Lit.Ruhr

Lit.Ruhr in Duisburg startet amüsant mit Wladimir Kaminer

Wladimir Kaminer brachte sein Publikum im Gramatikoff zum Lachen.

Foto: Fabian Strauch

Wladimir Kaminer brachte sein Publikum im Gramatikoff zum Lachen. Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Wladimir Kaminer, Schriftsteller und Berufsrusse, hat im Grammatikoff die Lit.Ruhr eröffnet. Seiner Frau ist das neueste Buch gewidmet.

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Die Erstauflage der Lit.Ruhr startet amüsant. Wladimir Kaminer, Schriftsteller und Berufsrusse, war zu Gast im Grammatikoff, um seiner Frau Olga eine Liebeserklärung zu machen. In „Einige Dinge, die ich über meine Frau weiß“, schildert er einige lustige Szenen. Zuletzt war er in Duisburg, als die Familie noch einen Schrebergarten hatte – zumindest können sich daran noch einige Duisburger erinnern. Inzwischen besitzt die Familie ein Haus samt großem Garten in Brandenburg.

Olga hat einen grünen Daumen

Olga hat einen grünen Daumen und die Pflanzen fühlen sich in ihrer Gegenwart sehr wohl. So kommt es, dass Olga Kaminer gerne einige Pflanzen nach Brandenburg einschleppt. So riss sie zum Beispiel im brasilianischen Dschungel eine Liane ab, die sich seitdem in sämtlichen Gärten Brandenburgs verbreitet. Im Schloss Bellevue wollte Olga ebenfalls eine Blume mitgehen lassen. „Herr Medwedew, der Stuhlwarmhalter von Putin, sollte sprechen, allerdings war das Mikrofon zu hoch eingestellt.“ Olgas Idee war, die Blume aus einem Keramiktopf zu nehmen, Medwedew das Porzellan als Fußbank unterzuschieben – und die Pflanze mit nach Hause zu nehmen.

Das Protokoll fand den Plan doch nicht so toll – seitdem werden die Kaminers nicht mehr eingeladen. Wohl aber zur Berlinale. Zu diesem Anlass besorgte sich Kaminer einen Lars-von-Trier-Film bei einem russischen Filmanbieter. „Da gibt’s die Streifen schon vor dem eigentlichen Erscheinungstermin, manchmal sieht man aber Hinterköpfe.“ Charlotte Gainsbourg war in dem Film blond, der Inhalt sehr erotisch und es kam eine Oma vor – aber das verwunderte Kaminer nicht weiter. Beim Berlinale-Smalltalk stellte sich allerdings heraus, dass die Russen nicht etwa das Original von Lars von Trier ins Netz gestellt hatten, sondern einen schnöden Porno unter gleichem Namen.

Kaminer ist nicht nur ein guter Beobachter skurriler Situationen, sondern auch ein politischer Kommentator. In „Goodbye Moskau“ äußert er sich zur Lage Russlands, wo früher die Nudeln im Kaliber 7,6 hergestellt wurden. Neulich war er zu einer Lesung auf einem Kreuzfahrtschiff eingeladen. „Normalerweise gehen die Gäste nach einer Lesung nach Hause. Diese dauerte 14 Tage.“ In Griechenland wurde dem Paar dann beim Landgang Pelzprodukte angeboten – von ausgewanderten Ukrainern und Russen, die außerdem die modernen Götter als Fotomotiv spielen. Die Reisegeschichten erscheinen bald im nächsten Buch.

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