Integration

Integratives Fußballturnier: Auf dem Platz sind alle gleich

Zusammen mit der Flüchtlingshilfe Walsum richtet der SuS Viktoria Wehofen ein Integrations-Fußballturnier aus.Foto:Udo Milbret

Zusammen mit der Flüchtlingshilfe Walsum richtet der SuS Viktoria Wehofen ein Integrations-Fußballturnier aus.Foto:Udo Milbret

Wehofen.   SuS Viktoria Wehofen, die Flüchtlingshilfe Walsum, die World-Africa-Initiative und das Kommunale Integrationszentrum (KIZ) sind die Ausrichter.

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Die Spieler kämpfen um den Ball, rennen und flanken – alles zu lauten Trommelklängen, die vom Tribünenbereich bis auf den Ascheplatz schallen. Der Duft von exotischem Essen weht über die Anlage von SuS Viktoria Wehofen an der Leitstraße – aber auch der von Bratwust und Pommes. Die Zuschauer sind bunt gemischt. Neben afrikanischen Zuschauern haben sich auch Deutsche beim Integrationsturnier mit Kinderfest eingefunden.

Vier Mannschaften sind angetreten, um für das Miteinander gegeneinander zu spielen. Mit dabei sind mit SV Rhenania Hamborn und SuS Viktoria Wehofen zwei Duisburger Mannschaften. Flüchtlinge aus Guinea und der Demokratischen Republik Kongo stellen die anderen beiden teilnehmenden Teams.

Im Sport die anderen Sportler kennen lernen

„Biodeutsche“ gibt es auf dem Platz allerdings trotz zweier Duisburger Mannschaften wenige. Die Hamborner sind eine türkischstämmige Mannschaft und auch die Gastgeber treten mit einer Mannschaft an, bei der die allermeisten einen Migrationshintergrund haben, weiß Uwe Plincner.

Der zweite Vorsitzender von Viktoria Wehofen sagt: ,,Im Duisburger Norden spielen Jungs mit Migrationshintergrund gerne Fußball, das merkt man natürlich, wenn man sich die Teams ansieht”, sagt er. Für das Integrationsturnier kein unwichtiger Faktor, findet er. ,,Flüchtlinge lernen so andere Migranten kennen – und natürlich auch die Deutschen”, sagt er.

Bei Viktoria ist man stolz auf seine Flüchtlingsarbeit. 80 junge Männer spielten zeitweise dem Verein mit, die anderen Mitglieder übernahmen teilweise die Kosten für deren Ausrüstung. Außerdem erhielt man Unterstützung verschiedenen Unternehmen und Einrichtungen. Mittlerweile habe sich die Zahl der Flüchtlinge im Verein allerdings fast halbiert.

Viele Fußballer mussten abgeschoben werden

,,Viele sind jetzt nicht mehr in Duisburg untergebracht, oder mussten sogar abgeschoben werden. das war hart, es waren einige Talente dabei”, sagt Plincner. ,,Mitzubekommen, wie einige Fußballer, die hier bereits Freunde gefunden haben mitten in der Nacht ausreisen müssen, ist schon hart”, findet er. Abseits des Ascheplatzes toben derweil die Kinder auf einer Hüpfburg und spielen ausgelassen.

Interessant zu beobachten ist alles, was neben dem Platz passiert. Wo sich anfangs Grüppchen bildeten, rückt man im Laufe des Turniers näher zusammen. Die Afrikaner versuchen, Deutsch zu sprechen und stellen den neugewonnen Freunden aus Duisburg ihre Leibgerichte vor.

Und getrommelt wird auch – und zwar den ganzen Tag, ob gerade der Ball rollt, oder nicht. Dass am Ende Team Guinea gewinnt, wird zwar kurz bejubelt, ist aber für die anschließende Party nicht entscheidend. Es feiern einfach alle, die dabei waren. An diesem Tag gibt es nur Gewinner.

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