Piraten

Pirat aus Duisburg wird aus der Partei geworfen

Viel Kritik übte Andreas Winkler an seiner Piratenpartei. Nun behauptet diese, Winkler sei nie Mitglied der Piraten gewesen.

Viel Kritik übte Andreas Winkler an seiner Piratenpartei. Nun behauptet diese, Winkler sei nie Mitglied der Piraten gewesen.

Foto: dapd

Duisburg.  Das aufgrund seiner Kritik am hiesigen Kreisverband wohl bekannteste Mitglied der Duisburger Piratenpartei Andreas Winkler erhielt nun eine E-Mail von NRW-Generalsekretär Carsten Trojahn. Darin teilt er mit, dass Winkler kein Mitglied der Piratenpartei ist - und auch niemals eines war.

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Die Piratenpartei macht derzeit vor allem von sich reden, weil sich ihr Personalkarussell medienwirksam dreht. Zuletzt schmissen zwei Piraten aus dem Bundesvorstand hin.

Dagegen entledigte sich die NRW-Partei fast schon heimlich eines Duisburger Piraten, der für viel Wirbel und Negativschlagzeilen gesorgt hatte: Andreas Winkler, das aufgrund seiner Kritik am hiesigen Kreisverband wohl bekannteste Mitglied aus Duisburg. In einer formlosen E-Mail an Winkler, die der NRZ vorliegt, teilt NRW-Generalsekretär Carsten Trojahn ihm mit, dass er kein Mitglied der Piratenpartei Deutschland ist und auch niemals eines war.

Falsche Angaben

Noch vor Wochen hatte die Partei eine andere Auffassung vertreten. Grund für den Sinneswandel ist offenbar die Überprüfung des Beitrittsformulars: „Die uns gegenüber gemachten Angaben auf Deinem Mitgliedsantrag stimmten nicht mit den tatsächlichen Angaben überein.“ Gemeint ist die Duisburger Anschrift auf besagtem Antrag: Winkler lebt zwar mit Ehefrau in Duisburg und im Sauerland, ist aber nur im irischen Dublin gemeldet.

„Das sehe ich anders, denn die Angaben waren zu dem Zeitpunkt vollkommen richtig“, kontert Winkler. „Mir ist neu, dass ich als Auslandsdeutscher nicht den Piraten angehören darf.“ Das dürfte er tatsächlich, dazu ist laut Parteisatzung jedoch ein Beschluss des Bundesvorstandes notwendig, der in seinem Fall fehlt.

Winkler will nun das „merkwürdige Gebaren“ der Landespartei anwaltlich prüfen lassen. Nutzen wird es ihm wohl wenig. Es sei unerheblich, sagt Alexander Reintzsch vom NRW-Vorstand, ob der umstrittene Pirat beim Eintritt tatsächlich in Duisburg gemeldet war. Denn selbst dann hätte er versäumt, seinen Umzug ins Ausland mitzuteilen. „Wir vermuten eine Täuschungsabsicht.“

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