Vereinsleben

Förderverein der Hamborner Kinderklinik wird 25 Jahre alt

Statt eine rauschende Geburtstagsparty für den Förderverein zu organisieren, verkauft die Vorsitzende Monika Scharmach (hier mit Enkel Miron) jetzt wegen Corona Masken mit Vereinslogo.

Statt eine rauschende Geburtstagsparty für den Förderverein zu organisieren, verkauft die Vorsitzende Monika Scharmach (hier mit Enkel Miron) jetzt wegen Corona Masken mit Vereinslogo.

Foto: Michael Dahlke

Duisburg-Hamborn.  Ein Geburtstagsfest kann der Duisburger Verein „Kind im Krankenhaus“ wegen Corona nicht feiern. Statt dessen verkauft er Jubiläumsmasken.

Der temperamentvollen Geschäftsfrau Monika Scharmach gefällt das von der Corona-Krise erzwungene Nichtstun kein bisschen. „Kommt ja kein Geld rein für unseren Förderverein, wenn man keine Veranstaltungen organisieren und rein gar nichts tun darf“, beklagt sie sich. Dabei wird Kind im Krankenhaus (KiK), der Förderverein der Kinderklinik in der Helios St. Johannes Klinik in diesem Juni 25 Jahre alt. Was hätte man für ein schönes Fest organisieren können!

Die Vereinsvorsitzende ist seit der Gründung dabei und hätte sich gern dafür ins Zeug gelegt. Als sie 1995 von der damaligen Chefärztin in den dann neuen Förderverein gebeten wurde, war das St. Johanneshospital noch in der Trägerschaft des katholischen Bistums Essen. Sie wurde zweite Vorsitzende und teilte sich die Vorstandsarbeit jahrelang mit der Bankdirektorin Christel Kaufman-Hocker. „Sie dürfen sich die Ausstattung der Kinderklinik damals nicht pompös vorstellen“, erinnert sich Monika Scharmach schmunzelnd, „die Kirche hatte den Ball da ziemlich flach gehalten.“

Lukrative Benefizbälle sind nach der Loveparade-Tragödie weggebrochen

Der Förderverein finanzierte etwa auf Wunsch des damals neuen Chefarztes Dr. Peter Seiffert fahrbare Infusionsständer, damit die kranken aber bewegungshungrigen Kinder nicht länger ans Bett gefesselt waren. Für medizinisch notwendige Spendenzwecke wie ein neues Bronchoskop veranstaltete die muntere KiK-Truppe jährlich rauschende Hahnenbälle in Meiderich. „Sie glauben nicht, wie gut wir da verdient haben“, schwärmt die passionierte Dirndlträgerin Scharmach jetzt und seufzt.

Denn leider setze die Versammlungsstätten-Verordnung nach der Loveparade-Tragödie den rentablen Benefitzbällen nach zehn Jahren ein Ende. Aber der Förderverein brauchte weiterhin Geld für die Klinik und ihre Kinder. Inzwischen standen eher soziale Spendenzwecke als medizinische Geräte auf dem Wunschzettel des Chefarztes. KiK übernahm unter anderem die Innenausstattung der zunächst heftig umstrittenen Babyklappe und stellte sich für die Kinderschutzgruppe auf. Kulturbeutel für verwahrloste Kinder, Erstausstattungen für junge Mütter ohne Obdach, Dinge die nötig sind, aber die nicht ins Budget einer Klinik passen.

Förderverein verkauft während der Corona-Krise Masken mit seinem Logo für den guten Zweck

Scharmach ist eine anerkannte Expertin darin, massiven Druck auf die Tränendrüse von Spielzeugherstellern und Babyausstattern aufrecht zu halten, bis sie hat, was sie braucht. Was sie an Geld einnimmt, kommt ohne Verwaltungskosten direkt den kleinen Patienten zugute. Seit die Klinik von Helios übernommen wurde, ist sie erste Vorsitzende des Fördervereins. Mit Taschenlampenkonzerten, Sommerfesten und Verkaufsständen sorgt sie seither für Kassenklingeln. Demnächst soll es noch ein Wimmelbilderbuch über die Kinderklinik geben.

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Und Monika Scharmach kapituliert auch von Corona nicht. „Wir haben KiK-Masken mit unserem Logo zum Verkauf anfertigen lassen“, sagt sie und ruft ihren Enkel Miron (6) als Maskenmodel herbei. „Die sind bei sechzig Grad waschbar, in Deutschland gefertigt und bei mir kaschieren die ganz wunderbar das Doppelkinn“, sagt sie und lacht herzlich über diese erfreuliche Nebenwirkung.

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