Feuerwehr-Übung

Menschen aus verrauchter Kreuzeskirche in Marxloh gerettet

Ganz schön verraucht: Der Keller in der Kreuzeskirche während der Übung.

Ganz schön verraucht: Der Keller in der Kreuzeskirche während der Übung.

Foto: Klaus Wüstkamp

Duisburg-Marxloh.  Dicker Rauch quillt aus der Kreuzeskirche in Duisburg-Marxloh. 25 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um Vermisste zu suchen. Die Übung gelingt.

Die Kreuzeskirche brennt! Dicker Rauch dringt aus der Kirche, sogar schon aus dem Glockenturm: „Um Himmels Willen!“, denkt so mancher. Doch keine Sorge: Das, was einige Nachbarn des evangelischen Gotteshauses befürchteten, war nicht echt. Die Feuerwehrleute, die am Dienstagabend gegen 19 Uhr mit großem Besteck angerückt waren, hatten lediglich eine Übung zu absolvieren.

„Wir suchen immer wieder nach großen Gebäuden, in denen wir uns nicht auskennen“, sagt Löschzugführer Klaus Wüstkamp. Der 49-jährige Brandoberinspektor hat gute Drähte zur Bonhoeffer-Gemeinde, war er doch früher deren Küster. Also war es für Pfarrerin Anja Humbert Ehrensache, ihm ihre Kirche an einem Sommerabend zur Verfügung zu stellen.

Zwei Menschen werden vermisst

Das Szenario: Im Keller ist die Heizung defekt und in Brand geraten. Der giftige Rauch (Theaternebel) breitet sich rasendschnell aus, hüllt das ganze Gebäude ein. Selbst im Glockenturm, der wie ein Kamin wirkt, sieht man die Hand vor Augen nicht. Das Feuer an sich (mit Lampen dargestellt) ist für die Übenden ein Problem. Aber viel schlimmer: Sie wissen, dass sich zwei Menschen im Gebäude aufgehalten haben, die jetzt vermisst werden.

Die fünf Frauen und 20 Männer machen einen hervorragenden Job, wie der Chef des Löschzugs 210 (Freiwillige Feuerwehr) nach gut zwei Stunden Einsatz festhält. Alles klappte wie am Schnürchen. Nicht nur die zwei Personen (eine im Keller, eine im Glockenturm) sind bald gefunden und gerettet. Auch ein weiterer Mensch, der sich im Kirchenschiff befand und von dem keiner der Helfer etwas wusste, ist beim systematischen Absuchen aller Räume trotz dichten Rauchs rechtzeitig entdeckt worden.

Dickes Lob vom Brandoberinspektor

Dafür gibt es ein dickes Lob vom Brandoberinspektor bei der abschließenden Manöverkritik. Mit dem Wissen, dass man selbst auf unbekanntem Terrain und mit 80 Kilo Marschgepäck die drei „Opfer“ hat retten können, verabschieden sich nach drei Stunden alle glücklich und zufrieden in den Feierabend.

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