Blockflöte

Nicht zu unterschätzen: Blockflötenkreis wird 50 Jahre alt

Das Jubiläumskonzert fand jüngst in der Lutherkirche in Duisburg-Duissern statt. Gespielt wurden für Blockflöte bearbeitete Stücke von Händel, aber auch vom Kirchenmusiker Volker Nies.

Das Jubiläumskonzert fand jüngst in der Lutherkirche in Duisburg-Duissern statt. Gespielt wurden für Blockflöte bearbeitete Stücke von Händel, aber auch vom Kirchenmusiker Volker Nies.

Foto: Foto: Lars Wortmann / RR

Duisburg-Neudorf.  Für viele ist die Blockflöte das erste Instrument: Die Mitglieder des Blockflöten-Ensembles aus Neudorf halten ihr seit 50 Jahren die Treue.

Um eins vorwegzunehmen: Sämtliche Witze über Blockflöten haben Kirchenmusiker Volker Nies und die Mitglieder des Blockflötenensembles der evangelischen Gemeinde Neudorf-West schon einmal gehört. Deshalb will sich Nies gar nicht mehr über die Vorurteile, die es gegenüber des vermeintlichen Anfänger-Instruments immer noch gibt, äußern. „Blockflöte ist Blockflöte – zack.“ Und außerdem bei Silke Hansen und ihren Mit-Musikerinnen seit vielen Jahren geliebt. Seit 50 Jahren gibt es das Ensemble bereits. 84 Zuhörer lauschten nun begeistert dem Jubiläumskonzert in der Duisserner Luther-Kirche.

Fest verankertes Ensemble in der Kirchengemeinde Neudorf-West

Helga Schwittei ist die Dienstälteste in der Runde und seit fünf Jahrzehnten dabei, als 1970 die neue Kirchenmusikerin Barbara Hansen nach den Sommerferien den kleinen Blockflötenspielkreis übernahm und ihn damit zum fest verankerten Ensemble in der Gemeinde machte. „Anfangs waren es rund 75 Leute. Kinder, Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene. Die Kleinen haben immer donnerstags geprobt und es war ein Ritterschlag, wenn man am Mittwoch dazu kommen durfte“, erinnert sich Silke Hansen, die schon mehr als 40 Jahre mit musiziert.

Bei der Neudorferin hat die Blockflöten-Karriere klassisch begonnen. Im Kindergarten wurde sie von einer Freundin gefragt, ob sie mitspielen möchte. Zu Hause gab es ein folkloristisches Instrument – das war aber für Ensembles nur bedingt geeignet. „Also habe ich mit meinen Eltern geflirtet und eine Flöte bekommen.“ Seitdem ist sie dabei und bei einem Instrument ist es längst nicht geblieben.

Die 53-Jährige spielt Sopranino, Sopran, Alt, Tenor, Bass und Großbass. „Es gab Zeiten, da waren wir als Blockflötenkreis die schnelle Eingreiftruppe, die mittwochs gefragt wurde, ob wir am Sonntag spielen konnten.“ Manchmal hat’s geklappt, manchmal nicht. „Dadurch, dass eigentlich alle auch noch ein anderes Instrument beherrschen, haben wir meist mindestens etwas Vierstimmiges hinbekommen“, erzählt sie.

Blockflötenkreis diente als „schnelle Eingreiftruppe“

Gerade in Corona-Zeiten habe sie wieder gemerkt, wie sehr sie das Spiel mit dem Ensemble schätzt. „Natürlich kann ich zu Hause von morgens bis abends Blockflöte spielen, bis sich die Nachbarn beschweren, aber in der Gemeinschaft ist es was anderes.“ Die Damen sind so aufeinander eingestimmt, dass sie auch ein umgeworfener Notenständer während eines Konzerts nicht mehr aus der Ruhe bringen kann. So wie einmal, als ein schwungvoller Einsatz gegeben wurde und die Literatur zu Boden segelte. Alle verstummten, die Noten wurden gerichtet und weiter ging’s. „Da haben wir gemerkt, dass wir gut eingespielt sind“, so Silke Hansen.

Volker Nies leitet den Kreis, ebenso wie die anderen Chöre in der Gemeinde Neudorf-West. Auch wenn der Anspruch als „musikalische Basisarbeit“ formuliert wurde, intonieren die Ensembles stets ein Programm mit Anspruch. „Es gibt viel Literatur von der Renaissance bis zur Romantik und dann ab dem 18. Jahrhundert einen Bruch.“ Der Musiker, der mit einer halben Stelle für die Kirche arbeitet und außerdem Musik-Theorie an der Folkwang-Hochschule unterrichtet, greift nicht nur auf bearbeitete Varianten für Blockflöte zurück, sondern passt die Stücke auch selbst an.

Auch ihn begleitet das Instrument schon seit vielen Jahren. „Dank Musikerinnen wie Dorothee Oberlinger bekommt die Blockflöte neue Aufmerksamkeit.“ Und in Duisburg gab es sowieso noch nie Berührungsängste: „Unsere Konzerte strahlen auch in den Stadtteil“, sagt Nies stolz.

Musikalische Begleitung des Gottesdienstes in Mündelheim

Das Ensemble ist schon bald wieder zu hören, und zwar am Samstag, 24. Oktober 2020, um 18 Uhr im Gottesdienst in der Kirche St. Dionysius in Mündelheim. Geprobt wird immer mittwochs, aktuell mit Corona gemäßem Abstand. Die Gospelchöre proben momentan noch nicht wieder.

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