Karneval im Norden

50 Jahre KG Obermarxloh: Aus dem Sparclub in die Bütt

Drei vereinseigene Tanzgarden und mehrere Gastvereine gaben der KG Obermarxloh die Ehre. Die Stimmung beim Fest zum 50-jährigen Bestehen in Duisburg war super, wie man hier deutlich sieht.

Drei vereinseigene Tanzgarden und mehrere Gastvereine gaben der KG Obermarxloh die Ehre. Die Stimmung beim Fest zum 50-jährigen Bestehen in Duisburg war super, wie man hier deutlich sieht.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg-Obermarxloh.  Der Karnevalsverein Obermarxloh feierte in Duisburg Geburtstag – obwohl das närrische Jubiläum streng genommen erst in fünf Jahren ansteht.

„1969 gab es in Obermarxloh und Röttgersbach keinen Karnevalsverein, nur einen Sparclub“, erzählte Frank Börner am Sonntag. Einmal im Jahr feierte Letzterer seine Sparclubauszahlung – und als mal wieder besonders kräftig gefeiert wurde, hieß es: „Das war ja wie eine Karnevalssitzung.“ Damit war der jecke Funke übergesprungen. Im April 1970 gründeten die Sparclubmitglieder den Karnevalsverein Obermarxloh.

Der Landtagsabgeordnete Frank Börner kennt den Verein gut, ist er doch dessen Ehrensenator. Darum berichtete er bei der Jubiläums-Matinee am Sonntag von der wechselvollen Vereinsgeschichte.

Verein in Duisburg-Obermarxloh stellte den ersten Stadtprinzen

Schon im ersten Jahr nach der Gründung stellte der Verein mit Ehrenmitglied Hans Nipken den Duisburger Stadtprinz. Von ihm sei der Satz überliefert: „Ich habe viele Vereine mitgegründet, kommen und gehen sehen, dieser Verein wird Bestand haben.“ Er sollte Recht behalten. 1974/75 fand die erste Prunksitzung in der damals neuen Rhein-Ruhr-Halle statt. Aushängeschild des Vereins wurde aber die Herrensitzung. „Sie ist noch heute einer der karnevalistischen Höhepunkte im Duisburger Norden“, sagt Börner. Inzwischen findet sie in der Clauberghalle statt, vorher gab es eine Zwischenstation im Bürgerhaus Hagenshof. „Nach den ausgiebigen Sitzungen konnte sie irgendwann nicht mehr renoviert werden“, scherzte Börner im Hinblick auf die marode und geschlossene Rhein-Ruhr-Halle.

Besonders hob er die Zusammenarbeit des KVO mit anderen Vereinen hervor, etwa mit dem Fußballverein Union Hamborn, in dessen Vereinsheim auch die Jubiläumsmatinee gefeiert wurde. Auch ein gemeinsames Hoppeditz-Erwachen wurde in dieser Session begangen. „Hier gehört zusammen, was sonst nicht zusammen passt.“

Auch Oberbürgermeister Sören Link zeigte sich bei seinem Besuch erfreut über das lange Bestehen des KVO. „Wir sind froh, Vereine wie diesen gerade auch im Norden zu haben“, sagte Link ganz bewusst als Kind des Stadtnordens.

50 Jahre sind eine halbe Ewigkeit

Hier werde Karneval mitten im Volk gefeiert, und Tradition und Brauchtumspflege würden hochgehalten. Das tun die Menschen dort, wo sie gern leben. „Auch wenn das Jubiläum kein närrisches ist – als Verein muss man es feiern“, so Link. In fünf Jahren steht mit dem 55-jährigen Geburtstag ein echtes närrisches Jubiläum (fünf mal elf Jahre) an.

Eingerahmt wurde das Fest von Auftritten der drei eigenen Tanzgarden und mehrerer Gastvereine. Zu Besuch kam auch der Duisburger Stadtprinz I. mit Crew und Prinzengarde. Zwar war die Tanzfläche etwas klein und die Decke für die Prinzenfeder etwas zu flach, aber der Stimmung tat das keinen Abbruch. „50 Jahre sind eine halbe Ewigkeit. Überall, wo wir hinkommen, merken wir: Der Karneval in Duisburg lebt, der Karneval in Duisburg ist groß.“ Das solle auch so weitergehen, denn dort, wo das Herz beim Feiern berührt wird, sei kein Platz für Neid und Missgunst.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben