Freizeit

Selbstversuch: Schwitzen am Stadtpark in Bootcamp-Manier

„Hintern runter!“ Trainer Mario Pal (li.) zeigt dem Autor Christian Balke körperliche Grenzen auf.Fotos:Alexandra Roth

„Hintern runter!“ Trainer Mario Pal (li.) zeigt dem Autor Christian Balke körperliche Grenzen auf.Fotos:Alexandra Roth

Meiderich.   Selbstversuch mit 20 Jahren Trainingsrückstand: Trainer Mario bietet unter der A-59-Brücke „Bootcampfitness“ an. Vom Leiden und Spaß dran haben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mein Torrekord in einem Handballspiel liegt bei 17 Treffern – inklusive Kopfballtor, was im Handball nun wirklich selten ist. Einst trainierte ich Leichtathletik, Jiu-Jitsu, Tennis, war Snowboard-Instruktor und rang einem Fußball-Ex-Nationalspieler beim Freundschaftkick ein Kompliment ab: „Kerl, du bist schnell!“

Alles leider schon über 20 Jahre her, in denen meine sportlichen Aktivitäten sukzessive gegen Null zurück gingen. „Sportskanone mit 20 Jahren Trainingsrückstand“, sagt ein Kollege neulich spöttelnd und doch in jeder Beziehung treffend.

Den inneren Schweinehund das Fürchten lehren

Am selben Tag sehe ich in der Redaktion auf Facebook die Einladung von Mario Pal zur „Bootcampfitness“ in Meiderich. Da lehrt Mario – einst Boxer nationaler Spitzenklasse und heute Sportlehrer und Trainer – unter der A-59-Brücke den inneren Schweinehund das Fürchten. Immer Montag und Donnerstag um 19 Uhr. Ohne Vertragsbindung aber mit Muskelkater-Garantie.

Also nichts wie hin. Um 18.45 Uhr wartet Mario Pal entspannt unter der Brücke auf Klienten. Beton und Halbdunkel schaffen eine Atmosphäre, die an das schweißtriefende Pathos der „Rocky“-Filme erinnert. Da hätte Pal, 44 Jahre alt und mit dem Körper eines 25-jährigen Asketen ausgestattet, ganz gut reingepasst.

Früher war er als Amateurboxer Serien-Landesmeister in Thüringen. Heute hält er in Duisburg und Umgebung sich und andere Menschen fit: „Ich arbeite auch in Centern, gebe Seminare und bin Privat-Trainer.“ Seinen Kick holt er sich heute bei Extrem-Geländeläufen, „Viking-Runs“, gerne auch mal über 15, 20 Kilometer mit 1000 Höhenmetern inklusive.

An diesem Tag kommen neben dem Reporter sechs Frauen zu Pals „Bootcampfitness“: Kraft/Ausdauer-,Intervall- und Zirkeltraining kombiniert der Übungsleiter Mario Pal mit gezielten Stretching- und Yogaelementen.

Rumbrüllen ist Mario Pals Sache nicht

Die Ansprache des muskulösen Tattoo-Trägers ist dabei nicht so martialisch, wie es sein Aussehen und der Name „Bootcamp“ vermuten ließen: „Soll ich rumbrüllen? Training und Intensität sind wesentlich. Aber wenn du unbedingt willst, mach ich dir Beine!“ sagt er lachend und wirkt dabei so glaubwürdig, dass dem inneren Schweinehund die Düse geht. Pal kombiniert klassische Dips, Situps und Liegestützen mit modernen Trainingsmethoden zu einer Übungsstunde, die es wahrlich in sich hat.

Die Übungen sind so gewählt, dass Intensität sich automatisch einstellt. Bei Mario Pal kommen sie Alle mächtig ins Schwitzen. Garantiert. Auch Teilnehmerin Steffi: „Ich bin seit März in der Gruppe und habe schon zwölf Kilo abgenommen. Der Trainer, die Truppe – alles top!“ Der Autor schreibt’s nach dem Training mit. Mit zitternder Hand, kaum leserlich.

Am nächsten Morgen fragt Mario Pal online nach: „Gut aus dem Bett gekommen, Christian? Erste Anzeichen von Muskelkater?“ Sehr witzig. „Danke der Nachfrage“, schreibe ich zurück, „du hast einen ausgewachsenen Muskeltiger aus dem Tiefschlaf geweckt!“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik