Kundenärger

Postsprecher: "94 Prozent der Sendungen am nächsten Tag da"

Der Postsprecher betont, dass 94 Prozent aller Sendungen am nächsten Tag den Empfänger erreichen.

Foto: Michael Kleinrensing

Der Postsprecher betont, dass 94 Prozent aller Sendungen am nächsten Tag den Empfänger erreichen. Foto: Michael Kleinrensing

Duisburg.   Ein Kunde ist verwundert – für zehn Euro Aufschlag soll ein Brief garantiert am nächsten Tag ankommen. Wie sieht es mit dem Standardversand aus?

Als Otto Zentek neulich zum Postanbieter in Huckingen ging, war er verwundert. „Normalerweise hätte das Porto 95 Cent betragen, aber bei der Post wurde ich gefragt, ob der Brief am nächsten Tag ankommen solle“, berichtet er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er bejahte und bekam ein neues Angebot: Statt knapp einem Euro sollte er nun gut elf Euro bezahlen. Damit wäre die Zustellung am nächsten Tag garantiert. Zentek schüttelte den Kopf, wählte den Standard-Versand und wandte sich an die Zeitung. „Schließlich liest man ja immer so viel, dass die Post liegen bleibt oder nicht rechtzeitig ankommt.“

Post: „94 Prozent kommen am nächsten Tag an“

Mit dem Vorurteil, dass montags keine Post zugestellt wird und Briefe liegen bleiben, möchte Achim Gahr, Sprecher der Deutschen Post in NRW, aufräumen. „Es gibt TÜV-zertifizierte Tests, dass 94 Prozent der Sendungen am nächsten Tag ankommen.“ In der Tat sei es so, dass montags weniger Briefe ankommen, weil etwa Firmen keine Post rausschicken und auch die Info-Sendungen nicht verteilt werden müssten. Privatleute schreiben immer weniger Briefe, also bleibt der Kasten oft leer.

„Die Zusteller übernehmen dann noch zusätzliche Bezirke. Wenn der Postbote sonst um 11 Uhr klingelt und dann mal eine halbe Stunde später kommt, entsteht der Eindruck, als würde er gar nicht arbeiten, weil man nur einmal in den Briefkasten schaut“, widerspricht Gahr dem gängigen Eindruck.

Sendung lässt sich nicht immer genau nachverfolgen

Den Fall von Herrn Zentek kann er sich nur so erklären: Wenn einem Mitarbeiter einer Post-Servicestelle nicht klar ist, ob der Kunde Zusatzleistungen wünsche, dann frage er noch einmal nach. Einige würden nämlich die Sendung genau verfolgen wollen. „Das geht aber selbst bei einem Einschreiben nicht. Dann muss ich den Brief mit DHL verschicken und werde informiert, wo sich die Post aktuell befindet.“ Eine Anweisung, zusätzliche Services zu verkaufen, gebe es allerdings nicht.

Zum Glück ist der Brief von Otto Zentek auch zum Normal-Tarif inzwischen angekommen.

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