SPD) blicken kritisch auf die Ergebnisse aus Duisburg

Kommunalwahl: Kämmerer Martin Murrack und OB Sören Link (SPD) blicken kritisch auf die Ergebnisse aus Duisburg

Foto: Stefan Arend

Duisburg.  Schlechteste Nachkriegsergebnisse für SPD und CDU, beste für Grüne und AfD. Die Wahlbeteiligung sank trotz Briefwahl-Rekord erneut.

  • Die SPD Duisburg verliert fast zehn Prozentpunkte und erzielt wie die CDU ihr schlechtestes Ergebnis seit dem 2. Weltkrieg.
  • SPD/CDU hätten im neuen Riesen-Rat mit 54 von 102 Sitzen dennoch weiter die Mehrheit.
  • Da die SPD trotz ihrer Verluste 32 von 36 Wahlbezirke direkt gewinnt, wächst der Stadtrat durch viele Überhangmandate nochmals.
  • Die Wahlgewinner sind in Duisburg die Grünen und die AfD.
  • Obwohl etwa 68.000 Duisburger Briefwahl beantragt hatten, sank die Wahlbeteiligung nochmals weiter auf 39,15 Prozent.
  • Eine Übersicht mit den aktuellen Ergebnissen aus Duisburg finden Sie hier.
  • Grundsätzliche Fragen & Antworten sowie Informationen hatten wir vor der Wahl in dieser Übersicht zusammengestellt.

Kommunalwahl in Duisburg: So läuft der Wahl-Sonntag

2 Uhr: Dieser Artikel fasst die Ratswahl in Duisburg zusammen:

1.08 Uhr: Um den Integrationsrat in Duisburg hatte es in der Vergangenheit Wirbel gegeben. Die SPD holt im Verlauf der Auszählungen auf und gewinnt.

0.41 Uhr: Zur Verdeutlichung listen wir die Zahl der Sitze im neuen Riesen-Rat 2020 bis 2025 (102 Sitze) und dahinter in Klammern die Zahl der Sitze im alten Stadtrat (2014 bis 2020, 84 Sitze) auf:, in dem ein Mandat mehr Gewicht hatte.

  • SPD: 32 (34)
  • CDU: 22 (20)
  • Grüne: 19 (6)
  • AfD: 10 (3)
  • Linke: 6 (6)
  • FDP: 3 (2)
  • JUDU 3 (2)
  • Tierschutz: 2 (0)
  • DAL: 1 (1)
  • SGU: 1 (1)
  • Die PARTEI: 1 (0)

0.20 Uhr: Im Rat orientiert sich die Verteilung der Sitze grundsätzlich am Verhältnis der Stimmen einer Partei zur Anzahl aller abgegebenen Stimmen. Allerdings wird zunächst die Hälfte der 72 vorgesehenen Sitze anhand so genannter Direktmandate vergeben.

Am Wahlausgang 2014 lässt sich erklären, wie es zu Überhangmandaten und damit zur Aufstockung des Rates kommt. Damals fielen auf die SPD insgesamt 40,45 Prozent der Stimmen. Bei einer Ratsgröße von 72 Sitzen hätte das 29 Sitzen für die Sozialdemokraten entsprochen – die aber bereits 35 durch die Direktmandate geholt hatten. Damit alle gewählten Direktkandidaten ihre Mandate antreten können, gleichzeitig aber auch die Verteilung der Sitze den Stimmanteilen entspricht, wird das Gremium in diesem Fall also um so viele Sitze vergrößert, dass die prozentuale Verteilung wieder stimmt. Das hat für den neuen Rat so gravierende Folgen, weil die SPD einerseits über zehn Prozentpunkte verloren hat, andererseits aber wieder 32 der 36 Wahlbezirke direkt gewonnen hat. Das Ergebnis ist ein Riesen-Rat mit 102 Sitzen.

0.15 Uhr: Und dieses Gesamtergebnis hat es in sich. Demnach hat der neue Duisburger Stadtrat wegen zahlreicher Überhangmandate nämlich 102 Sitze, wächst also im Vergleich zur letzten Legislaturperiode nochmals deutlich an. Planmäßig sind es 72 Sitze, wegen der Überhangmandate nach der Ratswahl 2014 hatte der Stadtrat danach bereits 84 Sitze.

Wahlvorstände übermittelten Ergebnisse aus Stimmbezirken nicht

0.10 Uhr: Erst nach Mitternacht liegt das Gesamtergebnis für den Stadtrat vor. Die Wahlvorstände aus mehreren Stimmbezirken hatten die Ergebnisse nicht telefonisch übermittelt. Möglicherweise waren sie im städtischen Call-Center nicht durchgekommen. Letztlich sammelte das städtische Wahlteam die verschlossenen Koffer mit den Ergebnissen ein, um diese in den sogenannten „Vote Manager“ einzugeben. Um 0.10 Uhr lag dann das Gesamtergebnis vor. Hier ist es:

  • SPD 30,84
  • CDU 21,46
  • Grüne 17,71
  • AfD 9,29
  • Die Linke 5,53
  • FDP 3,10
  • Sonstige 12,07

23.45 Uhr: Nach dem schlechten Abschneiden der Linken erklärt Erkan Kocalar, bislang Bürgermeister und Direktkandidat für den Wahlkreis Neudorf-Süd, dass seine Partei das erhoffte Ergebnis leider nicht erreicht habe, sie sich aber dennoch weiterhin "für eine soziale und gerechte Stadtgesellschaft" einsetzen will. Die Linke bekam 5,5 Prozent der Stimmen und ist voraussichtlich mit vier Sitzen im Rat vertreten.

23.40 Uhr: Wir nähern uns der 24-Uhr-Marke. Folgende Wahlbezirke sind noch nicht vollständig ausgezählt: Alt-Walsum/Aldenrade-Süd/Fahrn-West, Röttgersbach, Obermeiderich, Wanheimerort-Ots/Wedau-Nord, Großenbaum/Rahm und Wanheim-Angerhausen

23.30 Uhr: Die Auszählungen befinden sich auf der Zielgeraden. 376 von 383 Ergebnissen liegen vor. Der Zwischenstand in Prozent:

  • SPD 30,82
  • CDU 21,49
  • Grüne 17,71
  • AfD 9,26
  • Die Linke 5,51
  • FDP 3,10
  • Sonstige 12,11

23.03 Uhr: In der Bezirksvertretung Mitte haben die Grünen künftig so viele Sitze wie die SPD. Acht Parteien sind in der BV vertreten

22.30 Uhr: Die kleinen Fraktionen und Gruppierungen in Duisburg haben ihre Wahlziele weitgehend verfehlt. Überraschung: „Die Partei“ holt einen Sitz im Rat.

22 Uhr: Historischer Erfolg für die Grünen. Drei Direktmandate für den Rat hat sich die Partei geholt. Auf der Wahlparty im Duisburger Innenhafen war die Stimmung dementsprechend gut.

21.42 Uhr: "Wir fühlen uns als Sieger der Wahl“, sagt AfD-Parteisprecher Alan Imamura. Die Partei hat vor allem im Norden Duisburgs gut abgeschnitten und wird mit sieben Sitzen im neuen Rat vertreten sein.

21.11 Uhr: Ein Blick auf die "kleineren" Parteien: Die Linken liegen bei 5,64 Prozent, die FDP bei 3,12 Prozent, Junges Duisburg (JUDU) bei 2,97 Prozent, Die Partei bei 1,18 Prozent und die DAL bei 1,14 Prozent.

21.05 Uhr: Ein Trost für die SPD: Ihre Kandidaten holen 31 von 36 Direktmandaten.

20.40 Uhr: Und da folgt auch schon das zweite Direktmandat für die Grünen durch Parisa Najafi Tonekaboni (Altstadt-Ost/Dellviertel-Ost).

20.33 Uhr: Felix Lütke hat das erste Direktmandat in der Geschichte der Grünen in Duisburg geholt. Er erklärt auf der Wahlparty der Partei am Sonntagabend: "Sollte die Groko weitermachen wollen, dann werden wir sie treiben. Wir haben ein klares Mandat der Duisburger."

20.30: Die SPD (-9,8 %) und die CDU (-3,5 %) haben im Vergleich zur Ratswahl 2014 verloren. Die Grünen (+10,6) und die AfD (+4,3) legen Stand 20.30 Uhr deutlich zu.

20.28 Uhr: Im Duisburger Süden ziehen nach Auszählung von gut der Hälfte der Stimmbezirke zwei Parteien neu in die Bezirksvertretung ein: Die AfD (8,40 Prozent) und die FDP (3,46). Die SPD (33,95) verliert ein Viertel ihrer Wähler, trotzdem wird sie stärkste Kraft. Wahlsieger sind die Grünen: Sie verdreifachen ihren Stimmenanteil und kommen auf 21,12 Prozent.

20.27 Uhr: Im Duisburger Norden wird die SPD wohl alle Direktmandate für den Rat der Stadt erhalten - im Gegensatz zu einigen anderen Wahlbezirken, in denen das Rennen noch offen ist, führen die Sozialdemokraten nördlich der Ruhr meist deutlich. Lediglich in Alt-Hamborn ist es eng: Hier führt die SPD aktuell mit 24,93 Prozent der Stimmen nur knapp vor der CDU mit 23,55 Prozent.

20.25 Uhr: Noch eine Stimme aus dem glücklichen Grünen-Lager: "Wir freuen uns vor allem über die Direktmandate, das ist schon historisch zu nennen", sagt Birgit Beisheim.

20.15 Uhr: 248 von 383 Wahlbezirken sind in Duisburg bislang ausgezählt. Die Ergebnisse in Prozent:

  • SPD 30,93
  • CDU 20,90
  • Grüne 17,95
  • AfD 10,19
  • Linke 5,85
  • FDP 3,11
  • Sonstige 11,04

20.07 Uhr: Hier eine ausführliche Stellungnahme von OB Sören Link (SPD): "Sieger sehen anders aus. Aber ich freue mich, dass wir vorne liegen. Gegen die SPD kann keine Mehrheit gebildet werden. Aber es ist nicht das Ergebnis, das ich mir gewünscht habe. Ob wir mit der CDU weitermachen, müssen wir abwarten. Das starke Abschneiden der AfD macht mich betroffen."

19.55 Uhr: Bisher haben SPD und CDU in der Bezirksvertretung Mitte koaliert. Die SPD kam 2014 im Bereich Mitte auf 35,6 Prozent der Stimmen, die CDU erreichte 23,9 Prozent. 17 Mitglieder zählt die Bezirksvertretung. Die Politiker kümmern sich um Themen, die nah am Bürger sein sollen und die Stadtteile Neudorf, Duissern, Kaßlerfeld, Neuenkamp, Hochfeld, Wanheimerort und die Innenstadt betreffen. Nach jetzigen Hochrechnungen würde die SPD einen Sitz abgeben und mit fünf Mandaten vertreten sein. Die Grünen kämen auf vier Sitze und würden die Anzahl verdoppeln. Die CDU würde nur noch drei statt vier Bezirkspolitiker stellen. Die restliche Aufteilung (Stand 19.49 Uhr): 2 Linke, 2 AfD, 1 Junges Duisburg, 1 FDP, 1 Die PARTEI. Bei dieser Berechnung wurde die Gesamtzahl der Sitze von 17 auf 18 aufgestockt

19.45 Uhr: Thomas Mahlberg (CDU) findet mit Blick auf die Ergebnisse, dass es ein Nachteil für die CDU gewesen sei, dass es keine OB-Wahl in Duisburg gab.

19.44 Uhr: Grünen-Spitzenkandidatin Anna von Spiczak freut sich über den starken Zuwachs: „Wir sind sehr zufrieden. Wir werden unser Ergebnis wohl verdoppeln und vielleicht auch einige Direktmandate holen.“

19.32 Uhr: Im Duisburger Westen ist die SPD Stand 19.30 Uhr die stärkste Kraft. In Rheinhausen-Mitte holt sie 38,65 Prozent, in Rumeln-Kaldenhausen 33,61 Prozent, in Friemersheim 31,47 Prozent. In Baerl sind es noch 29,64 Prozent, hier hat die CDU 28,35 Prozent geholt. Die Grünen haben mit über 18 Prozent in Friemersheim und Hochemmerich besonders viele Stimmen geholt. Die AfD steht aktuell bei über 14 Prozent in Alt-Homberg-Süd und Hochemmerich-Nord.

19.30: Die Landtagsabgeordnete Sarah Philipp ordnet das SPD-Ergebnis ein: „Das Ergebnis ist besser als bei der Europawahl, obwohl die Verluste im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 nicht schön sind.“

Die Duisburgerin und Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken sagt: „Die Unzufriedenen haben ein Zeichen gesetzt gegen die etablierten Parteien. Am Ende wird eine arbeitsfähige Mehrheit im Rat stehen.

19.25 Uhr: In der Bezirksvertretung Mitte legen die Grünen deutlich zu und hängen die Christdemokraten ab. Nach 23 von 91 ausgezählten Stimmbezirken, kommen die Grünen auf 22,11 Prozent der Stimmen. Die SPD „führt“ mit 27,86 Prozent. Die CDU erhielt bisher (Stand 19.20 Uhr) 13,62 Prozent. Die Linke konnte sich deutlich steigern: 11,26 (gegenüber 6,85 bei der Wahl 2014). Interessant sind die „Sonstigen“, zu denen etwa die AfD (9,4 Prozent), Junges Duisburg (2,9 Prozent), SGU (1,66) und Die PARTEI (3,8 Prozent) zählen. Damit liegen die Satiriker im Bezirk Mitte noch vor der FDP, die aktuell 2,59 Prozent erhält.

19.15: Nachdem ein Drittel der Stimmen ausgezählt ist, gibt es ein erstes Statement von OB Sören Link. Er sagt: „Zwei Balken machen mir im Diagramm Sorgen – der der SPD und der der AfD“.

19.10 Uhr: Besonders rund um die Universität legen die Grünen bislang ein starkes Ergebnis hin: Sie liegen in Neudorf-Süd, Neudorf-Nord, Duissern und der Altstadt vorn.

19.05 Uhr: Im Duisburger Süden gibt es nach Auszählung der ersten Stimmbezirke (neun von 61) zwei Gewinner und einen eindeutigen Verlierer: Die Grünen können ihr Ergebnis im Vergleich zur vergangenen Kommunalwahl verdoppeln. Die AfD, die 2014 noch unter „Sonstige“ firmierte, erreicht 10,45 Prozent. Der CDU stürzt ab: Ihr hat ein Drittel ihrer Wähler den Rücken gekehrt.

19 Uhr: Ein erster Blick auf Details: Die Grünen sind bislang die Gewinner in zwei Wahlbezirken (Neudorf-Süd und Dellviertel). Die CDU steht in Alt-Hamborn und Mündelheim/Hüttenheim/Huckingen-Süd bislang an der Spitze.

18.57 Uhr: Der SPD-Spitzenkandidat Bruno Sagurna erklärt zum Abschneiden der AfD: D „Das Ergebnis der AfD ist erschreckend.“

18.52 Uhr: Die AfD erhält bislang in Hamborn besonders viele Stimmen. Nachdem die ersten Stimmbezirke ausgezählt sind, liegt sie bei der Ratswahl bei 18,23 Prozent, bei der Wahl der Bezirksvertretung sogar bei 21,44 Prozent.

Dagegen drohen SPD und CDU in der Bezirksvertretung Hamborn viele Plätze zu verlieren. Die Ergebnisse aus neun von 49 Stimmbezirken liegen vor; dabei erreicht die SPD 32,87 Prozent, die CDU nur 15,78. Bei der bislang letzten Kommunalwahl 2014 waren es noch 42,58 bzw. 22,09 Prozent.

18.50 Uhr: „Das ist der Hammer. Ein sensationelles Ergebnis für uns Grüne in NRW, das beste Kommunalwahlergebnis in unserer Geschichte. Ich bin heute einfach glücklich“, schreibt der Grünen-Landesvorsitzende Felix Banaszak. Seinen Facebook-Post garniert der Duisburger noch mit Herzchen.

18.46 Uhr: 72 von 383 Wahlbezirken sind bislang ausgezählt. Die Hochrechnung in Prozent:

SPD 32,77

CDU 17,48

Grüne 14,40

Linke 7,66

AfD 13,05

FDP 2,68

Sonstige 11,96 18.40 Uhr: Im Rathaus sind betretene Gesichter bei den großen Parteien zu beobachten. Die Stimmen von 36.377 Wahlberechtigten sind bislang ausgezählt.

18.30 Uhr: Die ersten Ergebnisse aus den Wahlbezirken kommen aktuell rein. Die Tendenzen: SPD (35,4 %) und CDU (14,9 %) verlieren deutlich. AfD (15,8 %) und Grüne (12,7 %) legen deutlich zu. 15 von 383 Stimmbezirken sind bislang ausgezählt.

18.15 Uhr: Wahlleiter Martin Murrack hat sich nach Schließung der Wahllokale geäußert: „Es war ein ereignisreicher Tag, die Stimmung in den Wahllokalen war gut, die Organisation hatten wir ganz gut im Griff. Es gab an drei Stellen Probleme, zwei Hausmeister haben verschlafen, und bei einem Wahllokal wurde ein Bus-Shuttle eingerichtet.“

18 Uhr: Wie läuft der Tag in einem Wahllokal ab? Für diesen Text haben wir einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

17.30 Uhr: „Ich wage jetzt die Prognose, dass wir leicht über der Wahlbeteiligung von 2014 liegen werden“, sagt Ralph Cervik, Leiter der Stabsstelle Wahlen. Bei den Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 lag die Wahlbeteiligung in Duisburg bei mageren 40,45 Prozent (NRW-weit: 50,0 %) – Duisburger Negativ-Rekord.

Heute lag die Beteiligung um 17 Uhr bei 36,51 Prozent. Der Vergleichswert vom 25. Mai 2014, 17 Uhr: 35,47 Prozent. Die Differenz ist also nicht mehr so groß wie um 16 Uhr.

Cervik ist vor allem gespannt, wie viele der 68.000 Duisburger, die Briefwahl beantragt haben, tatsächlich votiert haben. 2014 waren es final exakt 35.435 Briefwahl-Stimmen; das waren 24 Prozent der abgegeben Stimmen.

Wegen des erwartet höheren Briefwahl-Anteils hatte die Stadt die Zahl der Briefwahlbezirke von 57 auf 60 erhöht. Die Auszählung wird erstmalig auf einen Standort konzentriert. Alle Briefwahl-Stimmen werden am Abend ab 18 Uhr in der Gesamtschule Süd ausgezählt.

17 Uhr: Zum Wählen bitte hier entlang: Pfeile weisen den Wählern in der Gesamtschule an der Falkstraße den Weg. Mit Klebestreifen haben die Helfer im Wahllokal Abstände markiert. Im Eingangsbereich stehen Desinfektionsmittel und Masken bereit, „doch zum Glück halten sich alle an die Maskenregel“, sagt Wahlvorstand Dr. Jens Luge erleichtert. Für den Fall, dass ein Verweigerer kommt, sind er und seine Kollegen vorbereitet: „Dann müssen alle anderen, bis auf die Wahlhelfer, den Raum verlassen.“

Einige Masken stehen aber auch für Leute, die ihre vergessen haben, bereit. Zur Wahlbeteiligung in Duissern sagt Luge: „Es plätschert. Die Älteren kommen bis zum frühen Nachmittag, die Jüngeren sind später dran“, weiß Wahlvorstand Luge. Und nicht nur beim Einkaufen gibt es die „auf den letzten Drücker-Kunden“. Bis 18 Uhr dürfte an der Falkstraße also noch einiges los sein.

Wahlamtsleiter Cervik: Keine Probleme durch Corona-Regeln

16 Uhr: Die Wahlbeteiligung lag in Duisburg auch um 16 Uhr leicht über der von 2014. „Etwa 1,8 Prozentpunkte drüber“, sagt Ralph Cervik. Die deutlich höhere Briefwahlbeteiligung hat der Wahlamtsleiter bei diesem Vergleich bereits berücksichtigt.

Weitere Probleme in Wahllokalen wie am Morgen in Buchholz und Rheinhausen habe er nicht mehr gemeldet bekommen, sagt Cervik. Er habe bei seiner Rundfahrt durch die Stadt auch keine besonders langen Warteschlangen vor den Wahllokalen gesehen, „nur den üblichen verstärkten Zulauf vor und nach dem Mittagessen. Aber man merkt, dass die Briefwahl intensiv genutzt wurde. Es ist ein ruhiges Wahlgeschehen.“ Die Beteiligung sei dennoch „wirklich okay“.

Auch Probleme durch die Infektionsschutzregeln seien ihm nicht bekannt, sagt Cervik: „Die Maskenpflicht wird eingehalten, und viele Wähler haben ihre Stifte mitgebracht.“ Gleichwohl seien die Wahlhelfer auch mit ausreichend „Duisburg ist echt“-Stiften ausgestattet worden.

Wahlbeteiligung 2014 auf historischem Tief

14.30 Uhr: Um 12 Uhr lag die Wahlbeteiligung in Duisburg bei 24,39 Prozent, berichtet Ralph Cervik, Leiter der Stabsstelle Wahlen. Allerdings wurde der Briefwahl-Rekord in dieser Rechnung als Sockel von 15 Prozent Wahlbeteiligung bereits berücksichtigt. 2014 waren die Briefwähler in diese Hochrechnungen der Stabsstelle nur mit 9,7 Prozent eingerechnet worden.

Trotz dieses „Briefwahl-Vorsprungs“ lag die Wahlbeteiligung also um 12 Uhr nur zwei Prozentpunkte über der bei den Kommunalwahlen 2014 um 12 Uhr – was für eine geringe Beteiligung am heutigen Wahl-Sonntag spricht.

Bei den Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 lag die Wahlbeteiligung in Duisburg bei mageren 40,45 Prozent, (NRW-weit: 50,0 %), was einem historischen Tiefststand entsprach (2009: 45,7 Prozent in Duisburg; NRW-weit: 51,9 %). Dabei waren die Wählerinnen und Wähler im Mai 2014 auch zur Europawahl aufgerufen. Auf kommunaler Ebene stimmten sie damals über die Besetzung von Stadtrat und Bezirksvertretungen ab, der Oberbürgermeister jedoch stand damals – wie heute – nicht zur Wahl. Denn OB Sören Link (SPD) ist bis 2025 gewählt, da er sich 2017 am Tag der Bundestagswahl vorzeitig dem Votum der Duisburger stellte (und mit 56,88 % siegte).

Rekord: Etwa 68.000 Briefwahlanträge in Duisburg

14 Uhr: Bis Samstag, 12 Uhr, sind etwa 68.000 Briefwahleinträge bei der Stadt eingegangen. 2014 waren es am Ende 39.618.

Viele Wähler hatten, auch unserer Redaktion, berichtet, dass sie ihre Briefwahlunterlagen zwar rechtzeitig beantragt hatten, aber nicht erhalten haben.

Wahllokal in Buchholz: Turnhalle verschlossen, Wahl nicht vorbereitet

13 Uhr: Und noch eine Panne: Die Wähler, die am Sonntagmorgen in der Grundschule an der Lüderitzallee in Buchholz ihre Kreuzchen machen wollten, mussten bis nach 9 Uhr warten, ehe sie abstimmen konnten. Das haben betroffene Wähler unserer Redaktion berichtet. Die Turnhalle, in der die Urnen für drei Stimmbezirke aufgebaut sein sollten, war verschlossen. Ein eilig herbeigerufener Schlüsseldienst musste die Turnhalle aufbrechen, weil der Hausmeister nicht zu erreichen war.

Ralph Cervik, Leiter der Stabsstelle Wahlen, hat den Vorfall bestätigt. Auch Räume der Schule mussten aufgebrochen werden, weil die Möbel und die Desinfektionsmittel dort gelagert und nicht in der Turnhalle aufgebaut waren. „Die Turnhalle war nicht vorbereitet“, sagte Cervik. Damit beauftragt war das städtische Tochterunternehmen Octeo. „Die Wähler haben sehr verständnisvoll reagiert“, berichtete Cervik. Einige hätten gewartet, andere seien später am Tag zurückgekehrt.

Stadt druckt falsche Adresse auf Wahlbenachrichtigungen

11 Uhr: Der Stadtverwaltung ist bei einigen Wahlbenachrichtigungen ein Fehler unterlaufen: Auf dem Schreiben an 1913 Wähler aus Rheinhausen ist ein falscher Ort abgedruckt worden.

Statt im Haus der Jugend müssen die Betroffenen ihre Stimme im Willy-Brandt-Berufskolleg an der Krefelder Straße 92 abgeben.

Die Stadt hat zwischen dem Haus der Jugend und dem Berufskolleg darum kurzfristig einen Bus-Shuttle-Service eingerichtet und sagt: „Wir entschuldigen uns für dieses Versehen und bitten auch hier noch einmal alle wahlberechtigten Duisburgerinnen und Duisburger, ihre Stimme abzugeben.“

Update, 8.05 Uhr: Die aktuellen Ergebnisse aus Duisburg finden Sie am Wahlabend auch an dieser Stelle.

[Übrigens: Kennen Sie unseren Newsletter mit Nachrichten aus Duisburg? Jeden Abend versorgen wir Sie darin mit den aktuellsten Nachrichten aus der Stadt. Den Duisburg-Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen.]

Update, 8.00 Uhr: Die Wahllokale sind geöffnet. Bis 18 Uhr sind die Duisburgerinnen und Duisburger aufgerufen, einen neuen Stadtrat zu wählen. Außerdem werden die sieben Bezirksvertretungen Walsum, Hamborn, Meiderich/Beeck, Homberg/Ruhrort/Baerl, Duisburg-Mitte, Rheinhausen und Duisburg-Süd neu gewählt. Eine Premiere gibt es bei den Wahlen in diesem Jahr auch: Erstmals wird das Ruhrparlament in Direktwahl gewählt. Menschen mit Migrationshintergrund wählen zudem den Integrationsrat. Der Oberbürgermeister steht in Duisburg nicht zur Wahl. Amtsinhaber Sören Link (SPD) ist bis 2025 gewählt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben