Corona

Meidericher Protestanten feiern wieder zusammen Gottesdienst

Mit einem neuen Sicherheitskonzept will die Evangelische Gemeinde Meiderich ihre Kirche in Duisburg in der Corona-Krise wieder für Gottesdienste öffnen.

Mit einem neuen Sicherheitskonzept will die Evangelische Gemeinde Meiderich ihre Kirche in Duisburg in der Corona-Krise wieder für Gottesdienste öffnen.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg-Mittelmeiderich.  Die Ev. Gemeinde Duisburg-Meiderich feiert wieder öffentliche Gottesdienste. Es ist ein Experiment mit vielen Regeln zum Schutz vor Corona.

Das Coronavirus hat trotz einiger Lockerungen in Duisburg das kirchliche Gemeindeleben immer noch fest im Griff. Zwar wurden vereinzelt im Kirchenkreis Duisburg bereits an Pfingsten erste Gottesdienste gefeiert – etwa in der Marxloher Kreuzeskirche. In Meiderich werden sich die Protestanten allerdings noch ein paar Tage gedulden müssen. So teilte die Gemeinde Obermeiderich mit, dass es bis mindestens Ende Juni keine öffentlichen Gottesdienste geben wird. Dagegen wird die Gemeinde Meiderich diese bereits ab Sonntag, 7. Juni, um 11 Uhr wieder gemeinsam in ihrer Kirche (Auf dem Damm) feiern. Ausgesetzt bleiben aber dort bis zum 12. August Gruppentreffen, Jugendangebote und Veranstaltungen im Gemeindezentrum.

„Alle unsere Kirchengemeinden wollen wieder Gottesdienste anbieten“, sagt Rolf Schotsch, Sprecher des Kirchenkreises Duisburg, und weist darauf hin, dass alle individuelle Schutzkonzepte dafür entwickeln. Doch die jeweiligen Presbyterien entscheiden autark darüber, wann es wieder los geht.

Gemeinde Meiderich wagt mit neuem Corona-Schutzkonzept ein Experiment

„Wir wagen ein Experiment“, verteidigt Dirk Strerath, der Jugendpastor der Gemeinde Meiderich, die Entscheidung seines Presbyteriums, zunächst Gottesdienste abzuhalten, aber das große Gemeindezentrum noch geschlossen zu lassen. „Es ist ein erster Schritt, und wir wissen gar nicht, wie er angenommen wird“, ergänzt Strerath. Denn ein gewohnter Gottesdienst könne es wegen des Virus’ nicht werden, betont der Theologe. Demnach darf die Kirche nur mit Schutzmaske betreten werden, und es wird Abstandsregeln geben. Ordner helfen den Kirchgängern, diese und andere Regeln einzuhalten. Zudem müssen Besucher sich vor Ort in Anwesenheitslisten eintragen, und gemeinsames Singen ist nicht erlaubt.

„Es wird ein sehr frontaler Gottesdienst“, sagt Dirk Strerath, „und wir haben die Befürchtung, dass die Gemeindemitglieder ihn nicht als vollwertig wahrnehmen.“ Hinzu kommt, dass ein wichtiger Bestandteil ebenfalls verändert werden muss. „Wir wollen das Abendmahl würdig feiern und dabei natürlich die Vorschriften einhalten“, so der Jugendpastor. Daher falle allerdings der Gemeinschaftskelch weg. Grundsätzlich stehen die Priester und das Presbyterium aber zu den neuen Vorschriften, weil diese die Mitglieder vor Corona schützen. Immerhin: Weil die Kirche relativ groß ist, können dort trotz Abstandsregeln immerhin bis zu 80 Gläubige gemeinsam feiern.

Kirchengemeinde Ruhrort-Beeck lädt ebenfalls zum Gottesdienst ein

Nicht überall im Bezirk Meiderich/Beeck ist die Situation jedoch so komfortabel: Zwar wird auch in der Beecker Kirche (Friedrich-Ebert-Straße 370) am 7. Juni wieder ein Gottesdienst gefeiert; er beginnt um 10 Uhr. Jedoch haben nur gut 20 Leute Platz, weshalb Pfarrer Rüdiger Klemm vorab um telefonische Anmeldung bittet (0203 463 879).

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