Ehrenamt

„Heimat-Preis“: Stadt Duisburg zeichnet Ehrenamtler aus

Oberbürgermeister Sören Link und der Beigeordnete Thomas Krützberg (3., 5. v.r.) ehrten im Rathaus die Gewinner des Duisburger „Heimat-Preises“.

Oberbürgermeister Sören Link und der Beigeordnete Thomas Krützberg (3., 5. v.r.) ehrten im Rathaus die Gewinner des Duisburger „Heimat-Preises“.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Unter dem Motto „Heimat hat viele Wurzeln“ hat die Stadt Duisburg zum ersten Mal den „Heimat-Preis“ verliehen, unter anderem an Viktoria Wehofen.

Das Mercatorzimmer im Rathaus ist ein Ort für den besonderen Anlass, „die gute Stube“, wie Oberbürgermeister Sören Link sagt. Am Montagmittag ist der Raum fest in Hand des Duisburger Nordens, als Link hier den „Heimat-Preis“ verleiht: Der Fußballverein SuS Viktoria Wehofen und die Gesellschaft für Aquarienkunde aus Alt-Hamborn werden für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt, wie auch die Initiative „Du-Kids“, an der ebenfalls ein Hamborner Verein beteiligt ist.

„Ich bin stolz darauf, dass es in Duisburg so viele förderwürdige Vereine und Projekte gibt“, sagt Link, und bedankt sich bei den anwesenden Ehrenamtlern, dem „Rückgrat der Gesellschaft“. Zum Dank gibt nicht nur Blumen und eine Plakette, sondern vor allem ein Preisgeld von jeweils 5000 Euro. Es soll den Gewinnern bei ihrer weiteren Arbeit helfen.

Jury wählte aus 21 Nominierungen die Gewinner

Dass diese Arbeit noch lange nicht beendet ist, betont Ralf Plincner von Viktoria Wehofen. Die Viktoria leistet nicht nur sportlich einen Beitrag zur Integration geflüchteter Menschen, sondern hilft ihnen auch im Alltag: Bei der Wohnungssuche, mit Deutschkursen oder durch die Vermittlung von Ausbildungsplätzen. „Aber mit Job und Wohnung ist der Weg nicht zu Ende“, sagt Plincner. „Probleme verschwinden nicht, es werden lediglich andere.“

Kaum ein Projekt eigne sich besser für den Heimat-Preis als eines, das Menschen zu einer neuen Heimat verhilft, meint Link, als er den Vertretern der Viktoria die Gewinnerplakette überreicht. Der Oberbürgermeister hatte ein „Zeichen für die Vielfalt der Stadtgesellschaft“ setzen wollen, als er im Juni das Motto des Preises verkündete: „Heimat hat viele Wurzeln“. Über mehrere Wochen hinweg konnten Bürger daraufhin Vorschläge einreichen und Kandidaten benennen, eine Jury musste letztlich aus 21 Nominierungen die drei Gewinner auswählen.

Gesellschaft für Aquarienkunde züchtet CO2-absorbierende Algen

Mit „Du-Kids“ werden gleich vier Vereine ausgezeichnet, die sich in ganz unterschiedlichen Bereichen für das Wohl von Kindern einsetzen. Zu der Kooperation gehören der Bunte Kreis Duisburg, der Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes, der Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung sowie der Verein Kind im Krankenhaus. Letzterer ist in der Helios St. Johannes Klinik zuhause. Die Arbeit der Vereine sei leichter geworden seit dem Zusammenschluss, insbesondere die Sponsorensuche, freut sich Gerhild Tobergte vom Kinderschutzbund. Konkurrenzdenken gebe es zwischen den beteiligten Vereine nicht, sagt sie: „Kinder sind kein Konkurrenzfeld.“

Zum Ende hin dreht sich im Mercatorzimmer das Gespräch um Algen. Denen widmet sich die Gesellschaft für Aquarienkunde intensiv, und will damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Aktuell versuchen die Hamborner Aquarianer, eine besonders stark CO2-absorbierende Algenart zu züchten, erklärt Schatzmeister Michael Schmidt. Vor allem aber fördere der Verein mit seiner ausgeprägten Jugendarbeit den Respekt junger Menschen vor anderen Lebewesen, begründet der Oberbürgermeister die Entscheidung der Jury.

Der Heimat-Preis ist eine Initiative der Landesregierung. Mehr als 140 Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen beteiligen sich daran und zeichnen Vereine und Projekte für ihr herausragendes örtliches aus. Kreisfreie Städte können aus den Mitteln der Initiative ein Preisgeld von 15.000 Euro vergeben, das im Fall von Duisburg in gleichen Teilen auf die drei ausgezeichneten Projekte aufgeteilt wurde.

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