Karneval

Eitel Sonnenschein für die Möhnen im Norden

An fantasievollen Kostümen hat es den Möhnen in Walsum noch nie gemangelt. Geradezu märchenhaft verkleidet hatte sich dieses fröhliche Quartett auf dem Kometenplatz.

An fantasievollen Kostümen hat es den Möhnen in Walsum noch nie gemangelt. Geradezu märchenhaft verkleidet hatte sich dieses fröhliche Quartett auf dem Kometenplatz.

Walsum.   Der Start in die heiße Phase der Session verlief in Walsum und Hamborn stimmungsvoll und harmonisch. 900 Besucher auf dem Kometenplatz.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Donnerstag, 11.11 Uhr, minus 1 Grad Celsius und strahlend blauer Himmel über dem Kometenplatz.

„Ich glaube, dass der liebe Gott uns wirklich mag!“, sagt Elmar Klein augenzwinkernd. Der Präsident des Veranstalters, der traditionsreichen Walsumer KG Gruen-Weiss, blickt auf das närrische Volk und strahlt mit der Sonne um die Wette.

Es sind laut Polizei rund 900 Menschen, die sich zur Altweiberfastnacht auf dem Kometenplatz eingefunden haben – der Veranstalter schätzte die Zahl höher ein. Natürlich nicht nur Möhnen, auch Männer tummeln sich vor dem Bühnen-Truck der Rheinfelsquellen.

„Easy Living“ heizen mit Schlager-Evergreens ein

Doch die schönsten unter der Sonne an diesem strahlenden Februartag, dass sind die bunten Bienchen, Einhörner, Engelchen, Käferchen, Eisbären und Teufelchen – die Walsumer Frauen, die sich für diesen Feiertag des Frohsinns fantasievoll in Schale geworfen haben.

Mechthild Panhuber und Dirk Szynalski, alias „Easy Living“, heizen die Stimmung unter den Walsumer Karnevalisten mit Schlager-Evergreens wie „Ich war noch niemals in New York“ und „Atemlos durch die Nacht“ an.

Kurz vorher war es um den Schlips des Walsumer Bezirksbürgermeisters Georg Salomon geschehen, Moderatorin und KG-Gruen-Weiss-Präsidentin Dagmar Kock kannte keine Gnade und schnitt die Krawatte des tapferen Volksvertreters entzwei.

Den lobte Organisationschef Elmar Klein ebenso wie alle anderen Mitarbeiter des Walsumer Bezirksrathauses: „Danke an das Rathaus-Team für die Hilfe bei der Organisation“, sagte Klein, außerdem möchte ich mich herzlich bei Unternehmen und Unterstützern bedanken, die nicht genannt werden wollen und uns finanziell bei der Veranstaltung unterstützt haben, damit wir Defizite ausgleichen können.“

Stimmungsvoller Besuch aus dem Süden

Froh ist Klein auch, dass er mit dem Duisburger Unternehmer Peter Dupré einen neuen Gastronomie-Partner gefunden hat: „Ohne ihn hätten wir das heute gar nicht machen können, toll, dass er jetzt dabei ist.“

Der Vorgänger des Duisburger Eventgastronomen ist an diesem fröhlichen Donnerstag auch mit von der Partie: Harald Jobst, einst Wirt des König-Pavillons, steht am Mischpult und sorgt für Beschallung am Kometenplatz.

Als die Formation „Süd-Piraten“ die Bühne entert – Mädchen und Jungs aus dem Duisburger Süden, die den Walsumern in Freundschaft verbunden sind – da braucht es keine Boxen. „Ich hab’ den Vater Rhein in seinem Bett gesehn“, hallt es in den blauen Walsumer Himmel.

Heider verkraftet Verlust seiner Ämter schnell

Bezirksbürgermeister Uwe Heider – eine von zahlreichen guten Nachrichten beim Rathaussturm der Möhnen in Hamborn – hatte den vorübergehenden Verlust von Amt und Macht recht gut verkraftet.

Zuvor hatte der Sozialdemokrat noch versucht, sich als „Blümchenmann“ zu tarnen – alles vergebens: Um 12.11 Uhr war der Schlips abgeschnitten und die jecken Hambornerinnen übernahmen im und um das Rathaus ihr närrisches Regiment.

So wie es in Hamborn Tradition ist, schlugen die Möhnen ihr durch und durch jeckes Hauptquartier im Ratskeller auf. In Anbetracht der weiblichen Übermacht hielten sich dort auch der Ratsherr Manfred Slykers und Heiko Blumenthal (beide SPD), Büroleiter des Oberbürgermeisters, dezent im Hintergrund: „Um ehrlich zu sein“, sagte Slykers, „so doll hat sich der Heider gar nicht gewehrt . . .“

Warum auch – eine stimmungsvolle Bühnenshow und phantasievoll kostümierte Möhnen sorgten für entspannte und ausgelassene Atmosphäre, sogar Stadtprinz Udo I. nahm sich samt Gefolge für seinen Heimatstadtteil extra viel Zeit.

Ovationen verdienten sich die „Minis“ der KV Obermarxloh 1970. KVO-Vorstand Michael Tschammer war stolz auf den Nachwuchs: „Wir haben heute ein Mammutprogramm zu absolvieren. Die machen ihre Sache ganz toll!“

Polizei musste keine Anzeigen schreiben

Gute Nachrichten hatte am späten Nachmittag auch die Polizei parat. Weder in Walsum noch in Hamborn kam es zu nennenswerten Vorfällen: „Stand jetzt ist: Keine einzige Anzeige erstattet“, sagte Polizeisprecherin Daniela Krasch um 17.10 Uhr im Gespräch mit der Lokalredaktion.

Die Sicherheit lag sowohl den Veranstaltern in Walsum als auch ihren Kollegen in Hamborn am Herzen. „Wir haben heute fünfzehn eigene Ordner im Einsatz“, sagte Elmar Klein für den Veranstalter KG Gruen-Weiss am Kometenplatz, „das Ordnungsamt ist mit rund fünfzig Leuten vor Ort, die Polizei mit rund sechzig Beamten.“

Die hatten sich so geschickt um den Kometenplatz postiert, dass alle potenziellen Zugangs- und Zufahrtswege gesichert waren, und die Feiernden trotzdem sicher und in Ruhe schunkeln konnten.

In Hamborn wurden Besucher sehr freundlich aber konsequent durch einen Sicherheitsdienst vor und im Ratskeller kontrolliert. Auch hier ließ es sich sicher und ausgelassen feiern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik