Großbauprojekt Wedau

Stadtplaner: „Das Ufer des Masurensees bleibt nutzbar“

Die große Seepromenade soll den Besuchern das Verweilen am Masurensee ermöglichen, dort, wo sie jetzt gar nicht bis ans Wasser kommen.

Die große Seepromenade soll den Besuchern das Verweilen am Masurensee ermöglichen, dort, wo sie jetzt gar nicht bis ans Wasser kommen.

Foto: Atelier Loidl

Duisburg.   Die Planer von „6 Seen Wedau“ in Duisburg betonen, dass entgegen der Befürchtungen der BI „Uferretter“ der Zugang zum Wasser erhalten bleibt.

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Die „Uferretter“ hatten in den vergangenen Wochen mächtig gegen die im Rahmen des Großprojektes „6 Seen Wedau“ geplante Wohnbebauung am Masurensee in Wedau gewettert. Derzeit überprüfen sie, ob sie ein Bürgerbegehren anstreben können. Ihre Kritik: Der kleine Strand, die Liegewiese und der direkte Zugang zum Wasser soll einer asphaltierten Promenade auf einer Hochebene mit Seeterrassen und Außengastronomie weichen, der direkte Zugang zum See würde damit verbaut. Das stimme aber so nicht. Sagt die Stadt. Hendrik Trappmann, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Projektmanagement, spricht von „großen Missverständnissen“, die es auch nach Bürgeranhörungen und Informationsveranstaltungen noch immer gebe. Ja, der Uferbereich werde ein „stückweit urbaner“, aber „alles bleibt nutzbar. Es wird kein Ufer privatisiert, es werden keine Villen mit Uferzugang gebaut“, betont Trappmann bei einer Begehung der Masurenallee.

Im Gegenteil: Der Vorwurf, dass dem Bau von geplanten 3000 Wohneinheiten einiges an Grünfläche zum Opfer falle, könne man nicht stehen lassen. Derzeit gebe es 23.000 Quadratmeter Grünfläche, „nachher werden es rund 41.000 Quadratmeter sein, plus Promenade“, erklärt Thomas Lennartz, Geschäftsführer der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft (BEG).

Einvernehmen mit den Vereinen

Der Uferbereich des Masurensees, der bislang im Sommer als Grillwiese und Badestrand genutzt wird, obwohl ein Schild darauf hinweist, dass an dieser Stelle das Baden im Wasser verboten ist, werde zum Uferpark umgestaltet – mit Bäumen und Wegen. Und die geplante Uferpromenade beginnt erst ein paar Meter weiter hinter dem Bruchgraben, der renaturiert wird, und sie ermögliche einen Zugang zum dort bislang durch Zäune abgegrenzten Seeufer. Geplant ist in diesem Bereich eine drei- bis viergeschossige Bebauung. Lediglich zwei Häuser könnten siebengeschossig werden, betont Lennartz.

Bislang habe man im „großen Einvernehmen“ mit allen Betroffenen – Vereinen und Eigentümern – das Projekt auf den Weg gebracht. Dies gelte für die Kleingärtner, die umziehen müssen. Von den 248 Parzellenbesitzer siedeln 76 ein stückweit südlicher um. „Die anderen haben unser Angebot angenommen und geben ihren Garten auf“, erklärt Lennartz. Einvernehmen gibt es auch mit den Verein ETuS Wedau, der bleibt, wo er ist. Und auch sonst regele man vieles im direkten Gespräch mit den Anwohnern.

Zuerst wird das Nahversorgungsgebiet erschlossen

Insgesamt werde das Großbauprojekt in 55 Baufelder eingeteilt. Derzeit stecke man im Bebauungsplanverfahren, strebe im Sommer eine Offenlage an. Man hofft, noch in diesem Jahr ein durch den Rat abgesegnetes Baurecht zu bekommen. „Dann würden wir in einem ersten Schritt mit der Erschließung und dem Bau des Nahversorgungsgebietes beginnen“, erklärt Thomas Lennartz. Denn dies solle auf dem Areal am Wasserturm hinter der Brücke, die nach Bissingheim führt, entstehen – und das „Eintrittstor ins Gebiet“ werden.

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