Bildungs- und Integrationsort

Campus Marxloh: Bauarbeiten sollen schon bald beginnen

Der Campus Marxloh, so zeigt dieser Entwurf, soll vier Stockwerke, Außenanlagen und einen Schulhof erhalten. Es soll ein Ort der Integration in dem multinationalen Stadtteil sein.

Der Campus Marxloh, so zeigt dieser Entwurf, soll vier Stockwerke, Außenanlagen und einen Schulhof erhalten. Es soll ein Ort der Integration in dem multinationalen Stadtteil sein.

Foto: Martin Ahlers / WAZ

Duisburg-Marxloh.  Das Projekt Campus Marxloh geht in die heiße Phase. Bald könnte gebaut werden. Schon jetzt gibt es über 30 Interessenten für das neue Gebäude.

Noch wurde kein Stein auf den anderen gelegt, doch schon längst stehen die Interessenten Schlange. Der ganze Stadtteil wartet auf den Campus Marxloh . Das Projekt soll jetzt die nächste Hürde nehmen: Die Stadt rechnet in Kürze mit einer Baugenehmigung. Der große Bildungs- und Integrationsort, der neben der Herbert-Grillo-Gesamtschule entstehen soll, könnte damit wie geplant im Jahr 2022 eröffnet werden.

Schon jetzt laufen vorbereitende Arbeiten an der Baustelle. Das Gelände ist abgezäunt und gesichert. „Nach Erteilung der Baugenehmigung können unmittelbar im Anschluss die Erdbauarbeiten beginnen und die weiteren Ausschreibungen getätigt werden“, erläutert Stadt-Sprecher Peter Hilbrands die nächsten Schritte.

Runder Tisch Marxloh und „Tausche Bildung für Wohnen“ zeigen Interesse

Die Nachfrage im Stadtteil-Netzwerk ist bereits groß. Wie Karen Dietrich von der EG DU zuletzt den Hamborner Bezirksvertretern berichtete, zeigen bislang mehr als 30 verschiedene Organisationen Interesse. Hilbrands sagt: „Es zeichnet sich eine vielfältige Angebotsmischung ab. So gibt es beispielsweise Interessenten aus den Bereichen Schule, Sport, Bürgervereine, Wohlfahrtsverbände, Jugendhilfeorganisationen, Beratungsstellen, berufsvorbereitende Angebote sowie kulturelle Organisationen.“

Die neuen Räume auf jeden Fall nutzen wollen der Runde Tisch Marxloh sowie „Tausche Bildung für Wohnen“. Beide Vereine freuen sich bereits auf die Eröffnung, auch wenn es noch dauert. „Geplant sind ja unter anderem ein Musikraum, eine Küche und ein Kunstraum. Da können wir mit den Kindern schon einiges machen“, sagt Anna-Sophia Hippke, Standortleiterin bei Tausche Bildung für Wohnen in Marxloh. Der Verein engagiert sich sehr für den Campus, hat bislang in allen Arbeitsgruppen mitgewirkt.

Auch Thomas Mielke, Vorsitzender beim Runden Tisch an der Paulskirche, will nebenan künftig einzelne Workshops und Freizeitangebote durchführen: „Toll wäre ein Werkraum“, sagt Mielke, der außerdem von einem kleinen Schwimmbad träumt. Das, weiß er, wird aber wohl ein Traum bleiben.

Campus Marxloh wird zu 90 Prozent von der Europäischen Union finanziert

Vielleicht kommt der Campus Marxloh auch gleich als neue Heimat für den Runden Tisch in Betracht. Schließlich ist seit der Insolvenz des Tochterunternehmens Soziale Dienste nicht nur finanziell vieles in der Schwebe, sondern auch die Standortfrage nicht abschließend geklärt. Mielke sagt aber auch: „Wir hängen sehr an unseren Räumlichkeiten. Allein in dem Spielplatz im Hinterhof steckt so viel Herzblut, dass wir das alles nur ungern aufgeben würden.“

Ohnehin käme der Campus „für uns zwei Jahre zu spät“, so Mielke. Schon bald steht die Entscheidung des Insolvenzverwalters an, wer Investor für die Sozialen Dienste wird. Danach dürften auch beim Verein weitere Weichen für die Zukunft gestellt werden; auf ein neues Gebäude im Jahr 2022 kann man dann nicht warten.

Die Kosten für den Campus mit vier Stockwerken, Außenanlagen und Schulhof sollen weiterhin knapp 18 Millionen Euro betragen. Ursprünglich waren mal elf Millionen Euro veranschlagt; die aktuelle Kalkulation bleibt nun schon länger konstant. Etwa 90 Prozent der Kosten trägt die EU, die Stadt bezahlt rund 1,7 Millionen Euro selbst. Der Förderbescheid aus Brüssel liegt seit Herbst 2019 vor.

Herbert-Grillo-Gesamtschule soll vom Campus Marxloh profitieren

Ein letztes Hindernis für den Erhalt der Baugenehmigung räumten die Hamborner Bezirksvertreter bei ihrer bislang letzten Sitzung aus dem Weg. Eigentlich wurde für den Neubau ein Bedarf von 39 Autostellplätzen ermittelt. Das aber ist aufgrund des dichten Gebäudebestands im Quartier nur eingeschränkt möglich. Die Politiker erließen deshalb einen Dringlichkeitsbeschluss, laut dem die Errichtung so vieler Parkplätze nicht mehr verbindlich ist.

Schließlich soll auch die Herbert-Grillo-Gesamtschule im Zuge der Baumaßnahmen saniert werden, „vorbehaltlich einer Förderbewilligung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung“, wie Stadt-Sprecher Hilbrands erklärt. Unter anderem sollen die fünf Gebäude der Schule barrierefrei und das Raumklima für Schüler und Lehrer verbessert werden. Wie andere Schulen in Marxloh soll außerdem auch die Grillo-Schule das räumliche Angebot auf dem Campus nutzen können.

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