Inklusion

Modelabel aus Duisburg ist für Bundespreis nominiert

Grund zur Freude haben nicht nur die Models der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung, sondern auch alle anderen, die an der Produktion des erfolgreichen Modelabels „esthétique“ beteiligt sind.

Grund zur Freude haben nicht nur die Models der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung, sondern auch alle anderen, die an der Produktion des erfolgreichen Modelabels „esthétique“ beteiligt sind.

Foto: Wfbm

Duisburg.   Das „esthétique“-Projekt der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung ist für den Ecodesign-Preis des Bundesumweltministeriums nominiert

Ungebremst geht die Erfolgsgeschichte weiter, die die Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung (Wfbm) mit ihrem eigenen Modelabel „esthétique“ begonnen hat. Anfang dieses Jahres erhielt die Wfbm für ihre Präsentation der ersten Kollektion den German Design Award Special. Mitte des Jahres gab es erneut Grund zum Jubeln: Die Werkstatt wurde für ihren Mut, ungewöhnliche Wege zu gehen, wie etwa mit der eigenen Modelinie, als eines der Top 100 innovativsten mittelständischen Unternehmen in Deutschland ausgezeichnet. Und jetzt können alle Beteiligten ein weiteres Kapitel hinzufügen. Denn nun ist das Projekt, das hinter „esthétique“ steht, nominiert für den Bundespreis Ecodesign 2017. Das ist die höchste staatliche Auszeichnung für ökologisches Design in Deutschland, die Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt vergeben.

Anerkennung des nachhaltigen Konzeptes

Von 324 Beiträgen, die zum diesjährigen Wettbewerb eingereicht worden sind, befand eine interdisziplinäre Jury nur 20 für preiswürdig und nominierte sie für vier Wettbewerbskategorien. Die Duisburger Wfbm tritt nun in der Kategorie Konzept gegen drei Konkurrenten an. Auch wenn damit der Preis, der am 27. November in Berlin verliehen wird, noch nicht gewonnen ist, so ist allein die Nominierung schon ein Pfund, mit dem Werkstatt künftig wuchern kann.

Nicht nur Roselyne Rogg, die Geschäftsführerin der Werkstatt, auch Projektleiterin Jutta Lütke Vestert ist „total glücklich“ über diese Nominierung. „Das ist ein Bundespreis, das hat natürlich eine besondere Bedeutung für uns. Aber es ist auch ein Wettbewerb, bei dem die Jury mehr auf die Produktionsbedingungen und die Nachhaltigkeit der Produkte sieht“, erklärt Jutta Lütke Vestert. Gerade das sei für die Werkstatt und ihre Mitarbeiter sehr wichtig.

Nachfrage ist stetig gewachsen

„Die Begeisterung für unsere Geschichte, dass Menschen mit Behinderung zu Designern, Models und Schneidern werden, die ihr eigenes Label produzieren, ist enorm groß“, sagt die Projektleiterin. „Aber uns geht es ja nicht allein um Mode, sondern wir treiben die faire Produktion voran mit den Stoffen, die wir verwenden, und esthétique lädt auch dazu ein, über Nachhaltigkeit nachzudenken.“ Die Nominierung für den Ecodesign-Preis wertet Jutta Lütke Vestert als Anerkennung dieses Konzeptes. Vielleicht mündet die am Ende tatsächlich in dem begehrten Preis.

Das würde dem noch relativ jungen Label noch mal ordentlich Rückenwind verschaffen. Andererseits kann sich die Duisburger Werkstatt auch jetzt schon nicht über mangelnde Nachfrage für ihre „esthétique“-Kollektion beklagen. „Wir erhalten großartige Rückmeldungen. Man bekommt das Gefühl, das Kunden und Wiederverkäufer auf uns gewartet haben“, freut sich Roselyne Rogg.

Kollektion bald auf dem niederländischen Markt

Das führt dazu, dass die Mode made in Duisburg inzwischen nicht nur in Berlin, Hamburg, Köln erhältlich ist, sondern nun auch von Läden in München, Leipzig, Erlangen und Potsdam verkauft wird. Und 2018 überschreitet „esthétique“ die Grenze zum Nachbarland. Jutta Lütke Vestert: „Wir freuen uns, den Markt zu erobern. Ein Shop aus dem niederländischem Deventer hat bereits Stücke aus der Kollektion für 2018 bestellt. Zudem stehen wir in Kontakt mit Läden in Amsterdam.“

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