Sechsspuriger Ausbau

Dauerstau droht: A40 in Mülheim wird fünf Jahre zur Baustelle

Die Raffelbergbrücke in Mülheim, die die A40 über die Ruhr führt, muss im Zuge des Autobahn-Ausbaus komplett saniert werden.

Foto: Oliver Müller

Die Raffelbergbrücke in Mülheim, die die A40 über die Ruhr führt, muss im Zuge des Autobahn-Ausbaus komplett saniert werden. Foto: Oliver Müller

Mülheim.  Bei einem Infoabend hat Straßen NRW erste Planungen für den größtenteils in Mülheim stattfindenden sechsspurigen Ausbau bekannt gemacht.

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In Zügen haben Planer des Landesbetriebs Straßen NRW am Montagabend Anlieger der Autobahn 40 den sechsspurigen Ausbau zwischen dem Autobahnkreuz Kaiserberg und der Anschlussstelle Essen-Frohnhausen erläutert. Der Ausbau soll frühestens ab dem Jahr 2022 beginnen.

Fünf Jahre soll die Verbreiterung der Autobahn dauern. Gebaut wird in drei Abschnitten für bisher veranschlagte 254 Millionen Euro. Dafür müssen 18 Brücken und die U-Bahn-Station Eichbaum in Mülheim erneuert werden. Umleitungen und Staus sind kalkuliert. Der Bund habe genug Geld, erfuhren rund 450 Anlieger beim Infotreffen in der Gustav-Heinemann-Gesamtschule.

An einigen Stellen müssen auch Grundstücke beschnitten werden

Projektleier Frank Hinterland bestätigte, dass es Stellen geben werde, an den Grundstücke beschnitten werden müssen. Man wolle frühstmöglich mit den Grundstückseignern in den Dialog treten und Lösungen finden. Das Wort "Enteignung" fiel nicht – auch wenn das Planungsrecht dies im äußersten Fall ermöglicht.

Fragen von Bürgern nach einem möglichen sofortigen Bau von Lärmschutzwänden entgegneten die Planer, dass man a) die Wände erst zum Schluss auf den Fahrbahnrand setzen könne sowie b) der sechsspurige Ausbau den Verkehr flüssiger mache und es dadurch leiser würde in der Umgebung. Mit welchen Bauabschnitt begonnen wird, ist Stand jetzt offen

Keine Ausbauplanung für Nadelöhr am Rhein-Ruhr-Zentrum

Im Bereich des Rhein-Ruhr-Zentrums erwarten Anlieger Dauerstaus, weil es für das vierspurige Nadelöhr in Essen keine Ausbauplanung gibt. „Daher ist das Mülheimer Projekt auch Unsinn“, sagte ein Anlieger der Blücherstraße in Mülheim. „Der Landesverkehrsminister muss dafür den Planungsauftrag erteilen. Geld ist dafür in Berlin genug da“, antwortet Arno Klare. Der SPD-Bundestagabgeordnete sitzt im Verkehrsausschuss.

Der Verkehrsdruck auf das Essener Gebiet dürfte zunehmen. Die Stadt sieht daher wieder Argumente für einen Deckel über der A40. (frh/mit maik)

Die drei Bauabschnitte in der Übersicht 

Abschnitt 1: Autobahnkreuz Kaiserberg bis Mülheim-Dümpten

Der 5,88 Kilometer lange Abschnitt erstreckt sich zwischen dem Autobahnkreuz Kaiserberg und der Anschlussstelle Mülheim-Dümpten. Er umfasst die Anschlussstellen Duisburg-Kaiserberg (teilweise), Mülheim a.d.R., Mülheim-Styrum und Mülheim-Dümpten. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Fahrbahn auf sechs Fahrstreifen müssen hier einige Brückenbauwerke auf die neue Querschnittsbreite angepasst und somit neu gebaut werden.

Die Gesamtkosten für den ersten Abschnitt belaufen sich voraussichtlich auf 149,1 Millionen Euro.

Abschnitt 2: Mülheim-Dümpten bis Mülheim-Heißen

Der zweite Abschnitt hat eine Länge von 3,8 Kilometer. Er schließt in Mülheim-Dümpten an den ersten Abschnitt an und umfasst die Anschlussstellen Mülheim-Winkhausen und Mülheim-Heißen.

Der Bereich zwischen Mülheim-Dümpten und Mülheim-Winkhausen ist in Fahrtrichtung Essen bereits fünfstreifig ausgebaut. Die Gesamtkosten für diesen Abschnitt belaufen sich voraussichtlich auf 59 Millionen Euro.

Abschnitt 3: Mülheim-Heißen bis Essen-Frohnhausen

Der dritte Abschnitt beginnt an der Anschlussstelle Mülheim-Heißen und endet mit dem Anschluss an den vierstreifigen Bestand an der Anschlussstelle Essen-Frohnhausen. Charakteristisch für den gesamten dritten Abschnitt ist die im Mittelstreifen liegende Stadtbahn-Linie U 18. „Die Koordinierung der betrieblichen Belange von Straße und Schiene während der Bauzeit stellen eine besondere Herausforderung dar“, erwarten die Planer komplizierte Arbeit. Mit der Anschlussstelle Mülheim-Heimaterde wird das Rhein-Ruhr-Zentrum angebunden. Für die Brücke der Ausfahrtrampe zur B1 wird derzeit ein Ersatzneubau geplant. Dieser berücksichtigt den sechsstreifigen Ausbau und wird voraussichtlich vorgezogen hergestellt.

Die Länge des Abschnittes beträgt 2,6 Kilometer. Es ergeben sich voraussichtliche Gesamtkosten von 45,8 Millionen Euro.

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