Kommentar zu „The Curve“

Prestigeprojekt Eurogate: Verschwendung für einige wenige

Philipp Wahl kommentiert das Projekt „The Curve“ an der Eurogate-Treppe im Duisburger Innenhafen.

Philipp Wahl kommentiert das Projekt „The Curve“ an der Eurogate-Treppe im Duisburger Innenhafen.

Eurogate war immer nur ein Prestigeprojekt der Stadtoberen, von dem zu wenige profitieren. Es steht für Steuerverschwendung in einer armen Stadt.

Die Fehler der Vergangenheit lassen den Ratsleuten fast keine Wahl: Wenn sie der Fortsetzung des Projektes „The Curve“ nicht zustimmen, drohen noch höhere Verluste und eine Verlängerung des Stillstands an der Eurogate-Treppe bis 2024. Mindestens. Was für ein Dilemma, was für eine Blamage. Und was für ein Paradebeispiel für Prestigedenken und Steuerverschwendung, für überforderte und unkontrollierte Ämter sowie städtische Gesellschaften.

Die Bürger dieser armen Stadt haben kein Verständnis für einen solch leichtfertigen Umgang mit Millionensummen. Sie leiden seit Jahren unter dem Spardiktat, das der Staat ihnen in Duisburg zumutet: in Warteschlangen in Ämtern, in maroden Schulen und unzureichend ausgestatteten Kindertagesstätten, auf alten Sportplätzen und kaputten Straßen, unter einem miesen Nahverkehrsnetz.

Die Mehrheit profitiert kaum

Zudem profitiert die Mehrheit vom sogenannten Leuchtturmprojekt mit Luxus-Wohnungen, Hotel und Büros kaum. Sicher, im besten Fall ist die Treppe in einigen Jahren auch wegen der Gastronomie einen Spaziergang wert. Vielleicht wird sie der Stadt einige neue Steuerzahler (Besserverdiener und Firmen) bescheren – und einem Tochterunternehmen der Deutschen Immobilien Holding Aktiengesellschaft einen schönen Gewinn. Auf der Prioritätenliste der Bürger tauchte Eurogate dagegen nie auf.

Es war immer nur ein Prestigeprojekt der Stadtoberen. Ohne Not hatte sich die Rathausspitze unter Adolf Sauerland hier den Visionen des Star-Architekten Sir Norman Foster hingegeben, der bereits 1990 für den ehemaligen Holzhafen eine stählerne Glassichel als „Kompetenzzentrum für Strukturwandel, Städtebau und erneuerbare Energien“ vorschlug.

Fosters Attraktion war eine Nummer zu groß für Duisburg. Die Treppe baute die Stadt bis 2009 dennoch ohne Investor, um sich knapp zwölf Millionen Euro Fördergelder nicht entgehen zu lassen. Sieben Jahre später musste sie die ungenutzte Treppe sanieren – für 500.000 Euro.

Wie teuer Eurogate, „The Curve“ und die Planungsfehler Duisburg insgesamt zu stehen kommen, ist schon jetzt schwer zu beziffern und weiter ungewiss. Sicher ist: Der Schaden ist zu groß.

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