Straßenbau

Obermeiderich: Vergessene Baustelle bereitet Anwohnern Sorge

Verwaiste Baustelle vor der Haustür von Claudia Jeske in Obermeiderich: Nach Beschwerden bei der Stadt Duisburg wurde sie bisher immer nur vertröstet.

Verwaiste Baustelle vor der Haustür von Claudia Jeske in Obermeiderich: Nach Beschwerden bei der Stadt Duisburg wurde sie bisher immer nur vertröstet.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Obermeiderich.  Anwohner beklagen Unfallgefahr in Duisburg-Meiderich: Nach Arbeiten im Sommer wurde eine Baustelle vergessen. Das ist nicht das einzige Kuriose.

Täglich ärgert sich Claudia Jeske, wenn sie vor die Haustür tritt. Denn dort, an der Kanalstraße in Duisburg-Obermeiderich, ist eine unvollendete Baustelle. Seit dem Sommer ist sie nun unangetastet und wohl vergessen worden.

„Anfang August wurde bei uns der Gehweg geöffnet“, schildert die Obermeidericherin. Die Baugrube, die vor zwei Häusern und einer Einfahrt lag, wurde zwar wieder zugeschüttet. Doch die Bürgersteigplatten wurden nicht wieder eingesetzt und lagern seither am Haus, in dem sich auch das Familienunternehmen befindet, ein Sanitär- und Heizungsbetrieb.

Wo der Bürgersteig aufgerissen wurde, liegen „richtig dicke Steine“, so Jeske Sorgen. „Ich finde das einfach gefährlich.“ Zumal in der Kanalstraße viele Autos parken und den Platz für Fußgänger ohnehin einschränken. Jetzt kommen die gestapelten Steinplatten und die Schneise voller großer Steine hinzu. Mütter mit Kinderwagen oder Senioren haben kaum Chancen, dort entlang zu laufen, und müssten auf die Kanalstraße ausweichen. Dennoch würden viele Fußgänger lieber ihr Glück versuchen und durch die Baustelle balancieren.

Kurios: Auftraggeber der Bauarbeiten ist aktuell noch unbekannt

Claudia Jeske ist sich sicher: „Wenn sich hier eine Oma hinlegt und sich den Oberschenkelhals bricht, dann ist das Gejammer groß.“ Die Unfallgefahr wachse im Herbst, weil die Straße trotz Laterne nur schlecht beleuchtet sei. Zudem verrutschte nun auch der restliche Gehweg. Mehrmals schon hat sie Jeske bei der Stadt gemeldet, „aber sie haben mich bisher immer vertröstet“.

Das hat jedoch Gründe, wie Stadtsprecher Malte Werning auf Anfrage dieser Zeitung erläutert: „Es lässt sich tatsächlich nicht zweifelsfrei klären, in welchem Auftrag die Arbeiten im Gehweg der Kanalstraße stattfanden und welchem Zweck sie dienten.“ Die Stadt habe die Baustelle aber nun im Blick und versuche zunächst herauszufinden, wer genau dort gearbeitet hat. Davon unabhängig hat sie aber gute Nachrichten für Claudia Jeske: Der Gehweg wird in der nächsten Woche wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht, „notfalls in unserem Auftrag“.

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