Jobcenter

Nach öffentlicher Jobcenter-Kritik bekommt Duisburger Sozialleistungen

„Wie dort beim Jobcenter mit Menschen umgegangen wird - einfach unfassbar“, kritisierte Bezirksbürgermeister Heinz Plückelmann (Foto) das Duisburger Jobcenter, nachdem ihm ein junger Arbeitssuchender von seine Erfahrungen erzählt hatte.

„Wie dort beim Jobcenter mit Menschen umgegangen wird - einfach unfassbar“, kritisierte Bezirksbürgermeister Heinz Plückelmann (Foto) das Duisburger Jobcenter, nachdem ihm ein junger Arbeitssuchender von seine Erfahrungen erzählt hatte.

Foto: Daniel Elke

Duisburg.   Happy End: Heinz Plückelmann, Bezirksbürgermeister aus Duisburg, hat mit seiner Jobcenter-Kritik dem Walsumer Frank (18/Name geändert) geholfen. Nach der öffentlichen Kritik sind die Mietzahlungen und andere Sozialleistungen für Frank kein Problem mehr. Frank freut sich zudem über einen Ausbildungsplatz.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Walsumer Frank (18/Name geändert), der wegen Problemen mit dem Jobcenter kurz davor stand, ohne Unterstützung auf der Straße zu landen (wir berichteten), kann dank zahlreicher Helfer zuversichtlich nach vorn schauen. Mit der Unterstützung der Lokalpolitiker Heinz Plückelmann und Georg Berner (beide SPD), des Jobcenters Duisburg und des Walsumer Brauhauses Urfels, wurde dem freiwilligen Feuerwehrmann Frank der Start in eine solide Existenz ermöglicht.

Nachdem sich Heinz Plückelmann mit dem Jungen an die Redaktion gewandt hatte, meldete sich ein halbes Dutzend Arbeitgeber, die Frank Ausbildungsplätze in Aussicht stellten. Jobcenter-Chef Norbert Maul setzte sich gemeinsam mit SPD-Ratsherr Georg Berner, auch Beirat des Jobcenters, Plückelmann und Frank zusammen. Ergebnis: Franks Miete wird bezahlt, auf Leistungen des Jobcenters hat er ebenfalls Anspruch.

Halbes Dutzend Job-Angebote

Aber: „Frank war ein Härtefall und ihm wurde jetzt geholfen“, sagt Norbert Maul, „und das ist gut so. Es ist aber auch Teil der Geschichte, dass er seit August 2012 insgesamt vier Termine im Jobcenter nicht wahr genommen hatte.“

Norbert Maul hofft gemeinsam mit Berner und Plückelmann, dass die anderen Arbeitgeber, die Frank einen Ausbildungsplatz angeboten hatten, dieses Angebot jetzt für andere junge Leute aus dem Duisburger Norden aufrecht erhalten: „Dann wäre die ganze Sache wirklich eine Erfolgsgeschichte“, sagt Georg Berner.

Den Vorstoß von Heinz Plückelmann, sagt Berner, werde die SPD im Norden dazu nutzen, sich über Hilfsinstrumente für Menschen wie Frank Gedanken zu machen: „Wenn jemand in Not gerät und es dann – aus welchen Gründen auch immer – nicht schafft, seine Ansprüche beim Jobcenter geltend zu machen, dann müssen Instrumente greifen, die diese Menschen unterstützen.“

Die Arbeit der freiwilligen Ombudsleute beim Jobcenter solle man in dieser Hinsicht aber auch nicht ausblenden, sagt Berner. Er wisse aus eigener Erfahrung, dass dort vielen Menschen geholfen werde, selbst wenn diese Fälle dann nicht öffentlich würden.

Und Frank? Der wurde überrollt von der Lawine an Hilfsbereitschaft, die er dank Heinz Plückelmann erfahren hatte.

Dank an alle Hilfsbereiten

Gerührt war Frank wegen unzähliger Hilfsangebote der Leserinnen und Leser der WAZ: „Ich danke allen, die mir ihre Hilfe angeboten haben.“ Durch die Reaktion des Jobcenters und das Angebot einer Ausbildung zum Koch, sei er darauf jetzt nicht mehr angewiesen: „Trotzdem vielen Dank.“

Ob er die Koch-Lehre denn durchziehen werde, wollen wir von Frank noch wissen? „Auf jeden Fall!“, sagt Frank. Zu wünschen wäre es ihm.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (64) Kommentar schreiben