Kunst & Kultur

Spezialfolie soll Kunst im Museum MKM vor Staub schützen

Der Anbau an das Museum Küppersmühle (MKM) am Duisburger Innenhafen wächst beständig gen Himmel. Bis spätestens Juni 2018 soll alles fertig sein.

Der Anbau an das Museum Küppersmühle (MKM) am Duisburger Innenhafen wächst beständig gen Himmel. Bis spätestens Juni 2018 soll alles fertig sein.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Die Werke des Museums Küppersmühle werden wegen der Umbauarbeiten in Depots abtransportiert – oder an den Wänden mit Spezialfolie abgedeckt.

Bald kommt der Staub. Und der ist für die Kunstwerke und ihre empfindliche Oberfläche pures Gift. Zu den Umbauarbeiten im Museum Küppersmühle am Innenhafen gehören auch die Durchbrüche vom alten in den neuen Gebäudetrakt, der gerade fertiggestellt wird. Und wer schon mal meterhohe Löcher in bestehendes Mauerwerk geschlagen hat, der weiß, wie viel Dreck das macht. Deshalb werden seit Anfang der Woche die Kunstwerke im MKM verpackt und von dort in Depots geschafft. Nur einige wenige Großformate verbleiben an den Wänden – ausgestattet mit entsprechendem Schutz.

„Das bleibt auf jeden Fall hier“, sagt Thomas Brüning, ein 55-jähriger Restaurator aus Ratingen. Dabei deutet er auf ein gigantisches Werk des im Vorjahr verstorbenen Künstlers A.R. Penck, das seinen Platz im größten der acht Räume im zweiten Obergeschoss des Museums gefunden hat. Ehrfurcht einflößende sechs mal zwölf Meter misst dieses Bild. Das passt in gerahmtem Zustand durch keine Tür, durch kein Fenster des MKM. „Wir müssten den Rahmen entfernen und es aufrollen“, erklärt Brüning. Das würde aber nicht nur einen immensen Aufwand für das vierköpfige Team der Spedition bedeuten, sondern für das Bild auch „eine Strapaze darstellen“, so Brüning.

Also bleibt es an der Wand. „Wir haben das Bild mit einem speziellen Fließstoff abgedeckt. Dieser ist säurefrei, atmungsaktiv und liegt direkt auf der Oberfläche des Kunstwerks auf“, beschreibt Brüning die Schutzmaßnahme. Neben diesem Penck-Giganten ist ein extrem breites Bild von Markus Lüpertz zu sehen – das jedoch noch ohne jede schützende Hülle. „Das lässt sich problemlos in fünf leicht tragbare Einzelteile zerlegen und wird deshalb auch noch entfernt“, sagt der Restaurator.

Als solcher hat Brüning auch die Aufgabe, so genannte Zustandsprotokolle zu jedem Kunstwerk zu erstellen. Es werden Aufnahmen gemacht, dazu schriftlich alle Details zum Zustand des jeweiligen Bildes oder der jeweiligen Skulptur aufgezählt. Erst wenn das gemacht ist, darf die Auslagerung in eines der MKM-Depots erfolgen.

Wir gehen weiter in den nächsten Raum. Dieser liegt zwar am weitesten von jener Stelle entfernt, an der es zum Durchbruch zum Neubau kommen soll. Weil Staubwolken aber ebenso hartnäckig wie langlebig sind, lässt Restaurator Brüning auch hier Schutzmaßnahmen ergreifen. Die sehen aber für die vier großformatigen Werke von Anselm Kiefer anders aus als im Raum zuvor. Hier wird eine Art Gerüst aus Aluschienen gebaut. Das wird mit Folie bespannt – fertig ist der staubabweisende Kokon.

Stellwände schützen Skulptur

Die dritte Abdeckmöglichkeit wird bei einer Skulptur von Norbert Kricke angewandt: Weil diese zu schwer zum Abtransport ist und wegen ihrer ausladenden Ausmaße weder in den Aufzug noch durch ein Fenster passt, werden mobile Stellwände um sie herum drapiert. Folie drum. Fertig. Bis Ende nächster Woche soll alles verpackt und der wegzuschaffende Rest abtransportiert sein. Im Juni 2018 soll der neue Trakt fertig sein. „Und dann erledigen wir dieselben Arbeiten noch einmal“, so Brüning. „Nur in umgekehrter Reihenfolge.“

Ausstellungsfläche wird verdoppelt

Das Museum Küppersmühle verfügt derzeit über jeweils rund 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf drei Etagen – addiert 2400 Quadratmeter.

Mit dem Neubau, dessen Grundstein im April 2017 gelegt wurde und der im Juni fertiggestellte sein soll, wird sich die Ausstellungsfläche auf 5000 Quadratmeter verdoppeln.

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