Polizeiwache Marxloh

Diese Ziele setzt sich der neue Marxloher Bezirkspolizist

Polizeihauptkommissar Wolfgang Pawtowski kennt Marxloh seit fast 20 Jahren. Seine Orts- und Menschenkenntnis soll ihm bei der neuen Aufgabe als Bezirksbeamter helfen.

Polizeihauptkommissar Wolfgang Pawtowski kennt Marxloh seit fast 20 Jahren. Seine Orts- und Menschenkenntnis soll ihm bei der neuen Aufgabe als Bezirksbeamter helfen.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg-Marxloh.  Der neue Marxloher Bezirksbeamte hat Erfahrung im Umgang mit Südosteuropäern, sieht seine Herausforderungen aber ganz woanders.

Er ist Schwabe, und doch kennt er in Marxloh jeden Winkel – seit 19 Jahren leistet Wolfgang Pawtowski Polizeidienst im Duisburger Norden. Lange genug, um jetzt als Bezirksbeamter zentrale Kontaktperson für die Menschen im Stadtteil zu sein. „Man wird mich auf der Straße sehen und kann mich jederzeit ansprechen. Das ist anders als noch im Streifendienst, wo die Zeit knapp war und ständig Einsatz auf Einsatz folgte“, sagt der 52-Jährige über seine neue Funktion.

Mit Marxlohs Sozialstruktur ist der Hauptkommissar bestens vertraut, hat über die Jahre den zunehmenden Zuzug von Südosteuropäern selbst mitbekommen. Denn Pawtowski arbeitete bereits 2000 erstmals auf der Wache am August-Bebel-Platz. Und schon vor seiner Duisburger Zeit, noch in Diensten des Landes Bandes-Württemberg, hatte er viel Kontakt mit Zuwanderern: „Während des Jugoslawienkriegs Anfang der Neunziger war ich noch in Stuttgart im Dienst. Die Stadt hat sehr viele Flüchtlinge aufgenommen, und es herrschten zeitweise sehr unübersichtliche Verhältnisse.“

Erfahrung im Umgang mit Flüchtlingen vom Balkan

Den Umgang mit den Südosteuropäern in Marxloh empfinde er nicht als besonders problematisch: „Das sind größtenteils ganz normale Bürger, die im ersten Moment vielleicht etwas distanzierter sind.“ Das sei möglicherweise auch dem Umstand geschuldet, dass eine Polizeiuniform bei ihnen Misstrauen hervorrufe, ausgehend von Erfahrungen im Heimatland.

Nach drei Jahrzehnten Schichtdienst und Fronteinsatz bleibt Pawtowski nun mehr Zeit für tiefergehende Ermittlungen. Aufenthaltsermittlungen zum Beispiel, oder das Aufspüren von Menschen, um Haftbefehle zu vollstrecken. Pawtowskis Ortskenntnis und sein Netzwerk sollen dabei helfen: „Ich kenne in Marxloh viele Menschen, weiß über Zusammenhänge und Hintergründe Bescheid.“ Vor allem aber wolle er Ansprechpartner für den ganzen Stadtteil sein, für Schulen, Vereine und Geschäftsleute, sich etwa an der Planung von Veranstaltungen beteiligen und so schon im Voraus für Sicherheit und Ordnung sorgen.

Im Ausland zugelassene Autos oft in verheerendem Zustand

Pawtowski hat sich Ziele gesetzt, die er in Marxloh erreichen will. Verbesserungspotenzial sieht er vor allem bei der Verkehrssicherheit. So möchte er verstärkt gegen im Ausland zugelassene, nicht mehr verkehrssichere Autos vorgehen: „Viele machen das, weil sie dann in Deutschland keine Pkw-Steuer zahlen müssen. Allerdings müssen diese Autos auch nicht zum TÜV, so dass sie teilweise in verheerendem Zustand hier rumfahren“, sagt der Beamte und kündigt eine Zunahme der Kontrollen an.

Problematisch sieht er auch die Parksituation auf der Weseler Straße, wo Blitzparker insbesondere Fahrradfahrer in Gefahr brächten. „Auch wenn man nur kurz im Laden etwas abholt, kann es nicht sein, dass dort dann sämtliche Wege blockiert werden. Wenn ein Fahrradfahrer ausweichen muss und gleichzeitig Auto- und Bahnverkehr herrschen, kann das richtig gefährlich werden.“ Auch dagegen wolle er konsequenter vorgehen und begrüßt Pläne, das Bußgeld von aktuell 25 Euro deutlich zu erhöhen.

Schulwege in Marxloh sollen sicherer werden

Schließlich hat sich Pawtowski das Thema Schulwegsicherheit auf die Fahnen geschrieben. „Heutzutage fahren zu viele Eltern ihre Kinder bis vor den Eingang der Schule. Dort halten dann am Morgen so viele Autos, dass oft Chaos ausbricht. Und zwischen den Autos laufen dann die Kinder Richtung Gebäude.“ Er wolle deshalb die Eltern dafür sensibilisieren, ihre Kinder auch mal ein paar Meter alleine laufen zu lassen.

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