Coronavirus

Coronavirus: Kein Freitagsgebet in Duisburger Ditib-Moscheen

Eine Anzeige vor der Moschee in  Marxloh zeigt, dass das Gebet ausfällt.

Eine Anzeige vor der Moschee in Marxloh zeigt, dass das Gebet ausfällt.

Foto: Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Duisburg-Marxloh.  Nicht nur Gottesdienste fallen wegen des Coronavirus aus, auch die Gebete in der Merkez-Moschee in Marxloh sind betroffen. So geht’s weiter.

Marxloh am Freitag, 12.15 Uhr. Tag fünf der Allgemeinverfügung in Duisburg, mit der die Stadt die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen will. Gottesdienste sind abgesagt, Restaurants geschlossen, es ist ruhig geworden auf der Weseler Straße. Auch an der Merkez-Moschee fallen gemeinsame Gebete bis zum 19. April aus. Dort, wo sonst hunderte Menschen zum Freitagsgebet zusammenkommen, schaut nur noch einer vorbei – und der ist eigentlich über die Situation informiert.

Freitags sind in Duisburg-Marxloh sonst hunderte Menschen

„Die Ditib hat schon vorher aus Sicherheitsgründen reagiert“, betont Hülya Ceylan vom Moscheeverein in Marxloh. Und so hängen an der Eingangstür neben der Info, dass bis 19. April an der Warbruckstraße nicht gebetet werden darf, die Hygienevorschriften. Auf der Webseite des türkisch-islamische Moscheeverbandes Ditib heißt es dann auch: „Es ist selbstverständlich, dass die Maßnahmen gegen die Pandemie, aufgrund der rasanten und gefährlichen Verbreitung des Virus schnell und wirksam erfolgen müssen.“ Das Freitagsgebet wurde bereits in der vergangenen Woche ausgesetzt.

„Das ist auch in der Türkei so. Die Leute halten sich daran, die sehen ja, was in der Welt los ist“, sagt Mert Özer, Vorstandsmitglied des Moscheevereins. Die Religionsstätte in Marxloh ist weit über die Duisburger Grenzen bekannt und beliebt. An normalen Freitagen kommen einige hundert Menschen zusammen – an Feiertagen weit über 1000. „Es ist traurig, dass es jetzt solche Regeln gibt, aber was sollen wir tun“, erklärt Özer schulterzuckend.

Er steht in Kontakt mit anderen Duisburger Moscheevereinen. Überall würden die Regeln so gehandhabt. Gebetet werde nun zu Hause. An einer Online- oder Radio-Übertragung, wie sie zum Beispiel die evangelischen und katholischen Kirchen planen, werde aber nicht gearbeitet. „Jeder bleibt für sich.“

Neben den Gottesdiensten diente die Begegnungsstätte in Marxloh auch als wichtiger Treffpunkt. „Wir haben Menschen bei Übersetzungen geholfen oder sind für sie einkaufen gegangen“, berichtet Hülya Ceylan. Solche Sachen würden nun privat organisiert. „Jeder hilft in seiner Nachbarschaft. So wie das jetzt alle machen.“

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