Schulprojekt

Schüler retten Bienen: Homberger Schule erhält Auszeichnung

Bienen sind für Mensch und Natur ebenso wichtig wie gefährdet.

Bienen sind für Mensch und Natur ebenso wichtig wie gefährdet.

Foto: Monika Skolimowska / dpa-tmn

Duisburg-Homberg.  Das Franz-Haniel-Gymnasium in Homberg setzt sich für das Wohl der Bienen ein. Dafür hat es jetzt das Siegel „Bienenfreundliche Schule“ erhalten.

Eifrige Bienen sind nach Schätzungen des Nabu als Bestäuber der Blüten von gut einem einem Drittel aller landwirtschaftlichen Nutzpflanzen unverzichtbar. Ohne Bienen wäre der Frühstückstisch deutlich ärmer und die Ernährung schwieriger, die Natur um ein Vielfaches karger. Aber die Anzahl der Bienenvölker nimmt aus unterschiedlichen Gründen ab, wie Ökologen seit Jahren melden und Alarm schlagen.

Das mögliche Aussterben der so wichtigen Insekten wollte das Franz-Haniel-Gymnasium nicht einfach so hinnehmen und hat drei Projekte gestartet, mit denen es sich bei der Aktion #bienenlive von Planet Schule und WDR2 beworben hat. Mit Erfolg. Von über 100 Schulen aus ganz NRW wurde das Homberger Gymnasium ausgewählt und mit dem Siegel „Bienenfreundliche Schule“ ausgezeichnet. Verdient hat es sich das Siegel durch das Engagement in drei verschiedenen Projekten für den Schutz der Honig- und Wildbienen: die Imker-AG, das Ackerdemie-Programm „Schlauer Bauer“ sowie das Marketingprojekt „Bees’ Lives Matter“. In allen drei Projekten lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wissenswertes über die Lebensweise der Bienen, das sie direkt in nützliche Ideen umsetzten.

Kerzen, Seife oder Krippenfiguren aus Bienenwachs

So ist die Intention der von einer engagierten Schülermutter geleiteten Imker-AG, die Lebensweise von Honigbiene und Wildbiene darzustellen und deren Lebensraum den Schülerinnen und Schülern nahe zu bringen. Darüber hinaus nutzt die Imker-AG die Produkte der Biene, die bereits geschichtlich von Bedeutung waren. Sie fertigen aus dem Wachs Kerzen, Seife, Lippenpflegestifte oder Krippenfiguren, den Honig füllen sie zum schuleigenen Verkauf ab.

Das zweite Projekt beruht auf einer Kooperation mit der „Gemüseackerdemie“. Im Rahmen der Garten-AG können Schülerinnen und Schüler so mit fachkundiger Unterstützung auf zehn Beeten verschiedene Gemüsesorten sowie bienenfreundliche Pflanzen anbauen. „Dabei setzten wir auf verschiedene nektar- und pollenreiche Stauden, Kräuter sowie Gehölze, um möglichst ganzjährig ein Nahrungsangebot zu schaffen“, so Ethel-Maria Kurz, Lehrerin und Leiterin der Garten-AG.

Umweltfreundlich und wirtschaftlich

Bei dem Marketingprojekt „Bees Lives Matter“ in Kooperation mit der Niederrheinischen IHK geht es darum, eine umweltfreundliche Idee mit wirtschaftlichen Aspekten zu verbinden und daraus eine Geschäftsidee zu entwickeln. „Das Aussterben der Wildbienen nimmt inzwischen erschreckende Dimensionen an, woraus verheerende Folgen für das Pflanzenwachstum resultieren. Diese traurige Tatsache hat die Schülerinnen und Schüler dazu bewegt, einen Beitrag zum Schutz der Bienen leisten zu wollen“, erläutert Maria Kipp, die als Lehrerin das Projekt betreut.

Gemeinsam mit der Imker-AG produzieren die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen, besonders umwelt- und bienenfreundlichen „Bienenhotels“ aus Naturmaterialien und vermarkten diese an Privatpersonen sowie Unternehmen. Dabei erwerben sie Kompetenzen in den Bereichen Marketing und Finanzen, während sie gleichzeitig das Wohl der Bienen im Blick haben.

Über das Siegel „Bienenfreundlichen Schule“ freut sich Schulleiter Norbert Thummes ganz besonders. Denn, so erklärt er: „Das zeigt, dass Schule so viel mehr ist als Unterricht und dass durch derartige Projekte das ökologische Bewusstsein der jungen Leute besonders gefördert werden kann.“

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