Kita „Zaubersterne“

Duisburg: Neumühler “Zaubersterne“-Kita verkommt zur Ruine

Offene Türen, kaputte Fenster und viel Baugerät. Anwohner fühlen sich von der „Geisterbaustelle“ an der Max-Planck-Straße in Duisburg-Neumühl gestört.

Offene Türen, kaputte Fenster und viel Baugerät. Anwohner fühlen sich von der „Geisterbaustelle“ an der Max-Planck-Straße in Duisburg-Neumühl gestört.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Neumühl.  Die Neumühler Kita „Zaubersterne“ wird von einem Investor saniert. Doch in anderthalb Jahren ist auf der Baustelle fast nichts passiert.

An der Max-Planck-Straße klafft eine hässliche Lücke. Am leerstehenden Gebäude mit der Hausnummer 45 sind Wände eingerissen. Türen stehen auf, Fenster sind teilweise kaputt. Auf dem Gelände, das eigentlich ein Kindergarten ist, steht Baugerät herum – ungenutzt, denn gebaut wird dort zu keiner Zeit. Nachbarn fühlen sich zunehmend gestört. Doch niemand scheint zu wissen, wie es mit der Baustelle weitergehen soll.


Die Kita gehört zum Unternehmen „Zaubersterne“, das in Duisburg sechs Einrichtungen betreibt. Bis zum Sommer 2018 wurden hier täglich Kinder betreut. Doch seitdem ist das Gebäude verlassen. Die Kinder besuchen einen anderen Zaubersterne-Standort in Neumühl, an der Schillerstraße. Irgendwann sollen sie zur Max-Planck-Straße zurückkehren, nach „Sanierung, Aufstockung und Erweiterung zu einer Einrichtung mit fünf Gruppen“, wie es auf einem Schild an der Baustelle heißt.

Jugendliche spielen in Neumühler Kita-Ruine

Doch voran geht es nicht. „In über anderthalb Jahren wurde vier Wochen lang gearbeitet“, berichtet ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden will. Im Juli vergangenen Jahres seien Bauarbeiter gekommen, hätten ein paar Mauern abgerissen. „Aber dann war schon wieder Schluss. Seitdem ist nichts mehr passiert“, sagt er.

Ihn und andere Nachbarn ärgere nicht nur der hässliche Anblick der Baustelle. Weil Türen offen stehen, seien auch unbekannte Jugendliche dort aufgetaucht und hätten darin gespielt. Als im Herbst das Laub von den Bäumen fiel, mussten die umliegenden Anwohner außerdem vor der Kita fegen, weil sich sonst niemand gekümmert habe. „Das ist ja nicht ungefährlich“, sagt der Anwohner, „Fußgänger könnten ausrutschen.“ Gleiches gelte für den Winter, sollte es Schnee geben.

Investor ist Tochterunternehmen des Signa-Konzerns

Claudia Kiesler, Geschäftsführerin der Zaubersterne, weiß nach eigenen Angaben nichts. „Die Sanierung ist Sache des Investors. Wir warten auf die Fertigstellung des Gebäudes, um danach als Mieter einzuziehen“, sagt sie. Dieser Investor, von dem Kiesler selbst keine aktuellen Informationen erhalte, ist die Düsseldorfer Firma Kid Invest. Es handelt sich um ein Tochterunternehmen des Immobilien-Konzerns Signa, von diesem eigens gegründet, um Kitas zu bauen und zu verkaufen, oder fertige Einrichtungen zu erwerben und nach Sanierung zu verkaufen.

Der Anwohner hält die Firma für unseriös. Über eine Internetrecherche hat er herausgefunden, dass seit der Gründung 2015 alle paar Monate ein neues Subunternehmen gegründet wurde: „Kind Invest Erste GmbH“, „Kid Invest Zweite GmbH“; mittlerweile wurde die achte Gesellschaft gegründet. Das Schild an der Neumühler Baustelle weist die Kid Invest Zweite GmbH als Bauherrin aus.

Auf mehrere Anfragen der Redaktion haben weder Kid Invest noch Signa geantwortet. Die Stadt kann nach eigenen Angaben keine Auskunft geben. Für die Nachbarn bleibt damit eine unbefriedigende Situation: „Uns wurde ursprünglich gesagt, dass der Umbau ein Jahr nach Auszug der Kinder abgeschlossen ist.“ Das wäre im Sommer 2019 gewesen.

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