Gastronomie

Duisburg-Walsum: Neue Kneipe Exit muss umplanen

Marlies und Andreas Herhammer haben die Eventkneipe Exit in Duisburg-Walsum neu eröffnet.

Marlies und Andreas Herhammer haben die Eventkneipe Exit in Duisburg-Walsum neu eröffnet.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg-Aldenrade.  Die Eventkneipe Exit in Duisburg-Walsum war exakt einen Tag alt, da stand schon die Polizei vor der Tür. So wollen die Pächter weitermachen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Lange stand die Kneipe leer, vor kurzem hat dort das Exit geöffnet: Die Walsumer Gastronomie-Szene ist um eine Lokalität reicher. Die gute Nachricht ist: Es läuft. Ihren ursprünglichen Plan werden die neuen Pächter dort allerdings nicht umsetzen können.

Das hatten sich Marlies und Andreas Herhammer schon irgendwie anders vorgestellt. Eigentlich sollte ihre Gaststätte in Walsum an der Dr.-Wilhelm-Roelen-Straße eine Event-Kneipe werden, in der auch Live-Bands die Besucher anlocken. Doch schon am Tag der Eröffnung Mitte November wurde ihnen drastisch vor Augen geführt, dass sich dieses Konzept so nicht durchziehen ließ.

Am Tag der Eröffnung stand zum ersten Mal die Polizei vor der neuen Kneipe

„Da hatten wir nach kurzer Zeit die Polizei vor der Tür stehen“, zeigte sich Andreas Herhammer wenig begeistert von dem Start, der den neuen Pächtern durch geräuschempfindliche Nachbarn vermasselt wurde. Das Gastronomenehepaar hatte zuvor viel Arbeitskraft in die Renovierung des Walsumer Lokals gesteckt, das im Laufe der vergangenen Jahre eine wechselvolle Geschichte mit immer wieder neuen Pächtern und Konzepten erlebt hatte.

Vor der Übernahme im November wurden die Räumlichkeiten überhaupt nicht mehr gastronomisch genutzt. Marlies Herhammer: „Hier wurden wohl Burger produziert, die Räume wurden auch als eine Art Lager benutzt.“ Die neuen Pächter mussten nicht nur die Gasträume wieder auf Vordermann bringen, sondern haben auch alle Leitungen einschließlich der Beleuchtung erneuert. In dem Zusammenhang musste auch die Bierleitung ersetzt werden. „Alleine aus hygienischen Gründen ist das bei einer Leitung, die lange nicht gewartet wurde, unbedingt notwendig“, erläuterte Andreas Herhammer.

Schon die Vorbesitzer der Kneipe hatten Ärger wegen Lärmbelästigung

So richtig gut informiert fühlten sich die Pächter vor der Übernahme der früheren „Bierbörse“ nicht: „Schon als hier eine spanische Tapas-Bar war, gab es wohl Ärger wegen Lärmbelästigung. Dabei haben hier nur Musiker ab und zu auf der Gitarre geklimpert.“

Aber unterkriegen lassen sich beide nicht. Wer das „Exit“ besucht, den erwartet trotzdem gute Unterhaltung. „Wir setzten verstärkt auf Dart-Spieler, wollen die Clubs zu uns holen, auch Skat-Runden sind herzlich willkommen, und wer an der Theke nur knobeln möchte, kann das bei uns auch tun“, so Wirt Herhammer.

Mit Musik und dem MSV sorgen die neuen Kneipenpächter für Stimmung

Auf Rock und Pop braucht auch niemand zu verzichten. Am Wochenende sorgen per Beamer sichtbar gemachte Live-Konzertmitschnitte von U2, Böhse Onkelz oder Wolfgang Petry für Stimmung. Alles in einer Lautstärke, die nicht wieder die Nachbarschaft auf den Plan ruft, betonen die Pächter. Fast schon selbstverständlich ist, dass am Wochenende auch die Spiele des MSV live übertragen werden.

Diese Angebotspalette scheint den Walsumern durchaus zu gefallen, wie die neuen Wirtsleute an den vergangenen Wochenenden erfreut festgestellt haben: „Freitags und samstags war es bis jetzt immer rappelvoll, da war richtig was los.“ Dazu hat mit Sicherheit auch beigetragen, dass man für das Exit auf Facebook kräftig die Werbetrommel gerührt hat. Für den Namen der Szene-Kneipe ist Marlies Herhammer verantwortlich: „Ich bin in Siegburg aufgewachsen, so hieß dort früher meine Stammkneipe.“

Der Traum von der Musikkneipe soll nun woanders wahr werden

Ihr Ehemann Andreas hat die Suche nach einem Standort, in der er seinen Traum von einer Musikkneipe verwirklichen kann, noch nicht aufgegeben: „Ich habe da schon einige Locations im Auge, mal schauen, was sich ergibt.“ Das Exit wird auf jeden Fall weiter betrieben, mit einem anderen Lokal in einem nicht so geräuschempfindlichen Umfeld wollen sich die Gastronomen ein zweites Standbein schaffen.

Siggi Kremer findet es jedenfalls gut, dass es in Walsum wieder einen Treffpunkt gibt, „in dem was los ist“. Er kennt noch die Zeiten, als es in dem Stadtteil eine lebendige Kneipenszene gab: „In den 1990er-Jahren gab es hier noch rund 35 Gaststätten, das ist lange vorbei. Das Rauchverbot hat vieles kaputt gemacht.“ Und von den Zeiten, als die Kumpels vom Schacht Walsum nach der Schicht erstmal ein Bier trinken gingen, will er gar nicht erst sprechen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben