Stadtteil-Check

Sicherheit in Duisburg: Hier fühlen sich Menschen (un)sicher

Sicherheit in Duisburg: Der Stadtteil Marxloh, hier die Weseler Straße, bekommt beim Thema Sicherheit eine schlechte Note. Deckt sich das mit der Zahl der Straftaten?

Sicherheit in Duisburg: Der Stadtteil Marxloh, hier die Weseler Straße, bekommt beim Thema Sicherheit eine schlechte Note. Deckt sich das mit der Zahl der Straftaten?

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  In welchen Duisburger Stadtteilen fühlen sich die Duisburger unsicher? Wir vergleichen die Ergebnisse des Stadtteil-Checks mit den Fallzahlen.

• „Wie beurteilen Sie die Sicherheit in Ihrem Stadtteil“ - diese Frage haben wir mehr als 10.500 Duisburgern gestellt. Diese durften ihren Stadtteil dann im großen Stadtteil-Check mit einer Schulnote von eins bis sechs benoten.

• Wir haben die Ergebnisse der Umfrage zum Thema Sicherheit in Duisburg mit den Zahlen der Duisburger Polizei für das Jahr 2019 verglichen.

• Die Analyse allerdings zeigt: Das subjektive Sicherheitsempfinden der Befragten spiegelt nicht immer die tatsächliche Kriminalitätsbelastung wieder, oft gibt es auffällige Unterschiede.

Lebt es sich in Großenbaum sicherer als in Beeck? Für unseren Stadtteil-Check haben mehr als 10.500 Duisburger die Sicherheit in ihrem Stadtteil mit Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) bewertet. Die Frage: „Wie beurteilen Sie die Sicherheit in Ihrem Stadtteil?“ Wir haben die Umfrageergebnisse mit den aktuellen Zahlen der Polizei für das Jahr 2019 verglichen. Die Analyse zeigt: Das subjektive Sicherheitsempfinden der Befragten spiegelt nicht immer die tatsächliche Kriminalitätsbelastung wieder, oft gibt es auffällige Unterschiede.

Sicherheit in Duisburg: Miserable Zeugnisse für Hochheide und Marxloh

Ihren Stadtteilen Hochheide und Marxloh stellen die Bewohner ein miserables Zeugnis aus: Die Sicherheit vor Ort bewerten sie als mangelhaft (siehe Grafik). Was sind die Gründe? Polizeisprecher Stefan Hausch spricht aus seiner langjährigen Erfahrung: „Schlagzeilen und drastische Fälle bleiben bei den Menschen hängen.“

Hochheide ist für diese Theorie offenbar ein guter Beleg. Das Stadtviertel ist das Schlusslicht beim Thema Sicherheit in Duisburg. Und war zuletzt in den Schlagzeilen: Drei Kioske hat die 40-köpfige Jugendbande bei ihrer Raubtour im Westen allein in diesem Stadtteil überfallen. Das blieb wohl bei den Menschen hängen. Im Polizeipräsidium sind die Verantwortlichen auch deshalb besonders froh über den Ermittlungserfolg.

Sicherheit in Duisburg: Dellviertel mit den meisten Straftaten

Die Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik belegen den Eindruck der Hochheider nur bedingt. 1152 Straftaten registrierte die Behörde hier 2019 – in elf Vierteln waren es im Vorjahr zum Teil deutlich mehr. So zum Beispiel im Dellviertel: Dort haben die Menschen die Sicherheit als befriedigend bewertet. Sowohl bei der Gesamtkriminalität (3959 Taten), als auch bei der Straßenkriminalität (887 Taten) liegt der Stadtteil allerdings auf dem zweifelhaften Spitzenrang

.

„Man muss bei der Zahl der Straftaten auch immer die Einwohnerzahl betrachten“, gibt Hausch zu bedenken. Hochheide und das Dellviertel sind hier zumindest vergleichbar.

Die Wahrnehmung der Sicherheit in Duisburg ist unterschiedlich

Wahrnehmung und Realität liegen in Marxloh näher beieinander: Auch hier fällten die Bewohner beim Thema Sicherheit das Urteil mangelhaft. Auch hier handelt es sich um einen Teil Duisburgs, der bundesweit dauerhaft Negativschlagzeilen macht. In der Gesamtkriminalität und bei der Straßenkriminalität hat Marxloh im Duisburg-Vergleich die vierthöchsten Fallzahlen. Die Duisburger Polizei zeigt hier jedoch eine sehr hohe Präsenz – gerade im Kampf gegen die sogenannten Streetcorner-Gangs, die die Weseler Straße für sich reklamieren.

Kriminalität in Duisburg: In diesen Stadtteilen fühlen sich die Duisburger sicher

Welche Faktoren sind nach Einschätzung der Polizei für die Sicherheit in einem Stadtteil entscheidend? „Altersstruktur, soziale Struktur und Bildungsniveau“, zählt Experte Stefan Hausch auf.

Besonders sicher fühlen sich die Bewohner in der Großstadt in den Stadtteilen, die einen abgeschlossenen, dörflichen Charakter haben: Bissingheim weist den besten Wert auf. Die guten Noten von Baerl, Rumeln-Kaldenhausen, Ungelsheim, Mündelheim und Rahm unterstreichen diese These.

Gut bewertet haben die Duisburger auch Großenbaum, Wedau, Duissern, Wehofen, Neudorf-Nord, Huckingen und Buchholz. Diese Einschätzung deckt sich mit der Realität: Bis auf Duissern taucht keiner dieser Stadtteile unter den 15 Vierteln mit den meisten Straftaten auf, die die Polizei veröffentlicht hat.

Im Durchschnitt geben die Duisburger der Sicherheit in ihrer Stadt eine glatte Drei, befriedigend. Im Vergleich mit Essen und Bochum fällt die Bewertung leicht schlechter aus.

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