Einblicke

MSV Duisburg: So sieht der neue Mannschaftsbus von innen aus

Der neue Mannschaftsbus des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg vor der Arena.

Der neue Mannschaftsbus des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg vor der Arena.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  In der 3. Liga reist der MSV Duisburg zu allen Auswärtsspielen mit dem Bus an. Das neue Gefährt hat einige Extras für die Profis parat.

Exakt 534 Kilometer war der MSV Duisburg zu seinem letzten Drittliga-Auswärtsspiel beim Chemnitzer FC unterwegs. Sechs Stunden saßen Moritz Stoppelkamp und Co. für eine Strecke im Mannschaftsbus. „Wir fahren in der dritten Liga zu allen Auswärtsspielen mit dem Bus“, erklärt Pressesprecher Martin Haltermann. 6000 Kilometer stehen bis Weihnachten noch auf dem Programm. Bei Partien in Ingolstadt, Rostock oder etwa Jena kommt einiges an Fahrzeit auf die Spieler und das Team um das Team zu. Um es den Profis so angenehm wie möglich zu machen, hat der neue Mannschaftsbus einige Extras. Die Busfahrer Martin Kuppers und Frank Wisniewski erzählen auch, wie sich die Kicker auf den Auswärtsfahrten die Zeit vertreiben.

Seit dieser Saison rollen die „Zebras“ mit dem neuen Gefährt über die Straße. Außen prangt auf dem blauen Bus das Stadtwappen. Unternehmer Ralf Pape hat das Fahrzeug gesponsert. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Dafür gibt es exklusive Einblicke ins Innere: Das Design ist schlicht gehalten, schicke dunke Ledersitze reihen sich in jeweils zwei Zweier-Reihen aneinander. Ganz hinten gibt es zwei Vierer-Sitze mit Tischen in der Mitte. Für 30 Mann ist Platz. „Jeder hat eigentlich seinen festen Sitzplatz“, erklärt Frank Wisniewski. Klar ist: Die erste Reihe gehört dem Trainerteam um Chefcoach Torsten Lieberknecht.

MSV auf Auswärtsfahrten: So vertreiben die Spieler sich die Zeit

Ein praktisches Detail: Zu jedem Sitz gehört ein Tisch, der aber auch leicht zur Fußbank umfunktioniert werden kann. So wird der Sitz schnell zur Liege. „Natürlich würden die Spieler lieber fliegen. In der dritten Liga ist Busfahren aber aus Kostengründen normal. Wir wollen ihnen die Zeit im Bus aber so angenehm wie möglich machen, denn am Spieltag sollen die Beine frisch sein“, sagt Haltermann.

Und wie vertreiben die Spieler sich auf den Auswärtsfahrten die Zeit? „Die schlafen, spielen Gesellschaftsspiele, lesen oder schauen Filme“, erzählt Busfahrer Wisniewski. Die Studenten unter den Profis nutzen die Zeit auch, um zu lernen. Damit Laptops und Smartphones immer genug Saft haben, ist jeder Sitz mit einer 220-Volt-Steckdose und einem USB-Anschluss versehen.

Ein Kaffee-Vollautomat, ein Würstchenkocher und mehrere Kühlschränke stellen sicher, dass die Spieler auf der Fahrt mit Speisen und Getränken versorgt sind.

MSV-Spieler sind „ordentlich“

Mehrere Tage nach seinem letzten Einsatz ist der Bus sehr sauber – keine Krümel auf den Sitzen oder dem dunklen Teppich. Sieht das nach Spielen anders aus? „Nein, wir haben wirklich Glück. Die Jungs sind sehr ordentlich. Das war vor Jahren auch einmal anders“, berichtet Martin Kuppers.

Die Stimmung sei nach Siegen natürlich deutlich besser als nach Niederlagen – keine Überraschung. „Beim letzten Aufstieg mussten wir zahlreiche Tankstellen anfahren und haben die Spieler kaum zurück in den Bus bekommen“, erzählt Frank Wisniewski.

Ab und zu fahren die Busfahrer auch die Fußballfrauen des MSV Duisburg. „Das ist dann eine ganz andere Nummer“, sagt Kuppers und schmunzelt. Die Fußballerinnen besteigen den Bus mit Schlafkissen, Kuscheltieren und selbstgebackenem Kuchen. „Jedes Helene-Fischer-Lied wird mitgesungen“, berichtet der Busfahrer.

EV Duisburg nutzt den alten MSV-Bus

Besonders für die Fahrer gibt es in dem neuen Bus auch einige Verbesserungen: Sie können sich in einer Schlafkabine erholen. Außerdem ist der Bus mit Hawk-Eye-Kameras ausgestattet: So haben die Busfahrer bei engen Anfahrten zu den Stadien eine 360-Grad-Rundumsicht.

Der Vorgänger des MAN-Busses ist übrigens immer noch im Dienst: Statt der „Zebras“ fährt er nun die „Füchse“. Er wird also von den Eishockeyspielern des EV Duisburg genutzt.

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