Kultur- und Stadthistorisches Museum

Museum-App soll junges Publikum interessieren

Die 13 Schüler der Kunst-AG der Anne-Frank Gesamtschule in Moers haben die App für das Kultur- und Stadthistorische Museum am Innenhafen erarbeitet.

Foto: Lars Heidrich

Die 13 Schüler der Kunst-AG der Anne-Frank Gesamtschule in Moers haben die App für das Kultur- und Stadthistorische Museum am Innenhafen erarbeitet. Foto: Lars Heidrich

Duisburg.   Jugendliche hören oft lieber, als zu lesen. Auch deshalb gibt es jetzt eine App für den Rundgang durch das Museum am Innenhafen.

Jeder der 13 Schüler der Moerser Anne-Frank-Gesamtschule hat sein Lieblingsobjekt in der Dauerausstellung zur Duisburger Geschichte im Stadthistorischen Museum am Innenhafen. Warum das so ist, erfahren Besucher gemeinsam mit weiten Informationen zu den Exponaten in der App „Biparcours“, die es kostenlos für Android- und Apple-Endgeräte gibt. „Wir haben uns durch den App-Rundgang ins 21. Jahrhundert katapultiert“, dankte Museumsdirektorin Dr. Susanne Sommer am Donnerstag den Zehntklässlern für die Unterstützung beim ersten Schritt zur Digitalisierung des Museums.

Lieber hören als lesen

Das Moped, Modell Hexe und in den 1950er Jahren größtenteils in Duisburg produziert, hat Nils ausgesucht. „Eigentlich ist die Ausstellung ja schön und abwechslungsreich“, findet der 16-Jährige. Wären da nicht die Erläuterungen auf Texttafeln, die auch seine Mitschüler langweilig finden. „So ist es dann doch wieder nur ein Museum“, sagt Nils. Sich die Informationen über einen Audioführer zu erschließen, oder spielerisch über eine App, das finden Jugendliche interessanter. Wenn’s für die Augen so viel zu sehen gibt, „ist zuhören einfach als lesen“, erklärt Nils.

Frank Switala hat die Schüler zu Beginn des Projekts im vergangenen Juni durch die Ausstellung geführt. „Mich hat überrascht, dass ihr eine ganz andere Herangehensweise habt“, sagt der Gästeführer der Stadt. Im Museum hat Kornelia Kehrt-Jahn die Arbeit der Jugendlichen begleitet. „Ich wollte, dass ihr Spass habt, wir haben versucht, die Texte in eurer Sprache aufzuschreiben“, sagt sie über die Broschüre, die ebenfalls als Nebenprodukt des Projekts entstanden ist. „Ich zeig dir was“, lautet der Titel des Heftchens, das künftig im Museum für einen Euro angeboten wird, Auch da beschreiben die Schüler, warum sie ihre Lieblingsobjekte ausgewählt haben, versehen sind die Erläuterungen mit historischen Daten und Fakten.

Per App eigene Rundgänge planen

Etwas Besonderes ist auch die künstlerische Gestaltung von App und Broschüre: Sie zeigt die Exponate nicht nur in Bildern, sondern auch als Monotypien – das im 17. Jahrhundert erfundene Druckverfahren verleiht den Bildern eine ganz besondere Anmutung. Unterstützt wurden die Jugendlichen dabei von der Künstlerin Zhenia Couso Martell. Auch die Verbindung von der gedruckten Broschüre zur digitalen Welt ist schon angelegt – QR-Codes können Besuchern den Weg zu den Inhalten der Biparcours-App weisen.

Lob für die Schüler gab’s bei der Präsentation am Donnerstag auchvon Bildungsdezernent Thomas Krützberg. „Das hilft uns in unserer pädagogischen Arbeit enorm“, machte er dem Museum Mut, digitale Möglichkeiten zu nutzen, die in den großen Häusern längst als Standard-Ausstattung vorausgesetzt werden. Dem Stadthistorischen Museum können die digitalen Zugänge zu ihren Ausstellungen helfen, ausländische Besucher zu bedienen und mehr junge Gäste zu gewinnen. Mit Hilfe von App und Broschüre können Jugendliche auch eigene Rundgänge entwickeln.

Projektförderung aus zwei Programmen

Die Kooperation zwischen Museum und Schule kam zustande durch die Schulkultur-Kontaktstelle der Stadt und Lehrerin Beate von der Ruhren.

Gefördert wurde das Projekt durch den Bundesverband Museumspädagogik im Programm „Kultur macht stark“ und das Bundesbildungsministerium im Vorhaben „Junges Museum“

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