Mitmensch

Hamborner auf Martin Scorseses Spuren

Stefan Nachmann, Absolvent des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums, hier bei Dreharbeiten in China.

Foto: Stefan Nachmann

Stefan Nachmann, Absolvent des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums, hier bei Dreharbeiten in China.

Hamborn/Manhattan.   Stefan Nachmann studiert das Kamerafach in New York City. An einer Hochschule, die bereits Größen der Filmgeschichte hervor gebracht hat.

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Stefan Nachmann hat 2014 am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium seine Reifeprüfung abgelegt. Heute studiert der 22-jährige Hamborner an der Kunsthochschule der New-York-University im elitären Fachbereich „Film & Television“. Wenn man einpaar Jahre zurückdenkt, hätte man es eigentlich ahnen können.

Beim Schultheater mag es sein wie beim Sport. Manchmal gibt es da einfach eine „goldene Generation“, die vielleicht besonders talentiert ist, an die man sich im Nachhinein vielleicht besonders gern erinnert. Wie bei Stefan Nachmann.

Goldene Generation des Schultheaters

In der ohnehin exzellenten Schultheater-Arbeitsgemeinschaft des Marxloher Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums gab es zwischen 2012 und 2014 so eine Generation, in der Bühnen-Talente aufeinander trafen, deren gemeinsames Spiel die Zuschauer bewegte und faszinierte. Eine Truppe, die geradezu strahlte – weit über das hinaus, was man von Schultheater erwarten kann.

Stefan Nachmann war Teil dieser großartigen Theater-Truppe. Schon lange bevor er am „Elly“ Theater gespielt habe, sagt der heute 22-Jährige, hätte ihn über das Bühnenspiel hinaus alles das fasziniert, was im Theater Atmosphäre schafft: „Vor allen Dingen das Licht. Denn das Licht schafft Stimmung, weckt Emotionen.“

Eine Kamera hat der Hamborner, der aus einem Lehrerhaushalt stammt, schon als Kind geschenkt bekommen, das Medium Film begeistert ihn schon sein ganzes Leben lang: „Da stellte sich dann die Frage: Zum Studium in Deutschland bleiben, wo der Markt relativ klein ist und der Einstieg schwer“, sagt Stefan Nachmann beim Besuch der Redaktion, „oder zum Studium in die USA, wo der Markt groß ist und der Einstieg trotzdem relativ schwer . . .“

Nach der Zusage aus Manhattan wurde es ernst

Der Hamborner entschied sich für die USA. Auch, weil er in der 10. Klasse schon mal ein Jahr als Austauschschüler in Chicago verbracht hatte und die Lebensweise jenseits des großen Teichs kennen gelernt hatte. „Dann kam die Zusage aus New York“, sagt Nachmann, der gerade in Hamborn die Familie besucht, „und dann wurde es ernst, denn das Studium ist teuer.“

Als Gegenleistung für viel Geld wird Stefan Nachmann nun seit 2016 zum „Director of Photography“ ausgebildet. An einer Filmkunst-Schule, die Weltstars wie den legendären Martin Scorsese hervor gebracht hat. Theorie und Praxis gehen in den Hörsälen in Greenwich Village Hand in Hand: „Daneben ist schon während des Studiums das Netzwerken Teil der Ausbildung“, sagt Nachmann, „um die Filme für das Studium zu produzieren arbeitest du mit Kommilitonen aus Regie und Schauspiel zusammen.“ Aufwendig seien die Filme, gerne mal 50 000 Dollar teuer.

Was er den Amerikanern sage, wenn die fragten, wo er her komme, will die Redaktion wissen: „Düsseldorf jedenfalls nicht“, sagt Nachmann lachend, „sondern ,Düsburch’. Genau mit der Betonung!“

Die Marxloher Prägung will er nicht missen

Eigentlich hätte Stefan Nachmann, als Kind aus einem Lehrerhaushalt, auch andere Schulen außer dem Marxloher „Elly“ besuchen können: „Klar, ich hätte auch in Großenbaum im Duisburger Süden mein Abi machen können“, sagt Stefan Nachmann bei seinem Besuch in der Redaktion auf der Weseler Straße, „aber ich würde die Zeit, die ich auf dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium verbracht habe, um nichts in der Welt tauschen wollen.“

Ganz abgesehen von den tollen, engagierten Lehrern, sagt Nachmann, „haben wir auf dem „Elly“ gelernt, mit Mitschülern unterschiedlichster Prägung umzugehen. Da musste nicht jeder dein bester Freund werden, aber nach innen haben wir voneinander profitiert und nach außen haben wir alle zusammen gehalten.“

Was so abgehoben als „interkulturelle Kompetenz“ bezeichnet werde, sagt Nachmann, das habe er in seiner Duisburger Jugend verinnerlicht und vielen anderen voraus. Natürlich trage er jede Menge Themen aus Marxloh mit sich herum, die es wert sind filmisch umgesetzt zu werden. Es gebe allerdings noch so viel mehr zu erzählen: „Da gibt es dieses deutsche Bierhaus in Queens. Darüber, was für diese Leute „deutsch“ ist, haben wir einen Film gedreht.“

Existenz in den USA aufbauen

Jetzt sei es für ihn erst mal an der Zeit, einen Schritt nach dem anderen zu machen: „Zuerst mal kümmere ich mich um mein Studium, was bedeutet, dass ich viel reise.“ In Texas sei er gerade unterwegs gewesen, sagt der Hamborner:

„Jetzt ist es schön, mal wieder zu Hause zu sein. Dann geht es weiter zu einem Filmprojekt nach China.“ Kontakt zu Filmleuten in Deutschland habe er auch, klar. Dennoch werde er so schnell nicht wieder in Deutschland arbeiten: „Ich werde einige Zeit in den USA leben und arbeiten, das steht schon fest.“ Und die Heimat im Revier? Ist in Nachmanns Herzen stets dabei.

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