Nahverkehr

Sozialverband demonstriert gegen neuen Fahrplan in Duisburg

Kurz vor der Umstellung auf den neuen Fahrplan in Duisburg versammelten sich zahlreiche verärgerte Bürger an der Moltkestraße. Der Wegfall der Haltestelle ist einer von mehreren Kritikpunkten des VdK Neudorf-Duissern.

Kurz vor der Umstellung auf den neuen Fahrplan in Duisburg versammelten sich zahlreiche verärgerte Bürger an der Moltkestraße. Der Wegfall der Haltestelle ist einer von mehreren Kritikpunkten des VdK Neudorf-Duissern.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Am 25. November demonstriert der VDK Neudorf-Duissern vor der Ratssitzung gegen den neuen Fahrplan. Die Kritik ist massiv. Das sind die Gründe.

Kante will der Sozialverband VDK Neudorf-Duissern zeigen und vor der kommenden Ratssitzung am Montag, 25. Oktober, gegen den Nahverkehrsplan in Duisburg kräftig demonstrieren.

„Die Haltestelle Moltkestraße in Duissern muss erhalten bleiben“, lautet die zentrale Forderung der Demonstrierenden. Gisela Schiffers, Vorsitzende des VDK-Ortsverbands, kritisiert den neuen ÖPNV-Plan scharf als nicht alten- und behindertengerecht.

Von der City nur zwei Minuten mit der Bahn – anschließend aber elf Minuten laufen

Der umstrittene Plan allerdings ist seit 27. Oktober in Kraft getreten. Daran haben zunächst auch die rund 1400 Unterschriften nicht gerüttelt, die der Bürgerverein Duissern mit Unterstützung des Sozialverbands gegen die Umstellung der Linien im Vorfeld gesammelt hatte. Schiffers und auch der Bürgerverein werfen deshalb längst nicht ihren Fahrschein ins Altpapier: „Man muss dranbleiben“, sagt die Vorsitzende.

Vor allem der Wegfall der Haltestelle Moltkestraße und der Linie 944 schlagen in Duissern ins Kontor. Das schaffe eine Lücke im Liniennetz, die gerade von Älteren und Menschen mit Behinderung kaum zu bewältigen sei, so Schiffers.

Ein Beispiel zeigt die Auswirkungen: Wer bislang zwischen Duisburg City und Moltkestraße gefahren ist, hatte mit der Linie 944 eine Direktverbindung von etwa fünf Minuten. Der neue Plan schlägt nun vor, nur zwei Minuten mit der Straßenbahn 903 bis Duissern U-Bahnhof zu fahren, anschließend jedoch elf Minuten zu laufen.

Bürgerverein klagt über unzumutbare Umstände für betagte Bürger

Nicht viel besser ist die Alternative von der Mülheimer Straße. Sieben Minuten brauchen gesunde Füße. Wer auf Gehhilfen unterwegs ist, muss mehr Zeit einplanen oder kann die 600 Meter Strecke zur Haltestelle gar nicht erst bewältigen.

Dass sich die Wegstrecken zu den Haltestellen sich durch die Umstellung deutlich verlängert haben, kann auch der Bürgerverein durch eigene Messungen bestätigen. Er geht von durchschnittlich 500 bis 600 Metern aus. Das sei für betagte Bürger „unzumutbar“, glaubt Manfred Willems vom Bürgerverein.

Verstößt der Nahverkehrsplan gegen seine eigenen Richtlinien zur Fußwegeentfernung?

Damit verstößt der neue Nahverkehrsplan augenscheinlich gegen eigene Richtlinien. Auf Seite 60 der Ausführungen zum Plan legt dieser für die Fußwegeentfernungen zur Haltestelle in Metern fest: 500 Meter bis zur nächsten Stadtbahn in Haupt- und Nebenzentren sowie nur 300 zu Bus und Straßenbahn.

Die als Bindeglied eingeplanten elf Taxibus-Linien seien zudem für Gehhilfen wie Rollatoren nicht entsprechend ausgerüstet. Hinzu komme, dass nicht wenige ältere Menschen mit den Apps für Mybus und Co. nicht gut umgehen können.

Schiffers hält diese Verschlechterungen auch in anderer Hinsicht für bedenklich: Wer ein Auto hat, werde nun erst recht nicht auf Bus und Bahn umsteigen. Selbst auf kurzen Wegen seien gehbehinderte Menschen nun wieder auf das Auto angewiesen. „Was man diesen Menschen jetzt zumutet, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar“, argumentiert Schiffers und sieht die Negativentwicklung vor allem in einer mangelnden Beteiligung von Bürgern im Vorfeld der Planerstellung begründet.

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